Auf die Wahlen hin wird sogar die SP zur «Sp(r)itzensport-Partei». Sie versucht sich in staatlichen «Lösungen» für die Dopingproblematik. Das Rezept ist typisch rot. Noch mehr Gesetze, noch mehr Beamte sowie der Einsatz von fünf Millionen Steuerfranken jedes Jahr. Was für ein Unsinn!

1. Das jetzige Gesetz ist gut

Im Bundesgesetz zur Förderung von Turnen und Sport steht heute schon in Absatz 11f: «Wer Mittel zu Dopingzwecken herstellt, einführt, vermittelt, vertreibt, verschreibt, abgibt oder anwendet, wird mit Gefängnis oder mit Busse bis zu 100'000 Franken bestraft.» - Das Gesetz ist ok. Aber es nützt wenig. Die Lösung liegt woanders.

2. Warum haben die Schweizer alpinen Skisportler nicht gedopt?

Blenden wir zum Verständnis um genau 15 Jahre zurück: Da wurde der Sponsoringvertrag zwischen «Emmentaler», «Gruyére», «Sbrinz» und den Schweizer Skinationalmannschaften unterzeichnet. Die gelben «Käseanzüge» wurden später weltbekannt und sind heute Kult. Vreni Schneider, Sonja Nef, Paul Accola, Franz Heinzer, Michael von Grünigen, Bruno Kernen und viele andere gewannen Rennen und Medaillen. Ohne Doping. Warum?

Erstens weil diese Athleten Persönlichkeiten sind. Zweitens weil die zuständigen Menschen in Marketing und Management Verantwortung übernahmen. Wie? Zum Beispiel mit gescheiten Verträgen. Die entscheidende Klausel lautete: Wird im Team gedopt, so wird der Geldhahn für alle zugedreht.

Der zuständige Mann beim Skiverband war der Altstätter Victor Rohner. Beim Käse hiess der Sponsoringleiter Roland Rino Büchel. Und Matthias Remund war der Jurist im Haus. Er ist heute Direktor des Bundesamtes für Sport.

3. Geldhahn zudrehen

Was in den Neunzigerjahren gut war, ist auch heute recht. Die Formel lautet: «Doping rein - Kohle raus!» Sie funktioniert jedoch nur, wenn sie knallhart durchgezogen wird. Doch genau das tun viele Sponsoren nicht.

4. Dopingsünder decken ihre Dealer

Die tauben und blinden Geldgeber sind trotzdem nicht hauptverantwortlich für die Misere im Elitesport. Das sind die Doper selbst und deren dunkle Dealer. Bei uns ist bis heute noch keine dieser düsteren Gestalten geschnappt worden. Weil die Namen der Lieferanten von den Dopenden nicht bekannt gegeben werden. Diese schweigenden Sportler sind Charakterlumpen im dreifachen Sinn. Weil sie sich erstens Siege ergaunern, zweitens die Justiz behindern und drittens den Steuerzahlern unnötige Kosten aufbürden.

Die bekanntesten Beispiele sind zwei Schweizer, die sich mit EPO zu Titeln spritzten - der ehemalige Strassen-Rad-Weltmeister Oscar (Ösi) Camenzind und die Triathlon-Olympiasiegerin Brigitte McMahon, Biochemikerin von Beruf. Die beiden schützen ihre Dealer seit Jahren!

5. Geldmittel für die Breite - nicht für die Sp(r)itze

Auch hier würde das Rezept «Geld raus aus den beiden Sportarten - und zwar subito!» funktionieren. Mit einer raschen Selbstreinigung des verseuchten Elitesportes als Ergebnis. Weshalb? Weil der Druck von all den abgesägten wirklichen «Fairplayern» immer stärker würde. Das sind - logischerweise - die sauberen Athleten, die anständigen Verbände und die Organisatoren. Das Beste an der Formel: Je weniger Mittel in den «Spritzensport» fliessen, desto mehr Mittel bleiben für den Breitensport und den sauberen Spitzensport.