Korruption im Sport - Büchel handelt, IOC-Ethik-Kommisison kündigt Massnahmen an
5. Dezember 2010
Erschienen in: Sonntags Zeitung

Qatars WM-Dossier / Sonntags Zeitung

«Das Ergebnis wäre aller Voraussicht nach das gleiche»

Rössler glaubt dennoch nicht, dass die Fifa auf die WM-Vergaben zurückkommen muss. Das würde voraussetzen, dass ein Mitgliedsverband gegen die Fifa vorgehe, was aber «keinen Sinn macht», weil bei einer neuerlichen Abstimmung mehrheitlich dieselben Leute die Austragungsländer bestimmen würden. «Das Ergebnis wäre aller Voraussicht nach das gleiche», sagt Rössler.

Überschattet wurde die Wahl von Veröffentlichungen der BBC. Sie hatte eine Liste von Funktionären vorgelegt, die Gelder bekommen hatten - neben Fifa-Funktionären auch solche des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), namentlich Lamine Diack, der Präsident des Internationalen Leichtathletikverbands. Das IOK will die Vorwürfe untersuchen. Alt-Bundesrat Samuel Schmid, Mitglied der IOK-Ethikkommission, erklärte, bei Verfehlungen könnten Sportverbände nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. «Das IOK hat den ernsten Willen, für sauberen Sport zu sorgen.» Konkretisierten sich die Anschuldigungen, würde die Ethikkommission Befragungen durchführen. «Die Welt ist kein Paradies», sagt Schmid, «deshalb müssen die Staaten weltweit strafrechtliche Bestimmungen einführen, um Korruption bei Sportanlässen ahnden zu können.»

Das Schweizer Parlament reagiert bereits

SP-Nationalrätin Anita Thanei wird eine parlamentarische Initiative einreichen, um internationale Sportdachverbände den internationalen Organisationen gleichzustellen. So müsste die Bestechung von Funktionären von Amtes wegen verfolgt werden. Und SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel hat 60 Mitunterzeichnende gefunden, die seine Motion unterstützen. Mit dieser beauftragt er den Bundesrat, bis Ende 2011 Massnahmen für die Korruptionsbekämpfung im Sport zu präsentieren.

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