Was ist die Euro 2008 für ein Anlass? Wer trägt die Kosten? Wer macht den Gewinn? Was hat der Staat zu tun? Mit diesen Fragen wird sich die Politik in den nächsten Monaten beschäftigen müssen. Mehr noch, weil in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der Veranstaltung grobe Fehler gemacht worden sind.
1. St. Gallen:
In St. Gallen finden keine Spiele statt. Das Stadion ist zu klein und zu spät fertig. Trotzdem soll für ein so genanntes «Public Viewing» eine sechsstellige Summe an Steuergeldern eingesetzt werden. «Nach der erfolgreichen Bewerbung von St. Gallen freuen wir uns auf spannende Spiele und eine gute Stimmung in der UBS Arena.» Das sagten die privaten Organisatoren der «UBS Arena» und die Stadt St. Gallen am 7. Juni 2007. Dazu gab es eine gemeinsame Medienmitteilung. Seither soll offenbar intensiv geplant werden. Es ist für mich schleierhaft, weshalb der Steuerzahler einer klar gewinnorientierten privaten Organisation eine Videowand und das Drumherum finanzieren sollte.
2. Bern (als Beispiel):
«Stadt Bern: Ja zum Euro-08-Kredit - damit findet die EM auch in Bern statt.» So titelten die Zeitungen. Die Schlagzeilen sind irreführend. Denn: Selbstverständlich würden die (sowieso nur drei) Vorrundenspiele auch stattfinden, wenn die Stadtberner keine zusätzlichen 5.6 Millionen Franken Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen hätten.
Niemand beim europäischen Fussballverband hat je ernsthaft in Erwägung gezogen, unsere Bundeshauptstadt als Austragungsort zu kippen. Im Gegenteil: Die UEFA-Bosse waren selbst überrascht, als gewisse Schweizer Politiker auf halb ausgesprochene Drohungen reagierten wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Sie wissen sehr wohl, dass noch nie annähernd so viel öffentliches Geld in die Durchführung einer ihrer Anlässe geflossen ist.
3. öffentliche Kosten:
Offiziell kommt uns die EURO 2008 auf über 180 Steuermillionen zu stehen. Bezahlt von Bund, Kantonen und Gemeinden. Das sind mehr als 12 Millionen für jedes einzelne Spiel! Mit diesen Mitteln sollen Sicherheit und Organisation gewährleistet werden. Daneben verbleiben Unsummen für beamtete Werbeassistenten, um der Bevölkerung «Begeisterung» zu befehlen. Doch Freude kann nicht mittels staatlicher Propagandakampagnen diktiert werden. (Das war nicht einmal in Karibikstaaten, in Japan, in Afrika und in Argentinien der Fall. Dort war ich selbst für die Umsetzung des Marketings weltweiter Fussballanlässe zuständig.)
4. Sicherheitskosten:
Zu den Sicherheitskosten bei der EURO 2008: Diese können vor dem 2. Dezember 2007 schlicht nicht berechnet werden. Erst dann steht fest, welche Mannschaften wann und wo spielen. Und vor allem gegen wen. Der so genannte «Final Draw» ist der Startschuss zur EURO 2008. Mit diesem kommt die Begeisterung automatisch. Nicht einmal dümmliche Kampagnen wie «Wir leben Zürich» (das ist tatsächlich der offizielle Euro 2008-Spruch; Kosten 2.9 Steuermillionen) werden dann dem interessierten Volk den Appetit noch verderben können.
5. Gewinn für die Organisatoren:
Weil die EURO 2008 ein sehr guter Anlass ist, werden Dutzende Promotionsmillionen der offiziellen Sponsoren fliessen. Die Organisation selbst ist Sache der steuerbefreiten (!) UEFA. Diese wird mit dem Milliardenevent EURO 2008 viele hundert Millionen Franken Profit machen. Rein netto.
6. Aufgabe des Staates:
Es ist daneben, wenn sich die hiesigen Steuerzahler derart massiv an den Organisations- und Marketingkosten beteiligen müssen. Der Staat hat bei einer solchen Veranstaltung für die Sicherheit im öffentlichen Raum zu sorgen. Diesen Job muss er hundertprozentig erfüllen. Und sonst gar nichts.
7. Genf, Basel und Zürich:
Hier haben die Stimmbürger zu den Ausgaben in zweistelliger Millionenhöhe - gemäss heutigem Stand - rein gar nichts zu sagen. Obwohl sie alles aus ihrem eigenen Sack bezahlen müssen. So machen es auch Diktaturen, die sportliche Grossanlässe organisieren.


Kommentare
2007-07-16 13:32:31
S. Meier
Ich finde es schade dass in St. Gallen keine EM stattfindet, und darum finde ich es doch gut, dass es wenigstens eine UBS-Arena bei der Olma draussen gibt.
2007-07-16 15:28:12
Paul Weder
Die Verbandsbonzen wollen mit allem Geld machen. Warum sollen sie in St. Gallen auch noch verdienen?
Das Tagblatt hat vor etwa einem Monat geschrieben, dass der SC Brühl St. Gallen auch eine Grossleinwand aufstellen wird.
Dieser Rahmen wird mit Garantie sympathischer als ein Anlass von der UBS, wo die Fans dann wohl nur Coca Cola und Carlsberg-Bier zu trinken bekommen, weil das die offiziellen Sponsoren von der "Arena" sein sollen.
Darum jetzt schon für das nächste Jahr:
Auf ins Paul-Grüninger-Stadion von Brühl oder an einen anderen Ort, wo die Vereine etwas machen und etwas Geld für die Juniorenförderung verdienen können.
Die Stimmung ist sicher besser und nicht verkommerzialisiert wie bei der UBS.
2007-07-16 19:26:36
Linus Steiger
Steuerbefreit? - Was heisst das? Wieso wird hier behauptet, dass die UEFA keine Steuern bezahlen müsse? (Punkt 5)
In der Schweiz bezahlen alle Steuern.
Wenn man einen guten Steuerberater hat, halt etwas weniger. Das jedoch, ist legitim und hat mit "steuerbefreit" nichts zu tun. Jedermann/-frau kann sich einen geschickten Berater besorgen.
Es nützt also nichts, wenn populistisch davon geschrieben wird, dass der Europäische Fussballverband keine Steuern abliefere.
2007-07-16 21:51:09
Udo Hildbrand
Zufall oder nicht?
Ich bin zufällig auf dieser Seite gelandet. Das ist ja ganz interessant, wie ihr Schweizer so diskutiert.
Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurden auch viele Euros ausgegeben.
Aber schlimm war, das die Menschen in den Austragungsstädten kaum an Tickets kamen. Diese wurden von Sponsoren und Politikern praktisch monopolisiert.
Am Schluss kam man auf em Schqwarzmarkt irgendwie noch zu Eintritten - für Otto Normalverbaucher waren diese jedoch unbezahlbar.
Es grüsst Udo aus Berlin (auf Schweizreise)
2007-07-16 22:14:58
Bert Baumgartner
Keine Tickets für die Deutschen hat es gegeben. Hoffentlich kommt das bei uns besser. Aber hier sind die Stadions nur etwa halb so gross wie in 2006 und es gibt in der Schweiz 15 Spiele.
Bei der WM in Deutschland gab es 64 Mätche. Ich habe aber zu 4 Spielen Eintritte bekommen. Viele Deutsche haben mir gesagt das es für die Ausländer einfacher ist als für sie selbst.
Das muss bei der Euro08 für uns aber ändern. Diese UBS-Arena ist höchstens ein Trostpreis. Es gibt übrigens auch eine in Buchs und nicht nur in San Galle.
Aber wen man wirklich Steuern dafür bezahlen muss, dann ist das wirklich nicht richtig. Da gibt es doch genug Eintrittsgeld. Es gab doch schon letztes Jahr so etwas auf dem Olmagelände
2007-07-17 06:59:22
Sepp Meier
Ich verstehe diese Diskussion nicht im Detail. Aber ich möchte anmerken , dass die Euro 08 eine grosse Chance für den Tourismus ist. Die sollten wir nutzen.
Die Schweizer sollten nicht Steuern zahlen müssen für ein Sportereignis wie dieses, sondern Geld damit verdienen, indem wir Spitzen-qualität für den Tourismus anbieten!
2007-07-17 13:10:14
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@Sepp Meier. - Details sind hier tatsächlich nicht entscheidend. Darum spielt es keine Rolle, dass Sie diese nicht kennen. Sie bringen es mit Ihren Aussagen nämlich auf den Punkt.
1. Steuern:
Anstatt Dutzende Millionen Steuergelder in einen solchen Anlass zu pfeffern, müssen Private damit Geld verdienen können. Die Organisatoren versuchen jedoch, genau das zu verhindern. Und zwar mit allen Mitteln.
Kurz gesagt: Blechen sollen wir Schweizer (und die österreichischen) Steuerzahler - absahnen dürfen dann die Verbände.
2. Tourismus:
Ich teile Ihre Ansicht. Die Deutschen haben es an der WM 2006 vorgemacht. «Die Welt zu Gast bei Freunden«, hiess das Motto. - Und genau so war es. Da habe ich keine Angst. Das können wir auch. Dazu braucht es aber keine millionenteuren Sprüche wie
- «Entdecke das Plus»
Das ist tatsächlich der Titel der offiziellen Schweizer Kampagne für die Euro2008!
Franz Beckenbauer hat am Wochenende dazu gesagt: «Schaun mer mal. Aber wenn die Leut des verstehn, dann fress i an Besn«
Wer es nicht weiss: Franz Beckenbauer war der Boss der Fussball-WM 2006.
3. Sepp Maier
Ihr «Fast-Namensvetter» war 1974 (zusammen mit Beckenbauer) Fussball-Weltmeister, 95-facher Nationalspieler und Deutschlands Torhüter des Jahrhunderts.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat und Nationalratskandidat SVP)
2007-07-17 13:27:14
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@Linus Steiger. Woher auch immer Sie Ihre Informationen haben - sie sind falsch. Der europäische Fussballverband (UEFA) ist als so genannt «nicht gewinnorientierter Verein gemäss Art. 60 ff. ZGB» in der Schweiz steuerbefreit. Trotz Milliardenumsätzen und Jahresgewinnen in dreistelliger Millionenhöhe.
Nur nebenbei: Solche Dinge regelt nicht der Steuerberater. Da wird ein paar Stufen höher diskutiert.
Der europäische Fussballverband (UEFA) hat seinen Sitz in Nyon, am Genfersee. Der Weltfussballverband (FIFA) hat seinen Sitz in Zürich. Er hat den gleichen rechtlichen Status und macht ähnliche Gewinne. Die UEFA richtet die Fussball-Europameisterschaften aus, die FIFA die Fussball-Weltmeisterschaften.
2007-07-17 16:16:11
Josef Dudli - http://www.cvp-werdenberg.ch
Eine Präzisierung zur Aussage von Rino Büchel. Auch Vereine sind grundsätzlich steuerpflichtig als juristische Person (Art. 20 StHG). Ausgenommen sind gemäss Art. 23 StHG "die juristischen Personen, die öffentliche oder gemeinnützige Zwecke verfolgen". Der rechtliche Status - ob Verein gemäss ZGB oder AG gemäss OR - ist irrelevant. Ob die Fussball-Dachverbände in diesen Genuss der Steuerbefreiung kommen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Es ist aber anzufügen, dass so eine Fussball-EM nicht nur kostet, sondern auch viele Umsätze generiert, die der Wirtschaft und via indirekte Steuern auch dem Staat zugute kommen.
2007-07-17 18:14:41
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
Lieber Sepp Dudli.
Du bist präzise wie gewohnt. - Zu Deiner Anmerkung/Frage: Die beiden Vereine FIFA und UEFA berufen sich genau auf diese Gemeinnützigkeit. Und sie kommen durch damit. Der europäische Fussballverband (UEFA) nennt es auf Seite 17 seiner «Vision Europa» euphemistisch so:
«- Einem Verein nach schweizerischem Recht wird sehr grosse Flexibilität eingeräumt, die in einem anderen gesetzlichen Umfeld nicht unbedingt gewährleistet ist. Ausserdem profitiert er von vorteilhaften steuerlichen Bedingungen.
- Diese Form (Verein) gibt grossen Verbänden wie der UEFA grosse Flexibilität und Autonomie, damit sie ihre eigenen Aktivitäten verwalten können.
- Zahlreiche andere Nichtregierungsorganisationen haben ihren Sitz aus ähnlichen Gründen ebenfalls in der Schweiz."
Das ist ziemlich viel Blabla und heisst:
1. In der Schweiz können wir tun, was wir wollen. Unsere Buchhaltung können wir prüfen lassen wie, zum Beispiel, der Schützenverein Kobelwald. (Auch wenn wir selbst Milliardenumsätze machen)
2. Wir setzen unsere massiven Gewinne so ein, wie es uns passt. Wir bezahlen was wir wollen - aber sicher keine Steuern.
3. Eigentlich sind wir wie das IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz), das Büro der Vereinten Nationen in Genf (UNOG) oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
- Überspitzt gesagt, fragt die UEFA: Wann bekommen unsere Sekretärinnen auch endlich den Diplomatenpass?
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat)
2007-07-17 19:10:05
Frager
Was heisst eigenlich "euphemistisch"? («Vision Europa» im obigen Beitrag)
2007-07-17 19:31:11
Markus M. Göldinger
Ich musste das auch nachschauen: Gemäss Wörterbuch könnte man es in diesem Zusammenhang wohl am besten mit "schönfärberisch" oder "beschönigend" bezeichnen.
Politiker drücken sich manchmal etwas kompliziert aus!
2007-07-17 20:45:29
EVP Mitglied
Niemand diskutiert den Beitrag von EVP-Nationalratskandidat Peter Hauser. Doch genau was er heute (16.34 Uhr) geschrieben hat, ist wichtig wenn es um die EM geht:
Euro 08, Frauenhandel und Zwangsprostitution
Diesen frauenverachtenden und menschenunwürdigen Praktiken muss vermehrt der Kampf angesagt werden.
Nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit der Euro 08, bei der ein markanter Anstieg erwartet wird. Die Schweiz sollte hier Vorbild sein und alles unternehmen, um ein illegales Einschleppen solcher gepeinigten Frauen zu verhindern und zugleich Hand bieten, diesen unfreiwillig papierlosen Frauen den Ausstieg zu ermöglichen.
Es sollte zudem verboten sein auf legalem Weg zusätzliche Prostituierte für die Euro 08 einreisen zu lassen.Der Staat sollte generell keinerlei Hand bieten um die Prostitution und damit die Ausbeutung von Frauen zu ermöglichen.
Die grösste Hilfe für diese Frauen können aber die Männer leisten, indem sie die Prostitution meiden. Wo keine Nachfrage ist, braucht es auch kein Angebot.
2007-07-18 08:08:16
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@EVP-Mitglied
1. Bei Grossanlässen hat die Prostitution Hochkonjunktur. Das liegt leider in der Natur der Sache und ist (zum Beispiel) auch bei der OLMA der Fall. Oder wenn grosse Kongresse bei uns durchgeführt werden.
2. Ob die Zwangsprostitution (verbunden mit Menschenhandel) wegen der Euro2008 zunehmen wird, weiss ich nicht. Erfahrungen von der WM 2006 in Deutschland zeigen, dass das - zum Glück - eher nicht der Fall sein wird.
Dort ging man vor dem Anlass von etwa 40'000 weiblichen Opfern aus. Während der WM kam es zu 26 Fällen von Zwangsprostitution. Davon hatten fünf höchstwahrscheinlich mit dem Anlass zu tun.
Warum nicht mehr? Die dichte Polizeipräsenz gab ein Gefühl von Sicherheit und hat Menschenhändler, Prostituierte und Freier gleichermassen abgeschreckt.
3. Eine EM oder WM ist eher ein Gesellschaftsanlass, wo man mit Freunden und Familie hingeht. Auch das hilft, Missstände zu verhindern.
Klar ist: Die beste Antwort hat Herr Hauser selbst gegeben: Wo keine Nachfrage ist, braucht es auch kein Angebot.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-07-18 08:09:49
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@Frager
Entschuldigung. Ich hätte das wirklich einfacher und verständlicher sagen können.
@ Herr Göldinger. Danke für die Erklärung. Diese passt genau.
2007-07-19 09:24:27
Dieter
Einverstanden mit den zu vielen Steuern für die EM. Aber als Fan vom FCSG denke ich das der viel mehr für die Jugend macht als so ein grosser Verband.
Die Politik soll schauen das die Mittel im Sport richtig verwendet werden.
2007-07-19 10:06:03
Martin Graber - http://keine
Zu viele Steuern? Herr Hacker hat es bei anderen Themen in diesem Blog schon gesagt: Hohe Steuern sind gar nicht schädlich. Sie kurbeln die Wirtschaft auch an wie anders generierte Mittel.
Also ist es wichtig, zu sorgen, dass der Staat zu den Finanzen kommt, die nötig sind, um die Leistungen an die Bevölkerung zu erbringen.
Das ist vor allem in Sozialen dringend notwendig. Im Sport sicherlich auch, aber im Breitensport und nicht bei den überbezahlten Profis.
Gruss
2007-07-19 12:51:13
Ralf aus Rorschach
Herr Hacker hat glaube ich nicht gesagt, dass er hohe Steuern generell befürwortet. Eine höhere Staatsquote jedoch, ist für die Wirtschaft nicht schädlich. Der beste Beweis dafür sind die skandinavischen Länder, insbesonders Schweden. Das hat der studierte Ökonom von der SP wohl deutlich belegt. Dieser Politiker nimmt sich im Gegensatz zu anderen wenigstens die Zeit, die Sachen genau zu erklären
Vor allem die FDP und glaube die CVP und die SVP wollen aber den Staat immer mehr abbauen. Es wäre sicher interessant, von der Wirtschafts-FDP zu hören, weshalb sie den Staat immer und überall aushungern wollen.
2007-07-19 18:27:27
Differenziert politisiert - http://-
an Herrn Büchel:
Die "UBS Arena" eröffnet schon bald, der Teil mit der IKEA schon in diesem Herbst.
Was behaupten Sie dazu, dass es in Bern nur drei Europameisterschaftsspiele geben soll? An der Euro 08 nehmen 16 Mannschaften teil, das gibt eine Riesenmenge an Spielen!
Aber eben, behaupten kann man ja vieles!
2007-07-19 18:33:22
Differenziert politisiert - http://-
an Dieter:
Seit wann macht der FC St. Gallen eine gute Nachwuchsarbeit? Wie viele eigene Junioren spielen denn in der ersten Mannschaft?
Einverstanden bin ich jedoch damit, dass die Mittel im Sport richtig verwendet werden sollen. Aber wer darf denn sagen, was richtig ist?
2007-07-19 22:17:18
Christian Hacker, Nationalratskandidat, Liste SP inter.national - http://www.christian-hacker.ch
Ich gebe Herrn Büchel recht, dass es stossend ist, dass Vereine wie die UEFA oder FIFA trotz riesiger Gewinne und horrender Vermögen in der Schweiz keine Steuern zahlen müssen. Genau so stossend wie die Pauschalbesteuerung von ausländischen Milliardären (z.B. Victor Vekselberg) oder Multimillionären (z.B. Michael Schumacher) oder die in einzelnen Kantonen praktizierte Begünstigung von ausländischen Holdinggesellschaften (siehe FDP Blogeintrag "EU-Steuerstreit=EU-Steuerneid?"). Um diese Privilegien abzuschaffen hätten SP und SVP zusammen ein komfortable Mehrheit - nur bei dieser "Ausländerdebatte" fehlt der Wille der SVP.
Dass insbesondere der Fussball besondern von öffentlichen Geldern profitiert, ist nicht neu und wir haben im Kanton St. Gallen ein noch viel teureres Beispiel für die Investition von öffentlichen Geldern wie die Untersützung der UBS-Arena in St. Gallen. Die bürgerliche Mehrheit hat im Kantonsrat das Land im Wert von über 40 Mio. Fr. für die Finanzierung der "privaten" AFG-Arena verschenkt. Zudem werden zahlreiche Millionen von Steuergeldern für die verkehrstechnische Erschliessung (Umbau Autobahnanschluss Winkeln) ausgeben.
Das ganze läuft immer unter dem gleichen Titel: Standortwettbewerb. Wenn wir die Privilegien nicht gewähren, dann werden wir alles verlieren... Die FIFA-Arbeitsplätze, Hotelübernachtungen von Delegierten, die trotz Pauschalbesteuerung immer noch angenehmen Steuermillionen, wahrscheinlich wäre sogar der FCSG mit seinem neuen Stadion ins Ausland abgewandert...
Es sind gerade die bürgerlichen Parteien, die unsere Gesellschaft geradezu ökonomisieren. Die Frage nach Steuergerechtigkeit hat da keinen Platz. Schön, dass ich in diesem Fall einmal mit einem SVP-Politiker einig sein kann.
2007-07-20 07:59:40
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@«Differenziert politisiert»
Sie haben gestern in kürzester Zeit zu verschiedenen Beiträgen «differenzierte» Kommentare abgegeben. Einen davon haben Sie an mich gerichtet. Erlauben Sie mir eine kurze Antwort.
Erstens zur «UBS Arena»:
Ihr Kommentar käme in etwa hin, wenn er sich auf die «AFG Arena St. Gallen» beziehen würde. Das ist der Name des neuen Stadions. - Die «UBS Arena»hingegen ist ein Projekt, bei dem die EM-Spiele im kommenden Jahr auf einer Grossleinwand mitverfolgt werden können. Solche "Arenen" werden während der Euro 2008 in 17 Schweizer Städten betrieben und dann wieder abgebaut. (vergleichbar mit einem Open-Air-Kino)
Zweitens zur «Euro2008»:
Sie haben in einem Punkt Recht. An der Endrunde in Österreich und der Schweiz nehmen 16 Mannschaften teil. Das ergibt jedoch keine «Riesenmenge» an Spielen. Es sind genau 31 Matches, 15 davon bei uns (Bern 3; Genf 3; Zürich 3, Basel 6). Das Finale findet am 29. Juni 2008 in Wien statt.
Bei der WM 2006 in Deutschland hatte es 32 Teilnehmer und 64 Spiele. Also über vier Mal mehr als bei uns.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-07-20 08:32:17
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@Herrn Hacker
Es ist tatsächlich so: Zwei, drei Drohungen von irgendwelchen internationalen Verbandsfunktionären, dazu zwei, drei «Zückerchen» für ein paar Politiker - und schon gibt die Schweiz klein bei.
Grossveranstaltungen:
So naiv wie unser Land ist noch niemand auf die Forderungen der grossen Sportverbände eingetreten. Bei keiner der Grossveranstaltungen der letzten Jahre (Olympische Spiele, Fussball-EM, Fussball-WM) hat ein anderer Staat so schlecht verhandelt.
Sitz von Verbänden:
Die drei bedeutendsten internationalen Sportverbände haben ihren Sitz in der Schweiz.
- FIFA (Zürich), IOC (Lausanne) und UEFA (Nyon, VD)
Das bringt gute Arbeitsplätze und von mir aus auch ein wenig Prestige. Aber von beidem nicht so viel, wie manche Leute denken.
2007-07-20 13:08:32
Steuer-Freiherr
'Entdecke das Plus'
Dieser Spruch, von überbezahlten Staatsfunktionären und ihren Werbebüros in Auftrag gegeben ist eine wirkliche Katastrophe
Und mit sowas wird mein Steuergeld verschwendet!!
Dieser spruch erhält von mir ein Minus.
2007-07-20 15:15:19
EM-Fan
für Steuer-Freiherr
Lustiger Kommentar. Wenn uns nur der Slogan «Entdecke das Plus»vorgesetzt würde, wäre das noch einigermassen erträglich.
Doch die UEFA wirbt mit «Expect Emotions«. In Switzerland and Austria speaken ja alle English...
Zürich bringt den Spruch «Wir leben Zürich«
Österreich kommt mit dem Motto «2008 - Österreich am Ball«
Basel mit «Basel. Mehr als 90 Minuten.«
die lahmen Berner mit «Bern wirkt Wunder.«
«Play Football Swizerland»ist auch noch irgend eine Kampagne
etc. etc. / und für das ganze Durcheinander werden immer schön Steuergelder verprasst! Es wurde in diesem Blog schon gesagt: Eigentlich darf es nur ein Motto geben wie bei der WM in Deutschland. Damals hiess es «Die Welt zu Gast bei Freunden«.
Anstatt einem Durcheinander also eine Veranstaltung und ein Motto, so geht das!
2007-07-20 20:08:49
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@EM-Fan
Gut zusammengefasst, das Ganze. Der Fairness halber und um die Blog-Leser richtig zu informieren, füge ich an, dass die Kampagne «Play Football Switzerland» vom Schweizerischen Fussballverband und der Credit Suisse organisiert wird. Damit kostet wenigstens das den Steuerzahler nichts.
Schlimm genug, dass wir auch so über Bund, Kanton und Gemeinden gegen 200 Millionen Franken abliefern müssen. Was war die Basis dafür? Ein Beschluss des Nationalrates vom 19. Juni und des Ständerats vom 16. September 2002. Da wurden 3.5 Millionen gutgeheissen, wenn die Kantone 7 Millionen einschiessen würden.
Wenn Ihnen also jemand fragt: "Wie mache ich aus 10.5 Millionen in fünf Jahren fast 200 Millionen? - Der Bundesrat und seine Beamten haben die Lösung für Sie!*
Das ist traurig- jedoch kein Grund, sich die EURO 2008 vergraulen zu lassen. Der Anlass wird eine gute Sache. Aber wir haben alle das Recht, kritisch zu sein. Und in unserer einmaligen direkten Demokratie vielleicht sogar die Pflicht dazu.
2007-07-22 15:29:04
hopp sanggalle - http://www.fcsg.ch
wenn der fc st. gallen so weiter spielt, vergeht unseren fans bald die lust an der euro08... die schweizer nati muss einfach gut spielen und dann gibt es automatisch eine tolle stimmung. und sonst halt von den spaniern oder den italienern oder den portugiesen--
2007-07-23 13:17:47
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@hopp sanggalle
Oder von den Österreichern. Vielleicht wollten Sie einen Witz machen, doch Ihre Aussage passt genau. Denn eine Begeisterung kann weder befohlen noch mit Marketingmassnahmen «erkauft» werden. - Zum Glück.
Ein aktuelles Beispiel dafür: Gestern gewannen die Argentinier den Titel an der U-20-WM in Kanada. So weit, so normal. Ungewohnt war etwas Anderes. Die jungen Österreicher schafften es bis ins Halbfinale. Die Spiele wurden auf ORF 1 live übertragen. Schon beim Viertelfinalspiel gegen die USA meldete der Sender einen Rekord. (Es hatte so viele Zuschauer wie bei uns auf SF, wenn die «grosse» Schweizer Nati spielt.) Die landesweite Begeisterung hatte sich durch den erfolgreichen Auftritt des Teams innerhalb weniger Tage entwickelt.
Eine der herausragenden Figuren bei den Rot-Weiss-Roten war Ruben Rafael Okotie von Austria Wien. Er wurde vor 20 Jahren in Pakistan geboren. Als Kind wohnte er in Barcelona. Sein Vater ist Nigerianer.
Es käme ihm trotzdem nicht im Traum in den Sinn, für Spanien, Nigeria oder Pakistan zu spielen - schliesslich hat ihn der österreichische Verband gefördert. Die ehemaligen Basler Jungstars Petric, Rakitic und Kuzmanovic wurden vom Schweizer Verband mit sechsstelligen Summen gefördert. Sie sind Doppelbürger und spielen jetzt für Kroatien und Serbien.
2007-07-23 13:57:44
hopp sanggalle - http://www.fcsg.ch
Eigentlich habe ich es ja als witz gemeint, aber anscheinend haben sie recht.
Denn wie ich sehe im 20min von heute, sind die österreicher bei den schweizern am beliebtesten.
Hoffentlich auch noch nach der em, wenn sie gegen uns ausscheiden...
es ist allerdings schlimm dass die jungen doppel-bürger fussball-stars sich nicht für die schweiz entscheiden!
2007-07-23 22:22:57
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
@hopp sanggalle
Sie erwähnen nochmals die "Doppelbürgerschaft". Diese führt nicht nur im Sport zu Problemen. Darum akzeptieren es viele Staaten nicht, dass ihre Bürger einen zweiten Pass haben.
Nehmen wir das Beispiel einer Österreicherin, welche in diesem Jahr an der Bürgerversammlung in Oberriet Schweizerin geworden ist. Sie musste ihren alten Papiere umgehend zurückgeben. Die Eingebürgerten aus den Balkanstaaten hingegen nicht. Sie sind im Vergleich mit der Vorarlbergerin und uns anderen "Nur-Schweizern" neu klar im Vorteil.
Ich habe im konsularischen Dienst gearbeitet. Deshalb kann ich sagen: Wenn ein Doppelbürger (zum Beispiel Schweiz/Serbien) irgendwo auf der Welt Probleme hat, so richtet er sich an die helvetische Botschaft.
Auch Fussballstars (Doppelpass-Spezialilsten!) profitieren ungeniert vom Service unserer Vertretungen. Sogar wenn Sie entschieden haben, das Nationalmannschaftstrikot für jenes Land zu tragen, wofür ihr Herz offenbar schlägt.
2007-07-23 23:26:51
Christian Hacker, Nationalratskandidat, Liste SP inter.national - http://www.christian-hacker.ch
@ Roland Rino Büchel
Als eingebürgeter Schweizer mit österreichischen Wurzeln möchte ich gerne etwas zum Thema "Doppelbürgerschaft" sagen.
Grundsätzlich gilt, dass seit der Revision des BüG von 1.Januar 1992 das Schweizer Bürgerrecht zusammen mit einer anderen Staatsbürgerschaft aus Schweizer Sicht möglich ist. Wenn die Österreicherin ihre österreichischen Papiere zurückgeben musste, dann muss es an den Bestimmungen in Österreich liegen, dass dort keine Doppelbürgerschaft zugelassen wird. Die Schweiz schreibt das auf jeden Fall nicht vor. Leider konnte ich bei meiner kurzen Internet-Recherche keine Zusatzinfos finden - es gibt aber seit 2001 ein Militär-Abkommen zwischen CH und A, welches die Dienstpflicht regelt. Also muss es wohl auch Österreich/Schweizerische Doppelbürger geben.
Ich finde es übrigens auch sehr Schade, dass die Secondos wie Petric, Rakitic und Kuzmanovic sich für die Nationalmannschaft der Herkunft ihrer Eltern (und nicht gegen die Schweiz) entschieden haben. Bestimmt haben die Anit-Jugo-Kampagnen ihrer SVP einen Teil dazu beigetragen. Vielleicht ist uns Österreich darum einen Schritt voraus, weil ihre Schwesterpartei, die FPÖ, bereits wieder in der Versenkung verschwunden ist.
2007-07-24 13:07:58
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
Geschätzter Herr Hacker
Wir vertreten politisch unterschiedliche Ansichten. Trotzdem nehmen wir uns Zeit, auf die Argumente der Gegenseite einzugehen. Dadurch werden Themen von verschiedenen Standpunkten her beleuchtet. Ich schaue manchmal am Morgen, manchmal am Mittag und manchmal am Abend im «tagblattvote» vorbei. Sie sind ein viel intensiverer Blogger. Offenbar gibt es Kandidaten anderer Parteien, die das nicht gut finden. (Es gibt Schlimmeres.)
So viel zum Grundsätzlichen. Zum St. Galler Stadion bin Ihnen noch eine Reaktion auf Ihren Kommentar vom 19. Juli schuldig.
AFG Arena:
Als das Geschäft «Stadion AFG Arena» im Kantonsrat behandelt wurde, hiess es noch "Stadion St. Gallen West". Ich war damals noch nicht im Parlament und kenne die Details nicht. Ich gehe jedoch davon aus, dass ausschliesslich Investitionsbeiträge an die Infrastruktur (Zufahrt, Boden oder ähnlich) geleistet wurden.
zum Doppelbürgerrecht:
Es ist so. Bei Doppel- oder Mehrfachbürgern (Schweiz/andere Staaten) sind es jeweils die anderen Länder, welche sagen: «Du musst Dich entscheiden - entweder unser Pass oder der rote mit dem Schweizerkreuz drauf.» - Das gilt für die Länder, welche Doppelbürgerschaften nicht anerkennen. Manchmal ist das aus Prinzip so, manchmal in bestimmten Fällen. Das ganze ist eine sehr komplexe Angelegenheit - es würde zu weit führen, hier Details aus 200 Staaten zu diskutieren.
zu Ihrem letzten Satz:
Sie erlauben mir sicher, darauf nicht einzugehen...
2007-07-25 15:23:54
Andreas Schwarz, NR-Cand, JF Werdenberg-Sarganserland - http://www.jfws.ch
Gute Güte!
Von der EM zur Verbands-und Vereinspolitik, dann flux a bisserl Einbürgerungspolitik....bleibt beim Thema Herren! Ich dachte so ein Blog wäre nachhaltiger als ne ARENA. Wobei.....
...bei solch "oh-fürio-dä-zeusli-chunnt"-Argumenten des ach so beliebten SVP Finanz-Genres (man rechne sich doch bitte die Volkswirtschaftlichen Kosten durch den verpassten EWR-Beitritt, die Landwirtschaftssubventionen etc. zusammen), kann auch gar keine gescheite Diskussion zustande kommen. Wobei...
...das muss sie ja auch gar nicht, nicht wahr liebe SVP! Denn die Kredite wurden ja von den Vertretern des Volkes, oder des Volkes selbst gesprochen. Alles lamentieren ist also purer Populismus. Oder...
...haltet Ihr es da wie bei der NEAT. Fleissig im Parlament mitstimmen und wenns dann teuer wird: Oh nein! Das wollten wir nicht! Oder besser noch: das wollten wir nie!
Aner zurück zum Thema...
Ich freue mich auf die EM! Auch wenns ein wenig kostet! Verglichen mit dem PR-, Swiss-Marketing und tourismus-Nutzen der da generiert wird, dürfte sich das nachhaltig lohnen für die Schweiz.
Man bedenke: All die vielen Leute die in den Letzten Jahren zu Geld gekommen sind (auch wenn sie russischer Nationalität sind - die hat man ja scheinz weniger gerne als andere) wissen nun wo sie diue schönsten Ferien verbringen können....
...und da dürfte auch die SVP nichts dagegen haben, oder?
2007-07-25 18:46:09
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
Junger Mann. Husch, husch ein paar Worte hinknallen, die «Enter-Taste» drücken ... und tschüss! Schnell geschrieben haben Sie. Kamen die Gedanken jeweils vor den Worten? Zweifel sind angebracht.
1. Auf jeden Fall haben Sie, locker vom Hocker, einen Rundumschlag gelandet. Und zwar gegen einen differenziert diskutierenden SP-Nationalrats-Kandidaten, ein sich ehrlich sorgendes EVP-Mitglied, einen präzis politisierenden CVP-Kantonsrat, eine ganze Reihe interessierter St. Galler Bürger (und auch ein paar anonym Bloggende).
2. Dank all diesen Personen hat sich eine Diskussion entwickelt. Dabei wurde - sie haben es erwähnt - ganz Verschiedenes behandelt oder zumindest angeschnitten.
3. Ist das schlecht? Nein, es ist gut, wenn etwas Konkretes auf dem Tisch ist, damit politische Themen fassbar gemacht werden können.
4. Sie haben bis heute noch nicht mitdiskutiert - zumindest nicht unter Ihrem Namen.
5. "oh-fürio-dä-zeusli-chunnt" - so bezeichnen sie mittels Ihres «Jungfernvotums» eingebrachte Fakten und Argumente. Und denken dabei an die meinigen. Wenn ich das richtig verstanden habe.
6. Gehen Sie hin und widerlegen Sie meine Punkte - und ich lasse Ihnen Ihren «Zeusli-Spruch» dazu.
7. Zu den Steuer-Millionen für die EURO2008 behaupten Sie wortwörtlich: «Denn die Kredite wurden ja von den Vertretern des Volkes, oder des Volkes selbst gesprochen.» - Bei einem grossen Teil der 182 Millionen Franken stimmt das schlicht nicht. Die Kredite wurden von Verwaltung und Regierungen teils sehr kreativ an Volk und Parlamenten "vorbeigeschmuggelt".
8. Sie stellen Mutmassungen zu Wirkung und Nachhaltigkeit des Anlasses an. Solche Vermutungen haben sich bisher leider bei keiner Veranstaltung dieser Art und Grösse bewahrheitet. Im Gegenteil: sie wurden, leider, mehrfach widerlegt. Auch ich bedaure das.
Sie haben eine homepage angegeben. Da habe ich hineingeklickt. Student sind Sie? Internationale Beziehungen? Schön, dafür an die Uni zu gehen. - Es gibt auch die Möglichkeit, in 19 Ländern zu arbeiten, fünf Sprachen in Wort und Schrift zu lernen und ein paar hundert Arbeitsplätze zu schaffen, verteilt auf die ganze Welt.
(Ich habe diesen Weg gewählt, um ein bisschen Internationalität zu erlangen.)
Zurück zum Thema: Sie freuen sich auf die EM? Ich mich auch. Aber Vorfreude allein genügt nicht, um ein Fachmann zu sein. - Eine gewisse Kompetenz kann man auf verschiedene Art und Weise erreichen. Auch wenn man, zum Beispiel, das Marketing von Fussball-Junioren-Weltmeisterschaften im Fussball umsetzt. In Argentinien oder in Trinidad und Tobago. Oder wenn man zuständig ist für die «Club-Weltmeisterschaft» in Japan. Oder wenn man Marketingchef bei den Afrika-Meisterschaften im Fussball ist, usw.
(Das war ein kurzer Auszug aus meinem Lebenslauf.)
Verstehen Sie mich nicht falsch: Niemand verlangt, dass man alles à fond kennen muss, um in diesem Blog zu diskutieren. Um in Ihrer Art besserwisserisch dreinzufahren, könnte ein wenig mehr Lebenserfahrung und Grundlagenwissen nicht von Schaden sein.
Zum Schluss. Ich wiederhole: Die EURO2008 ist eine gute Sache; eine sehr gute sogar. Doch die massive Verschleuderung von Steuergeldern ist nicht nur unnötig - sie schadet dem Anlass.
2007-07-30 20:36:30
Mark (Deutschland) in der Schweiz - http://www.diw.de/deutsch/
Ich habe als Wissenschafter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin gearbeitet.
Die ausführliche Studie des Instituts kommt zu dem Schluss, dass die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 keinerlei nennenswerte positive gesamtwirtschaftliche Effekte bewirken konnte.
Die Ausgaben der ausländischen Besucher sind in der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung eine zu vernachlässigende Grösse im Promillebereich.
Trotzdem, liebe Schweizer, freut euch auf die Euro08, wenn sie da ist.
Dann kommt der Spass so oder so. Ihr müsst keine Angst vor "Zwangsprostitution" haben wie jemand weiter oben, aber hofft bitte auch nicht darauf, dass ein paar EM-Spiele eure Wirtschaft retten. Das habt ihr ja wohl auch nicht nötig.
2007-07-30 22:52:25
Christoph Landolt - http://www.jfsg.ch
Die EM kommt bestimmt. Die Hoffnungen und Befürchtungen sind im Vorfeld dieses grössten Anlasses der Schweizer Sportgeschichte gross. Wie immer hat die Medaillen zwei Seiten:
- Die EM dient als einmalige Möglichkeit, ins Schweinwerferlicht der Welt zu treten. Was aber die Gefahr birgt, dass uns mit Steuergeldern gezeigt wird, wo das Plus ist und dass wir Zürich leben. (Wohl nur ein weiteres Kapitel in der Entwicklung der Politik hin von Resultaten zu Zielen, von Realitäten zu Sprüchen...)
- Gewiss wird die eine oder andere Prostituierte während der EM Umsatz machen. Kunden und Huren freuts, und die Evangelikalen unter uns bekommen am Himmelstor wenigstens Vorzugsbehandlung, weil sie sich so rührend für die Moral einsetzen.
- Bars und Hotels machen einmal einen Sommer lang gutes Geld. Wie sich aber im Ausland wiederholt gezeigt hat, ist der Einfluss aufs BIP ist vernachlässigbar, ebenso auf die langfristigen Übernachtungszahlen.
- Um neue Stadien zu bauen braucht es die EM nicht. Anders als in anderen Ländern ist in der Schweiz der Wille, Bauland zu verschenken, auch ohne EM vorhanden. Immerhin scheint es aber so, dass diese neue Generation von Stadien danach rentabel betrieben werden können, was in Portugal oder Japan/Südkorea nicht der Fall war. Der Nutzen dieser Investitionen dürfte also nachhaltiger sein als die meisten anderen Ausgaben, die der Staat in diesem Land sonst tätigt.
- Fifa am Zürichberg und UEFA in Nyon geniessen eine einmalige Sonderbehandlung und sind, obwohl offensichtlich gewinnorientiert, steuerbefreit. Jedem wahren Liberalen stehen da die Haare zu Berge. Dafür dürfen wir uns im Glanz von Joseph S. ('Sepp') Blatter sonnen, dem besten Botschafter, den sich die Schweiz wünschen könnte.
- Die organisierende Uefa presst den Austragungsorten allerlei Zuwendungen ab und bürdet der Öffentlichkeit Sicherheitskosten auf, die sie als Veranstalterin eigentlich selbst übernehmen könnte. Das ist das Resultat, wenn inkompetente Politiker darüber urteilen, ob die Uefa wohl allen Ernstes die EM abzieht, wenn nicht gezahlt wird...
Es zeigt sich mehr und mehr, dass Sportanlässe nur noch an Staaten vergeben werden, die den Funktionären und ihren Organisationen das Leben so exklusiv wie möglich versüssen. Ob Formel 1, Winter-Olympiade oder EM: Das Muster ist überall dasselbe. Wenn wir in Zukunft weiter solche Events im eigenen Land haben wollen, bleibt uns wohl nichts, als zu bezahlen. Aber wir könnten wenigstens jeweils nicht grad kapitulieren, wenn die Interessen der Steuerzahler betroffen sind.
Die EM ist also ein ordnungspolitischer Sündenfall. Einmal mehr. Solange Politiker aller Gattungen aber weiterhin Steuergelder für Bauern, Tourismus, Spitäler, öffentlichen Verkehr, Airlines, noch eine Expo und den ganzen fetten, enorm ineffizienten Sozialstaat fordern, solange kommt es auf die (im Vergleich dazu bescheidenen) paar Millionen für die EM auch nicht mehr drauf an.
Wer irgendeine der oben aufgeführten Interessengruppen mit vom Bürger hart erarbeiteten Steuergeldern beglücken will, möge sich zu Recht über gewisse Nebenwirkungen der EM aufregen, soll daneben aber das Fest trotzdem geniessen und sich bei Gelegenheit mal Gedanken über den Dreck vor der eignen Tür machen.
2007-07-31 07:16:58
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
Sehr geehrte Herren Christoph Landolt und Mark
Hut ab für Ihre Beiträge! Viele andere Menschen (vor allem Politiker und Funktionäre) schaffen es nicht, bei den Zahlen nüchtern und analytisch zu bleiben. Vor allem dann nicht, wenn das Thema an sich schon Emotionen weckt.
Das ist im Sport und in der Kultur der Fall. Deshalb kommen diese beiden Bereiche dem Steuerzahler vielfach teurer als nötig.
2007-08-03 15:09:19
Nenzi
Büchel, wenn du so immer so angriffig bist und zu wenig konsensfähig, kommst du sicher nicht in den ständerat. Dazu braucht es nämlich die unterstützung von verschiedenen parteien.
2007-08-06 06:55:14
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
Geschätzte/r Nenzi
Sie haben Ihren Beitrag "Roland Rino Büchel, Ständerat" auch in meinem anderen Blog "Das Rütli, der 1. August, Dr. Rauh und die Rechnung" veröffentlicht.
Ich weiss nicht, an welchen Sitzungen Sie dabei waren oder von wem Sie eine solche Information zur Nomination haben.
So viel sei verraten: Die SVP stellt ihren Ständeratskandidaten am 15. August 2007 in Wattwil auf. Es wird ein guter Mann sein. Er heisst nicht Roland Rino Büchel. - Ich kandidiere für den Nationalrat.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-08-08 11:39:23
Andreas Schwarz, NR-Cand, JF Werdenberg-Sarganserland - http://www.jfws.ch
@Herr Büchel
Sehr geehrter Herr Weltenbürger
Bitte entschuldigen Sie höflichst mein dummes Geschwätz. Wie komme ich nur dazu als junger Student etwas zur Diskussion beitragen zu wollen. Und dann schiesse ich auch noch gegen einen Fachmann und liefere Ihm einen Steilpass zur Auflistung seines Lebenslaufs...
Diese Zeilen dürfen sie gerne
als ironisch taxieren, werter Herr! So was überhebliches hab ich ja schon lange nicht mehr erlebt..!
Ich klinke mich nun wieder aus dieser Scheindiskussion aus und überlasse Ihnen gerne diese Bühne...
2007-08-08 11:52:05
Andreas Schwarz, NR-Cand, JF Werdenberg-Sarganserland - http://www.jfws.ch
...den Kann ich mir trotzdem aber nicht verkneiffen: Zitat aus Blog zum Rütli, von Herrn Kantonsrat und NR-Kandidat Büchel:
"3. Zu Ihrer Frage: Auch bei einem Anlass wie dem WEF vertrete ich die Ansicht, dass die privaten Veranstalter für die Organisations- und Sicherheitskosten auf dem «Veranstaltungsgelände» selbst aufzukommen haben. Das ist in diesem Fall die ganze Stadt Davos."
...na, da hat der Fachmann dann doch auch ein paar Lücken...
2007-08-09 18:32:02
Roland Rino Büchel - http://www.rolandbuechel.ch
Geschätzter Herr Schwarz
Ein verbaler Schlagabtausch ist für die Blogger dann lesenswert, wenn die richtigen Fakten und gute Argumente verwendet werden - denke ich.
Dabei kann man auch einmal etwas vom Grundthema abweichen - das passt Ihnen nicht. (Zumindest dann, wenn andere es tun.) In Ihrem Beitrag vom 25. Juli kritisierten Sie deshalb die verschiedenen Diskussionsteilnehmer massiv.
Gestern (11.52h) haben Sie sich weiter vom Thema entfernt als jeder andere Schreiber davor. Ich kann schlicht nicht nachvollziehen, was Sie zum Thema «WEF Davos» sagen wollen. Bringen Sie Ihre Kritik am richtigen Ort an. Dann können wir dort weiterdiskutieren.
Zu Ihrem Urteil über mich. Ich bin mit Ihnen einverstanden. Mir geht es wie vielen anderen Menschen: Selbstverständlich habe ich Lücken. Ich bin froh, wenn ich die eine oder andere davon füllen kann. Auch - zum Beispiel - mit Ihrem besseren Wissen. Aber jetzt zum Thema, das hierher passt:
1. Ihr Beitrag vom 25. Juli:
Jeder kann Ihren Kommentar und meine Antwort vom gleichen Tag lesen und ist frei, sich selbst eine Meinung über die Qualität des Inhalts bilden.
2. Wo sind Ihre Argumente?
Unter sechstens habe ich Sie vor zwei Wochen gebeten, meine Punkte zu widerlegen. Nochmals: Wenn Ihnen das gelingt, dann nennen Sie mich einen "Zeusli", taxieren Sie mich als "überheblich" oder als was auch immer. Geben Sie Vollgas. Zeigen Sie, was Sie verbal drauf haben! - Ohne gute Argumente jedoch machen Ihre Sprüche keinen Sinn.
3. Die Diskussion: Wer trägt was bei?
Wir haben bis jetzt kaum etwas Konstruktives von Ihnen zu lesen bekommen. Ist das meine Schuld oder denken Sie gar, dass die anderen Blogger dafür Verantwortung tragen müssen?
4. Leistungsausweis:
Habe ich mich jetzt auch noch zu entschuldigen, weil ich in meinem Leben ein paar Dinge zustande brachte?
5. Die Wahlen und die Auswahl:
Sie kandidieren für den Nationalrat. Genau wie ich. In St. Gallen hat jede/r Stimmberechtigte die Möglichkeit, am 21. Oktober zwölf Namen auf die Wahlliste zu setzen. Einige werden «Schwarz» schreiben. Viele werden «kumulieren» und zwei Mal meinen Namen aufnotieren wollen. Diesen kann jeder auf der Liste der SVP finden. Das ist die mit Abstand wählerstärkste Partei im Kanton.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-08-13 12:03:35
Trans Parenz - http://--
Wenigstens ein Jung-FDPler der sich von der SVP klar abgrenzt. Mit Typen wie Landolt ist das ja nicht mehr möglich. Die sind für noch weniger Staat als die staatszerstörerischen SVP-oberkämpfer.
Das müssen die Wähler wissen denn Transparenz muss sein!
2007-08-13 18:53:27
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
@Trans Parenz
Herr Landolt kann sich selber wehren. Der junge Mann ist nun wirklich nicht auf den Mund gefallen. Mein Respekt dafür - obwohl er und ich zu gewissen Themen verschiedener Meinung sind.
Andreas Schwarz ist Ihr Paradebeispiel für einen sich von der SVP abgrenzenden, «quasi guten» Jungfreisinnigen. Diesen Eindruck habe ich zumindest. Sollte dieser falsch sein - Sie müssten mich korrigieren.
Ihm habe ich weiter oben (am 9. August) eine Antwort gegeben und ihn gebeten, seine Kritik an meiner Aussage zum «Veranstaltungsgelände» vom WEF in Davos fassbar zu machen. Und zwar am richtigen Ort (in meinem "Rütli-Blog"). Dann wäre die Sache auch für die Leser nachvollziehbar. Bis jetzt habe ich vergeblich gewartet.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-08-25 11:45:46
Kurt Baumgartner
Herr Büchel. Mit der Politik der SVP bin ich meistens nicht einverstanden. Aber fair darf man trotzdem sein: Sie machen es ihren Gegnern nicht leicht und geben den Bloggern gute Informationen.
Mich interessiert eine Frage, auch wenn sie nicht 100% hierher passt: Wie stehen sie zur Frage Kunst oder Naturrasen am Beispiel St. Gallen.
2007-08-26 19:54:42
Paul Dope - http://;
Die SVP-Schwinger dopen (sogar ein Todesfall) und brauchen beim heutigen grossen eidgenössischen Fest wohl auch sehr viel Geld für die Sicherheit. Dieses Steuergeld nützt bei der EM klar mehr, denn die EM hat eine Wirkung: sie steht für eine weltoffene Schweiz und ist etwas Anderes als das Einigeln der Möchtegern-Traditionalisten in Ihren Unterhosen über den Hosen.
2007-08-26 20:19:19
Josef Dudli - http://www.cvp-werdenberg.ch
Trotz Uebereifer im Wahlkampf sollte man den Anstand und Takt beibehalten. Und es ist absolut unangebracht, einem tragisch an einem Herzanfall verstorbenen jungen Menschen einfach zu unterstellen, sein Tod sei durch Doping selbst verschuldet. Die miese Klammerbemerkung im Beitrag vorhin ist nicht akzeptabel, welche politsche Couleur man immer auch vertritt.
2007-08-26 21:01:38
Christian Hacker, Nationalratskandidat, Liste SP inter.national - http://www.christian-hacker.ch
@ Paul Dope
Bestimmt gibt es auch im Kreise der Schwinger solche, die mit unerlaubten Mitteln nachhelfen. Mit Ihrer politischen Ausrichtung das aber wohl weniger zu tun.
Auch wehre ich mich dagegen, den traditionellen Schwingsport einfach der SVP abzutreten - genau so wenig wie das Rütli!Übrigens ist der Appenzeller Ernst Schläpfer, Schwingerkönig 1980 und 1983, SP-Mitglied.
Aber vielleicht kann Herr Büchel ja in Erfahrung bringen, was das Eidgenössischen Schwingfest in Aarau den Steuerzahler gekostet hat.
2007-08-27 23:12:58
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
@Josef Dudli
Danke, lieber Kantonsratskollege Sepp. Deine Antwort an Mr. «Dope» passt. Ich habe nichts hinzuzufügen.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-08-27 23:23:02
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
@Herrn Baumgartner
Sehr geehrter Herr Baumgarnter
Kunst- oder Naturrasen? Da scheiden sich die Geister. Ich persönlich bin klar für das natürliche Grün. Es gibt zwar Umstände, unter denen ein Kunstrasen Sinn machen kann - in St. Gallen aber nicht.
Darum war es ein guter Entscheid der Verantwortlichen, auf den Gärtner und nicht auf den «Gummi-und-Plastik-Techniker» zu setzen.
Stellen Sie sich vor: Die Bauarbeiter geben Gas und die AFG-Arena wird noch vor der Euro2008 fertig. Glaubt jemand ernsthaft, dass auch nur eine der 16 qualifizierten Mannschaften ihre Vorbereitungsspiele auf dem St. Galler Kunstrasen austragen würde? Unter komplett anderen Bedingungen als an der EM?
Auch später wird kaum jemand seine Länderspiele auf einer solchen Unterlage austragen wollen.
Es hat seinen Grund, dass unsere Nationalmannschaft jeweils in Basel oder in Genf spielt - und nicht im Berner "Stade de Suisse". Das "Stade de Genève" und das Basler "Joggeli" verfügen über einen Naturrasen, Bern hat Plastik.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-08-28 07:12:02
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
@Christian Hacker
Es ist noch etwas früh. Um diese Zeit nehmen die Staatsangestellten das Telefon nicht ab... Ich kann deshalb Ihre Frage, ob das «Eidgenössische» den Steuerzahler etwas gekostet hat (oder wie viel), jetzt nicht beantworten.
- Ich selbst hatte nichts mit der Organisation dieses gelungenen Fests zu tun. Es ist beeindruckend, wenn an einem Wochenende 200'000 ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen und es dabei keine Probleme mit der Sicherheit gibt.
- Bei den Schwingern wird weder geklaut, vandalisiert noch gibt es Schlägereien.
Zurück zu den öffentlichen Kosten und Eingriffen in die Gewerbefreiheit:
Klar ist, dass die Veranstalter des "Eidgenössischen"
a) die Auslagen für die Sicherheit auf dem Gelände und die Promotion des Anlasses selber tragen.
b) wegen des «Eidgenössischen Schwing- und Ãlplerfestes» keine Ãnderungen der bestehenden schweizerischen Gesetze gefordert hatten.
c) nicht hingingen und Geld forderten, wenn sich Menschen irgendwo in der Schweiz versammelten, um die spannenden Kämpfe auf einer Grossleinwand zu verfolgen.
All dies ist bei der EURO 2008 anders. Und das ist nicht recht.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die EURO 2008 ist eine gute Sache. Dass unsere nationalen und städtischen Politiker jedoch über ihre Beamten katastrophal verhandeln, sich von gewieften fussballerischen Funktionärsfüchsen auf der Nase herumtanzen lassen und damit die Millionen der Steuerzahler lockerst verschleudern - das ist ein ernsthaftes Problem.
Wir werden ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Und wir werden von der internationalen Funktionärselite nicht für voll genommen. Die Organisatoren früherer Fussball-Europameisterschaften lachen gar offen über das unkluge Verhalten der Schweizer Politik und das «Verhandlungsgeschick» unserer Beamtenschaft im Zusammenhang mit der EURO 2008.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-08-28 10:09:51
Dominik Fitze, Präsident der Juso Thurgau - http://www.thurgau.juso.ch
herr büchel,
ihre argumentation betreffend kunst- oder naturrasen ist überflüssig und hat nichts mit politik zu tun. sie kommen mir wie einer der ihnen wahrscheinlich verhassten intellektuellen wie ich vor, die sich überall einmischen, wo sie keine ahnung haben...
2007-08-28 22:56:52
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
Sehr geehrter Herr Fitze
Gestern habe Ihnen in meinem anderen Beitrag «Doping rein? - Kohle raus!» das «Du» angeboten. Sie haben es nicht angenommen. Wollen Sie die «bösen Feinde» lieber siezen? Von mir aus. Kein Problem.
- Jetzt jedoch zu Problem Nummer eins:
Jemand hat in diesem (meinem) Blogbeitrag eine Frage gestellt. Ob diese passend war oder nicht - ich habe sie beantwortet. Sie schreiben rotzfrech, dass ich dies nicht hätte tun dürfen. Lieber Junge. In wenigen Wochen werde ich 42 Jahre alt. Ich habe bisher in 19 Ländern auf vier Kontinenten gearbeitet, Projekte geleitet und vielen Menschen zu Arbeit verholfen. Gestatten Sie mir bitte, dass ich nicht jeden Morgen aufstehe und darauf warte, bis mir ein Schulbub sagt, was ich zu tun habe und was nicht...
- Nun zu drei weiteren Problemen:
Dazu habe ich Ihre Beiträge eins zu eins kopiert:
"die jusos - oder wir jusos - fordern vom schweizer bürger das einzig richtige"
(von Ihnen am 4.8.2007 geschrieben)
"gerade durfte ich im wirtschaftsunterricht von einer dame der wirtschaftsförderung erfahren, der thurgau gibt pro kopf am drittwenigsten aus in der schweiz und ist, wenn man die schweizer kantone nicht beachtet, die 5tgünstigste steuerdestination in europa, mit schweizer kantonen vielleicht die nummer 10. ich sehe also keine veranlassung, die steuern zu senken, und gleichzeitig meiner schule (ksk) und allen anderen gymnasien 5 % des budgets zu kürzen."
(von Ihnen am 16.8.2007 geschrieben)
"vielleicht täte ihnen die lektüre des gesamten werkes und ncith einiger ihnen gefallenden stellen gut."
(von Ihnen am 17.8.2007 geschrieben, mit Bezug auf den Koran)
- Was kann ich daraus schliessen?
1. Sie wissen, was das einzig Richtige ist. Und «fordern» etwas (was auch immer) vom Schweizer Bürger. - Mutig. Jedoch voll daneben.
2. Sie gehen offenbar noch in die Kantonsschule und erlangen Ihre wirtschaftliche Kompetenz aus Aussagen von Wirtschaftsförderungs-Damen. - Weltbewegend.
3. Sie geben Empfehlungen zur Lektüre religiöser Bücher ab. - Von mir aus.
- Büchels Vorlieben
Sie glauben, etwas über meine Sympathien und Antipathien zu wissen und schreiben: "sie kommen mir wie einer der ihnen wahrscheinlich verhassten intellektuellen wie ich vor, die sich überall einmischen, wo sie keine ahnung haben"
1. Ich weiss nicht, wie sie «intellektuell» definieren. Teil eins Ihrer Mutmassung ist auf jeden Fall falsch - ich «hasse» keine Menschen.
2. Sie bezeichnen sich selbst als "Intellektuellen". Jetzt brauche ich definitiv eine Beschreibung. Mich interessiert, was Sie mit dem Begriff meinen und welches die Kriterien sind, um sich für diesen «Club» zu qualifizieren.
3. Trotz Ihrer Mutmassung: Ich mische mich nicht ein, wenn ich «keine Ahnung»habe. Als Zuständiger für das Marketing verschiedener Grossanlässe im Fussball (Junioren-Weltmeisterschaften, Afrika-Meisterschaft, Club-Weltmeisterschaft) denke ich jedoch, über eine "Minimalkompetenz im Fussball" zu verfügen.
Zum Schluss - und diese Frage brennt mir wirklich unter den Nägeln: Was ist eigentlich ein «Intellektueller?» - Können Sie, Herr Fitze, mir das erklären? Oder gibt es einen anderen Blogger, der mir eine Antwort geben kann?
Das war jetzt ein etwas längeres "Gute-Nacht-Gschichtli". Sie sehen: Ich nehme mir auch Zeit für die politischen Gegner. Sogar dann, wenn die Argumente nicht stichhaltig sind. Wie bei Ihnen, Herr Fitze.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-09-02 16:13:45
Kurt Baumgartner - http://---
Der Kommentar von Herrn Fitzi ist wirklich überflüssig. Ich stelle die Fragen, die ich will und bin froh, wenn ich eine kompetente Antwort erhalte.
zu Herr Büchel / ich kann nicht verstehen, weshalb für sie weniger als 200 Millionen zu viel sind für einen so grossen Anlass wie die EM vom nächsten Jahr.
2007-09-04 07:54:09
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
Sehr geehrter Herr Baumgartner
Ich war am letzten Freitag an der «Parlamentariertagung Sport» in Magglingen. Auch Kantonsrat und Stadtparlamentarier Albert Nufer war dabei.
Als Antwort auf Ihre Aussage zitiere ich Ihnen am besten den Zeitungsbericht dazu. Es geht um einen Ausschnitt aus dem Rededuell mit dem "Turnierdirektor Schweiz".
- Kantonsrat Roland Rino Büchel verfügt über eine weltweite Erfahrung mit Sportanlässen (Olympische Spiele, Fussball, Ski alpin). Er verlangte von Christian Mutschler eine Übersicht über das Steuergeld, welches von Bund, Kantonen und Städten ausgegeben wird.
"186 Millionen Franken sind für so einen Anlass nicht viel", meinte der Turnierdirektor aus Basel. Büchel erwiderte: «Das macht mehr als 12 Millionen Franken pro Match. (Für jedes einzelne Spiel also mehr als das gesamte Jahresbudget des FC St. Gallen). Das ist völlig übertrieben. Es kann nicht angehen, dass steuerbefreite Verbände wie die UEFA fette Gewinne einstreichen - jedoch die Organisations- und Propagandakosten uns Steuerzahlern aufhalsen.«
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-09-08 15:35:45
Faktotum
Herr Büchel!
Versuchen wir es einmal. Selbstverständlich sind für einen einfach strukturierten SVPler 186 Millionen plus plus zu viel. Diese Summe entspricht aber dem Wert der Veranstaltung, für die sich die Schweiz oder präziser der SFV völlig frei und ohne den Zwang fremder Vögte beworben hat mit dem Segen des Staates. Vergessen Sie die Steuerdiskussion um FIFA, UEFA und die anderen Sportverbände. Sie und Ihre Partei stehen für Steuerwettbewerb ein und diese Organisationen sind nur zum Nulltarif zu haben und wir wollen sie ja. Verbesserungspotential sehe ich im Marketing. Da könnten Sie uns vor den unsäglichen und viel zu vielen Slogans bewahren, dafür würde ich Sie sogar in den Nationalrat wählen (als Ersatz für einen bisherigen SVP-Vertreter). Selbst die in diesem Bereich als stoffelig bekannten Deutschen haben etwas griffiges hingekriegt. In diesem Sinne
"grüezi - servus, das passt".
2007-09-11 12:06:36
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
@Faktotum
1. Gelbe Karte?
Was heisst hier die gelbe Karte? Für vieles, was Sie im Namen von Markus Meli geschrieben haben, gehört Ihnen mindestens "Gelb-Rot". Aber lassen wir das. Man sieht, dass es auch anders geht. Danke.
2. Die Bewerbung für die EURO 2008
Ich sehe, dass Sie nicht ganz nachvollziehen können, wie so eine Bewerbung abläuft. Das nehme ich Ihnen nicht übel. Es ist tatsächlich schwer zu verstehen, denn vieles spielt sich leider nicht an der Oberfläche ab.
3. Zu den Steuern und zur Kontrolle der grossen Sportverbände
Zur Steuerbefreiung habe ich mich schon geäussert. Mein Standpunkt ist klar - ich werde mich an dieser Stelle nicht wiederholen. Ein noch grösseres Problem ist die mangelnde Kontrolle der internationalen Verbände. Das sind meistens Vereine nach Art. 60 ff. ZGB. Obwohl sie Milliardenumsätzen machen, werden diese so kontrolliert wie der Kegelclub in Ihrem Dorf, ein Fussballclub der fünften Liga oder eine Knabenmusik. Das ist nicht gut und bietet korruptionsanfälligen Sportfunktionären unnötige Anreize für ein übles Tun.
4. Zu den Kosten und zum Marketing
Nicht die Sicherheit, sondern die unsäglichen Slogans/Sprüche und das unnötige Marketingbrimborium in den Städten verursachen einen Grossteil der 182 Millionen Franken Kosten. (Die 186 Millionen von Herrn Mutschler stimmen übrigens nicht. Auf ein paar «Milliönchen» scheint es gewissen Herren jedoch nicht anzukommen.)
5. "Der Segen des Staates"
Der von Ihnen erwähnte Segen des nationalen Parlamentes belief sich ursprünglich auf genau 3.5 Millionen Franken. Das war in der Junisession (Nationalrat) und in der Septembersession (Ständerat) 2002. Ich habe das am 20. Juli 2007 in diesem Blog erwähnt.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-09-11 17:59:46
Faktotum
@Herr Büchel
Drehen wir den Spiess mal um, vielleicht sehen Sie ein, dass ich vieles mehr nachvollziehen kann, als Sie denken.
1. Bewerbung
Die Bewerbung war ein freier Entscheid des SFV. Sicherlich haben gewisse Gemeinsamkeiten zwischen der schweizerischen und österreichischen Präsidentschaft eine Rolle gespielt, dennoch wurde der SFV durch niemanden mit dem Maschinengewehr gezwungen, sich für diese EM zu bewerben.
2. Steuerbefreiung
Wären die Verbände nicht Vereine nach Art. 60 ff ZGB, dann hätten wir mit jedem einzelnen Verband ein Sitzplatzabkommen (accord de siège) abzuschliessen. Nur ein solches Abkommen würde ermöglichen, die Verbände in der Schweiz zu behalten. Andere Länder wären nur zu gerne bereit für die Schweiz in die Bresche zu springen. Ein Sitzplatzabkommen hätte zum Teil weitergehende Konsequenzen. Akzeptieren Sie in diesem Bereich auch den Wettbewerb, den Sie gerne an anderer Stelle predigen.
3. Slogan/Sprüche
Hier sind wir einer Meinung. Als Fachmann in Sportmarketing werden Sie mir Recht geben, dass die bis jetzt bekannten Slogans technich unter "aller Sau" sind. Der "value for money"-Gedanke wird schlecht umgesetzt, da besteht kein Zweifel.
4. Der Segen des Staates
Die 3.5 Millionen sind mir bekannt. Es war auch den Verfasser der seinerzeitigen Botschaft klar, dass dieses Geld nie reichen wird. Hätte man damals mit der Kostenwahrheit hausiert, wäre das Projekt unter Umständen bachab gegangen. Allerdings ging man zu Beginn in jedem Fall von geringeren Summen aus, als sie jetzt budgetiert sind. Wir sprechen allerding nur von Budgetwerten. Dieses Geld ist weitgehendst noch nicht ausgegeben worden. Im Budgetierungsprozess haben die verantwortlichen Personen immer die Tendenz grosszügig zu rechnen. Es ist zu erwarten, dass die effektiven Kosten weit tiefer ausfallen werden.
2007-09-13 22:55:30
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
@Faktotum
Keine Angst, ich habe schon gespürt, dass bei Ihnen mehr Substanz
vorhanden ist als bisher offenbart. Um diese herauszubringen, musste ich Sie halt ein wenig kitzeln.
Ich gehe auf Ihre Punkte eins und vier ein.
zur Bewerbung:
Selbstverständlich mussten die Verbandsfunktionäre nicht zur Kandidatur gezwungen werden. Weder mittels «Maschinenpistole» (wie Sie sagen) noch mit dem Messer oder irgend einer anderen Waffe. Logisch, dass der Schweizerische Fussballverband die EURO 2008 wollte. Klar auch, dass aus der Sicht des Veranstalters möglichst viele Kosten zu Lasten des Steuerzahlers anstatt zu Lasten des Verbandes gehen sollten. Das ist ein normales Spielchen. Normal von mir aus - gut trotzdem nicht.
zum "Segen des Staates"
Wollen Sie mit Ihrem Kommentar sagen, dass Volk und Parlamentarier angelogen werden müssen, damit ein Anlass wie die EURO 2008 in der Schweiz stattfinden kann?
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-09-14 21:48:58
Faktotum
Wenn die Substanz ruft, dann wird auch der Herr Büchel dünner. Lieber Herr Büchel, ich will nur sagen, dass in diesem Land die Verwaltung die Politik bestimmt und durchaus auch taktieren kann. Die Steilvorlage mit den 3,5 Mio lieferte seinerzeit der SFV, der naiverweise oder allenfalls mit Weitsicht nicht mehr einforderte. Ist der Anlass einmal da, dann ist die Genehmigung von Zusatzkrediten so sicher wie das Amen in der Kirche.
2007-09-15 02:08:51
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
Liebe, Lieber oder Liebes Faktotum
Es ist spät. Möglich, dass ich nicht mehr alles begreife. Ihren ersten Satz schnalle ich bei bestem Willen nicht. Sie werden mir das sicherlich erklären.
Ihre Aussage, dass die Verwaltung die Politik diktiere, deckt sich leider mit meiner Erfahrung. Schlimmer noch - die Regierungen dominieren zusätzlich die Parlamente. Das muss und darf nicht sein. Es ist Gift für die Demokratie.
Wir dürfen das nicht einfach so hinnehmen. Klicken Sie auf www.rolandbuechel.ch - und Sie sehen, dass es auch anders geht. Ich sei «unerschrocken und unbequem» hat ein bekannter St. Galler Journalist letzte Woche geschrieben. Das ist - nebenbei - ein weiterer Grund, mich zwei Mal auf Liste 2 zu setzen.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-09-15 14:25:29
Faktotum - http://;
Lieber Herr Büchel
Ich meinte nur, wenn der Leser am Substanzrad dreht, dann wirken Sie in Ihren Antworten weit weniger belehrend als anders herum. Ihre Homepage habe ich mir angeschaut. Passen Sie auf, wenn Sie von Ihrem Ausritt in den diplomatischen Dienst schwärmen. Erstens haben Sie meistens die Pässe verlängert oder die Buchhaltung gemacht auf verschiedenen Generalkonsulaten und die diplomatische Etage an der Rue de Grenelle oder Avenida Santa Fé werden Sie kaum all zu oft von ganz Nahe gesehen haben. An der Rue de Grenelle mussten Sie sogar einen anderen Eingang benützen. Ich rate Ihnen dazu zu mehr Vorsicht auch im Umgang mit der Presse. Ich kann Sie übrigens nicht nur einmal wählen, dafür sind Sie in der falschen Partei. Sie wohnen doch im St. Galler Rheintal. Da könnten Sie mir noch die Frage beantworten, weshalb die Österreicher uns Schweizer in gewissen Statistiken überholt oder zumindest eingeholt haben, trotz EU-Mitgliedschaft. Wäre doch interessant wegen Ihres Vertrages mit dem Volk.
2007-09-15 18:22:36
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
Liebe, Lieber oder Liebes Faktotum
Es ist lustig, wenn sich politische Gegner verkrampfen, nervös werden und Ihre Zeit nutzen, anonym zu bloggen.
Oder sind es gar die politischen Möchtegern-Berater (die von mir allesamt kein Mandat bekommen haben), welche ihre Spielchen aus dem Schatten heraus treiben, meine Plakate besudeln, mein Auto zerkratzen und es dann und wann mit einem anonymen Anruf versuchen? Ich weiss es nicht. Und es ist mir egal. Grosse Nummern spielen keine anonymen Spielchen.
Eigentlich macht es keinen Sinn, all zu weit vom Thema abzuschweifen. Schliesslich handelt es sich um den Blog "Euro 2008".
Aber wenn Sie es unbedingt wollen - picken wir einmal die Büroräumlichkeiten heraus, wo ich für Konsulate, Generalkonsulate und Botschaften arbeitete. (Das scheint Sie zu interessieren.) Ich war damals zwischen 23 und 26 Jahre alt und - richtig - noch nicht Botschafter.
Botschaft Buenos Aires:
Im Hochhaus an der Avenida Santa Fe 844 gab und gibt es immer noch Botschafts-Büros auf verschiedenen Stockwerken. Da liegen Sie richtig. Zwei Häuser weiter genoss ich jeden Morgen vor der Arbeit den besten Kaffee überhaupt. Ausser am Mittwoch wurde er jeweils serviert von einer der hübschesten Serviertöchter, die ich je gesehen habe. Am «Miércoles» ging Dolores an die Uni und studierte Mathematik. Es war mein koffeinfreier Tag...
Ich arbeitete im 10. Stock, im gleichen Büro wie die Generalkonsulin. Auf dem 11. Stock waren die Räume der damaligen "Swissair". Der Botschafter arbeitete im 12. Stock. Dieses Büro wird ab dem nächsten Jahr von Ex-Bundesanwältin Carla del Ponte besetzt. (Da musste der Bund auf die Kosten von uns Steuerzahlern noch jemanden "versorgen".) Ich hatte hervorragende Chefs in Argentinien. Weil ich ein Optimist bin, hoffe ich, dass die jetzigen Angestellten das ab dem nächsten Jahr auch sagen können.
Botschaft Paris:
Es gibt verschiedene Gebäude dort. Ich nahm jeden Morgen den gleichen Eingang wie der Generalkonsul. Der Botschafter kam später und benutzte eine andere Türe, die Putzfrau auch. Sie haben also Recht mit Ihrer Eingangsgeschichte. Allerdings «musste» ich nicht diesen oder jenen Eingang nehmen. Ich entschied mich für den praktischen, die Putzfrau und der Botschafter wählten den edlen. Das machte den beiden Personen Freude. Ist doch gut so.
Generalkonsulat Marseille:
Das Generalkonsulat befindet sich an der rue d'Arcole. Die Hausnummer weiss ich nicht mehr - war es die Nr. 7? Ich wohnte beim "Vieux Port". Traumhaft.
In Marseille trennt der «Vieux Port» die Stadt mehr oder weniger in zwei Teile. Das Araberviertel befindet sich vom Meer her gesehen auf der linken Seite, die Stadtteile mit den Franzosen liegen auf der rechten Seite. Im Jahr 1991 hatte das eine spezielle Bedeutung. Damals wütete der zweite Golfkrieg.
Alle hatten Angst, sich ins Araberviertel zu begeben. - Ich schwamm gegen den Strom und verbrachte den grössten Teil meiner Freizeit dort. Logisch, dass in jener Gegend kein einziger Bombenanschlag verübt wurde. Auf der anderen Seite «chlepfte» es fast täglich irgendwo.
Konsulat Venedig:
Die Büros befinden sich auf dem Campo S. Agnese. Der alte «Palazzo» war im Jahr 1989 zwar baufällig, strahlte jedoch einen ganz speziellen Charme aus. Das war meine erste Stelle beim Aussenministerium, damals war ich Stagiaire.
Sie haben Recht. Da musste ich auch lernen, Pässe auszustellen oder zu verlängern und die Buchhaltung zu machen. Diese Arbeit habe ich sonst an keinem anderen Ort gemacht. Ich habe eher wenig Talent für Administratives.
Generalkonsulat Mailand:
Da sind die Büros auf einem Stock des Hochhauses an der Via Palestro 2 untergebracht. Der Pförtner schwärmte von der AC Milan und wollte mich mit seiner Schwester verkuppeln - ich blieb Inter Mailand und meiner Freundin treu. Eines war schwierig - eines nicht. Was und was? Für einen derart detektivischen «Sucher» wie Sie kann es kein Problem sein, die Lösung zu finden
Damit wären wir wieder beim Fussball, dem Leben (und der Politik). Ich hoffe, dass es in diesem Blog damit weitergeht.
Roland Rino Büchel
(Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)
2007-09-15 20:53:57
Faktotum
Lieber Herr Büchel
Nervös bin ich nicht und verkrampft auch nicht. Ich blogge annoym, weil ich mich vor Ihren Kampftruppen schützen muss. Lukretia Meier-Schatz und andere mehr lassen dabei grüssen. Aber lassen wir das.
Vielen Dank für die vielen Informationen. Im 12. Stock an der Avenida Santa Fe wird jetzt sicherlich bald ein Indoor-Pool eingebaut werden, auf Kosten des BBL, nachdem es ja Ihrem Chef gelungen ist, den Budgetposten endlich an das EDA abzutreten, zumindest ab dem nächsten Jahr. Im Moment bezahlt er immer noch drei Bundesanwälte, die jetzt durch geringere Einsatzzeiten der Putzfrauen kompensiert werden. Wenn Sie nur im jetzt geschlossenen Konsulat in Venedig die Pässe ausstellten und verlängerten und die Buchhaltung führten, dann frage ich mich schon, was Sie denn an den anderen Orten den ganzen Tag gemacht haben. Die in Ihrer Homepage erwähnten Spezialaufgaben erinnern mich spontan an einen weiteren SVP-Geheimplan, wobei mit Dolores noch etwas "James Bond Atmosphäre" aufkommt, was bei Holenwegers Rundwanderungen in der Stuttgarter Innenstadt vollkommen abgeht.
Zurück zur EM, die Frage zu unserem Partner Österreich haben Sie mir noch nicht beantwortet.
2007-09-16 21:48:18
Kurt Baumgartner - http://---
an Herrn "Faktotum"
Es ist wirklich langweilig mit ihnen. Geben sie doch Herr Büchel nicht immer die Gelegenheit, seinen Standpunkt zu bringen. Greifen sie lieber andere von der SVP an, die nicht so antworten können wie Büchel! Das dient uns von den Mitteparteien sicher nicht.
Wenn sie schon so ein grosser EU-Freund sind, holen sie sich in dieser Zeit wirklich nicht viele Sympathien. Beweisen sie ihre Aussagen. Bei uns im Betrieb habe ich nicht den Eindruck, dass es den Voralrbergern so gut geht. Sonst würden sie nciht alle im Rheintal arbeiten wollen.
Zum Schluss schreiben sie wenigstens die Namen richtig. Die mutige St. Galler Politikerin heisst Luchrezia Meier-Schatz.
2007-09-17 19:34:19
Faktotum
Lieber Herr Baumgartner
Sie heisst effektiv Lucretia Meier-Schatz, wir irren uns beide in der Grössenordnung von einem Buchstaben. Ich habe das Gefühl, dass Herr Büchel in seinen Antworten durchaus schmalbrüstiger geworden ist.
Im übrigen liegt Österreich, Bayern und Baden-Württemberg nach OECD-Statistiken vor der Schweiz. Dies dürften auch Sie mitbekommen haben, war ja gross in den Zeitungen kommentiert. Wenn Büchel dafür keine Erklärungen hat, dann vielleicht Sie? Im übrigen war vor kurzem auch im Tagblatt zu lesen, dass sich die Lohnkosten in Vorarlberg sich denjenigen im Rheintal immer mehr angleichen. Wer nun berücksichtigt, dass die Preise für Lebensmittel in Bregenz, Dornbirn etc. günstiger sind als in der Schweiz, kommt man leicht zum Schluss, dass dem Vorarlberger mehr Geld in der Tasche bleibt, selbst wenn der Lohn geringfügig kleiner ist. Ein Grund dafür liegt nicht nur im EU-Beitritt sondern an unserer Politik der hohen Preise, die in erster Linie von der SVP getragen wird, da die Partei ihre Gewerbler und Bauern nicht verärgern will. Die SVP stiehlt uns die Kaufkraft weg.
2007-09-18 16:38:48
Harry aus Steckborn
Anonymes Faktotum, sie nerven. Da gehe ich mit Herrn Baumgartner einig. Ich weiss gar nicht, was sie immer von Spezialaufgaben schwafeln, die fast 20 Jahre zurückliegen. Wenn ich auf den Lebenslauf auf seiner Homepage gehe, steht da: "Einsätze in den Botschaften/Konsulaten von Venedig, Marseille, Mailand, Buenos Aires, Paris und am Hauptsitz in Bern."
Ich nehme nicht an, dass die Schweiz Büchel als "Mini-James Bond" eingesetzt hat. Und ich denke auch nicht, dass er einfach nur ein bisschen Däumchen gedreht oder an Cocktail-Parties teilgenommen hat wie man es vielen Beamten beim Aussenministerium nachsagt.
Und noch etwas: Wenn sie schon so superintelligent sind und andere gerne korrigieren, dann machen sie es bitte richtig. Wenigstens haben sie sich gesteigert und sind von "Lukretia" mit zwei Fehlern auf "Lucretia" mit einem Fehler gekommen. Richtig heisst Frau Meier-Schatz mit Vornamen "Lucrezia". Das war in den letzten Tagen wirklich genug zu lesen.
2007-09-19 11:24:53
Faktotum
@an Harry aus Steckborn
Sie sind ein schlechter James Bond. Büchel war ein Konsulariker, wie es im Fachjargon heisst und kein Diplomat, wie es der Presseartikel beschreibt.
Wenn Sie sonst schon so ein "Tüpflischeisser" sind, dann sollten Sie gründlicher recherchieren. Im übrigen arbeiten im Departement für auswärtige Angelegenheiten keine Beamten mehr sondern nur noch Angestellten.
2007-09-19 11:52:41
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP, Nationalratskandidat) - http://www.rolandbuechel.ch
Geschätzte Blogger
Da läuft ja richtig etwas. Überraschend, was alles von Interesse ist.
Ich bin froh, dass es nach mehreren Versuchen gelungen ist, den Namen einer sich bedroht fühlenden Politikerin richtig zu schreiben. Der Name «Lucrezia» ist bei uns halt nicht so geläufig wie "Karin", "Heidi" oder "Kathrin". Das sind - nebenbei - die Vornamen der drei St. Galler Regierungsrätinnen. Lucrezia Meier-Schatz werden Ambitionen auf eine solche Position nachgesagt. Die St. Gallerinnen und St. Galler werden sie nicht wählen.
@Faktotum
Künftig werde ich meine Mittagspause nicht mehr für Sie opfern. Heute mache ich es (zum Teil) nochmals.
Ihre Verbissenheit ist für mich nur schwer zu verstehen. Ihre Beweggründe noch weniger. Macht aber nichts.
Wenn es Sie so brennend interessiert, was mein Job vor bald zwei Jahrzehnten war: Damals wurden die Computer in verschiedenen Schweizer Botschaften und Konsulaten eingeführt. In diesem Zusammenhang ging es auch um verschiedene Fragen des Bürgerrechts. Und um Sozialhilfe, die AHV für die Schweizer im Ausland, um Missbräuche in diesem Zusammenhang, usw.
Da ich die Voraussetzungen für diesen Job erfüllte, ein paar Sprachen konnte und weil die Zuständigen dachten, dass ich in der Lage wäre, diesen Job gut zu erledigen, habe ich an diesem internationalen Projekt mitarbeiten dürfen. Ich bin froh, dass ich meine Arbeit zur Zufriedenheit meiner damaligen Chefs erledigen konnte. Dass ich neben dem Job auch noch «lebte» und als 26-jähriger Mann (und voll im Saft) in Buenos Aires in eine intelligente junge Dame verknallt war, sollten sie mir nicht übel nehmen.
Um Ihnen die weitere Recherchierarbeit zu ersparen: Die schöne Dolores unterrichtet heute Mathematik an der Universität von Buenos Aires und ist glücklich verheiratet. Sie sehen: ein anderer Mann hat das Rennen gemacht, ein sympathischer Typ. Ein Argentinier halt. Die sind so - offen und direkt.
Solche Menschen haben es nicht nötig, anonym am Computer zu hocken, irgendwelche Verleumdungsversuche zu starten oder sich gar in phantasievolle James-Bond-Geschichtchen hineinzusteigern. Solche Sachen spielen sich im Kino ab, nicht im realen Leben.
Roland Rino Büchel (Kantonsrat SVP und Nationalratskandidat)