Vielleicht frage ich Blatter für die Wahlunterstützung an, scherzt Büchel
7. Oktober 2015
Erschienen in: St. Galler Tagblatt, Rheintaler, Thurgauer Zeitung, Appenzeller Zeitung, und div. Tagblatt-Kopfblätter

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"Vielleicht frage ich Blatter an"

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Diese Wahlempfehlung für Jens Jäger haben zwei Vertreter des Ostschweizer Fussballverbandes unterschrieben - als Privatpersonen, wie sie betonen. (Bild: pd)

Zwei Exponenten des Ostschweizer Fussballverbandes haben Wahlwerbung für den FDP-Nationalratskandidaten und Schiedsrichter Jens Jäger gemacht. Die Meinungen zu diesem Vorgehen gehen auseinander.

"Politische Empfehlungsschreiben wundern mich nicht mehr, zumal sie mittlerweile bei weitem keine Ausnahme mehr sind." Das sagt Roland Rino Büchel, SVP-Nationalrat aus dem Rheintal und Ex-Mitarbeiter des Weltfussballverbandes Fifa, zur Wahlempfehlung für Jens Jäger, FDP-Nationalratskandidat aus Vilters.

200 bis 300 Schiedsrichter im Kanton St.Gallen hatten im September ein Schreiben erhalten, das für Jägers Wahl ins Parlament wirbt. Unterzeichnet ist es von Stephan Häuselmann, Präsident des Ostschweizer Fussballverbandes (OFV), und Marcel Stofer, Präsident der Schiedsrichterkommission.

 Häuselmann hatte sich am Dienstag gegenüber Tagblatt Online gegen den Vorwurf verwahrt , der Verband habe mit dem Schreiben gegen seine eigene Statuten verstossen, der zu politischer Neutralität aufruft.

"Ich bezweifle es"
"Am 18. Oktober werden wir Bilanz ziehen. Und es wird sich zeigen, ob solche Schreiben von Erfolg gekrönt sind - ich bezweifle es", sagt Roland Rino Büchel weiter. Seiner Meinung nach werden Empfehlungsschreiben überschätzt. "Vielleicht werde ich als ehemaliger Mitarbeiter der Fifa Sepp Blatter fragen, ob er mich in einem Schreiben empfehlen kann...", scherzt Büchel.
 

"Passt nicht in politische Kultur"
Ein "No Go" ist eine Empfehlung wie diejenige für Jens Jäger für Richard Ammann, Kandidat der BDP, der sich ebenfalls in Sportlerkreisen bewegt. Der Ostschweizer Fussballverband sei neutral in der Öffentlichkeit positioniert. Sport und Politik sollten getrennt betrachtet werden, findet Ammann. "Als Eishockeyspieler- und Trainer war ich ebenfalls 30 Jahre im Sport tätig, und es würde mir nie im Traum einfallen, eine solche Wahlempfehlung von den Sportverbänden einzuholen", sagt Ammann. Das widerspreche den Grundsätzen des Sports und passe nicht in unsere politische Kultur.
 
"Vorgehen irritiert mich"
Für einen "absoluten Skandal" hält SP-Vertreter Daniel Hungerbühler die Wahlempfehlung für Jens Jäger - was er auch auf Twitter kundgetan hat. "Der Verband schreibt in seinen Statuten, er sei politisch neutral, hält das in diesem Fall aber nicht ein. Dieses Vorgehen irritiert mich", sagt Hungerbühler. (red.)

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