Millionenverluste für Kantonalbanken - Konkurs ISL/ISMM - Buch
18. Mai 2006
Erschienen in: Die Weltwoche

Ein englischer Journalist schrieb ein Buch. Es heisst „Foul!“ und wurde in der Schweiz verboten. Lange hielt die superprovisorische Verfügung nicht an. Die Zürcher Richter mussten sogar zugeben, dass sie das Buch vor dem Verbot nicht gelesen hatten!

Die Fakten: Bestechungsgelder flossen über das Fürstentum und die Virgin Islands in die dunkle, weite Welt. Die Beweise liegen vor. Der ausseramtliche Konkursverwalter der bankrotten Fifa-Vermarkterin ISL holt nur einen Teil zurück. Er „verzichtet“ auf mindestens eine Million Franken. Das ist nicht nobel. Ein Korruptionsverdunkelungsvertrag wird aufgesetzt: Niemand soll erfahren, welche Sport-Funktionäre geschmiert wurden. Das Bundesgericht segnet den Deal ab. Zum Schaden der Gläubiger und zum Schutz der Gauner.

Nach der Pleite: Mehrere Kantonalbanken verloren Millionen. Zum Schaden der Steuerzahler. Der zwielichtige Konkursverwalter verweigert einem Parlamentarier die Auskunft. Gegen alle demokratischen Grundsätze. Begriffe wie „Bananenrepublik“ machen die Runde. Zu Recht? Das öffentliche Interesse am bizarren Fall steigt. Die kuriosen Entscheide werden dem Druck nicht standhalten. Das wirklich Brisante ist noch nicht gesagt. 

Zum Schluss: Der ausseramtliche Konkursverwalter Ernst & Young musste nach über vier Jahren diskreten Werkelns und juristischen Geplänkels das Feld räumen. Jetzt hat mit Herrn Wüthrich ein Profi übernommen. Wegen ungenügender Leistung des Vorgängers? Weil bei der Abwicklung der Milliardenpleite zuvor nicht alles rechtens war? Wir werden die Wahrheit erfahren. Weil die Schweiz keine Bananenrepublik ist.

Roland Rino Büchel, Kantonsrat SVP, Oberriet SG

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