Büchel spricht zum Nationalreiertag - eine origninelle und "spitzbübische" Rede mit dem Vereinswesen als zentralem Thema
3. August 2015
Erschienen in: Der Rheintaler, Rheintalische Volkszeitung

www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/rheintal/rt-sp/Spitzbuebische-Rede;art171,4307584

Spitzbübische Rede

MONTLINGEN. Ehrengast am 1.-August-Schiessen war Nationalrat Roland Rino Büchel, der am Nationalfeiertag natürlich auch passende Worte dabei hatte. Büchel begann seine Rede mit einem nicht ernst gemeinten Seitenhieb auf SVP-Urgestein Ernst Gächter aus Kobelwald. Büchel sagte, dass er ob der Schiesskünste Gächters (er belegte mit 25 Punkten Rang 82) nicht gerne der Walterli gewesen wäre – bei anderen Schützen schon eher.

Büchel will nicht Walterli sein

Dann wurde es patriotischer. Für ihn sei der Bundesfeiertag ein Tag der Dankbarkeit, der Demut und der Bescheidenheit. Dank Unternehmergeist verschiedener Menschen im Land, auch solchen in ländlichen Gebieten wie dem Rheintal, hätte es die Schweiz weit gebracht: «Wir haben einen guten Grund zum Feiern.» Im Gegensatz zu anderen Ländern: Zum Beispiel Frankreich, das schon vor Jahrzehnten hoch verschuldet war, an seinem Nationalfeiertag aber immer noch mit pompösen Paraden protze.

Er sei froh, dass die Schweiz anders organisiert sei. Die Eidgenossen hätten schon vor 724 Jahren begriffen, dass man zusammenstehen müsse: «Schon damals hat man den Leuten die Freiheit nehmen wollen, und heute erst recht wieder.» Büchel verglich diese Freiheit mit dem Bundesbrief, der mit 17 Zeilen damals alles geregelt habe. Heute habe allein das europaeinheitliche Hygiene-Recht 1000-mal mehr Zeilen als das Grundlagenpapier unseres Staatswesens.

Steiler und schwieriger Weg

Büchel verglich den Weg der Schweiz mit dem Spitzbuabawäagli, das die jungen Oberrieter zur Burgruine Blatten damals genommen haben. Dieser Weg sei, verglichen mit dem offiziellen Weg, steil und schwierig gewesen – genau wie der Weg der Schweiz im zentralisierten Europa: «Dass wir diesen Weg beibehalten wollen, muss den Brüsseler Bürokraten immer wieder klargemacht werden.» Der Schweizer sei es sich nicht gewohnt, dass Behörden und staatliche Organisationen zu viel Macht und Einfluss haben.

Büchel würdigte auch die Freiwilligenarbeit der Schweizer. Allein im Rheintal gebe es rund 800 Vereine, die auf solche Arbeit zählen können. Das Miteinander sei eine der Stärken der Schweiz.

Unser Land stehe auf den drei Pfeilern Freiheit, Souveränität und Neutralität, zu denen man Sorge tragen müsse. Die Schweiz müsse sich auf ihre Stärken konzentrieren, dann komme das Schiff Helvetia auch durch den stärksten Wellengang, ist Büchel überzeugt. Auf keinen Fall dürfe dieses Schiff aber untergehen.

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