Büchel: Wenn die Fifa nicht vorwärts macht in Sachen Transparenz, schadet sie dem Image der Schweiz
17. November 2014
Erschienen in: 20Minuten, 20Minuten online, div. Zeitungen

www.20min.ch/schweiz/news/story/26290460

«Blatter schadet dem Image der Schweiz»

Betrug, Bestechung, Korruption. Die Tricksereien der Fifa lassen den Weltfussball schlecht dastehen. Politiker fürchten sich nun auch um den Ruf der Schweiz.

Korruption bei der Vergabe der Fussball-WM 2018 und 2022? Hat es nicht gegeben, findet die Fifa. Der Entscheid, dass Russland und Katar die WM wie geplant durchführen sollen, fliegt dem Weltfussballverband nun aber um die Ohren. Die UEFA droht mit der Abspaltung, die EU mit schärferen Gesetzen und selbst das FBI will endlich Klarheit.

Auch für Schweizer Politiker ist klar: Die Fifa bekommt die Korruption nicht in den Griff. «Die Fifa schadet damit dem Ansehen der Schweiz massiv», sagt SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel. «Ich habe den Bundesrat bereits mehrmals auf das Problem aufmerksam gemacht», so Büchel.

Auch Ursula Schneider Schüttel findet, dass die Landesregierung «härter durchgreifen» sollte. Die SP-Nationalrätin warnte das Parlament bereits im Juni, dass die Schweiz als Fifa-Sitz ins Kreuzfeuer geraten könnte.

Politiker wollen «Lex Fifa»

Den von Blatters Fifa verursachten Image-Schaden will man in Bern nun schnellstmöglich begrenzen. Aline Trede ist überzeugt: «Die ‹Lex Fifa› muss dringend verschärft werden.» Die grüne Nationalrätin will deshalb parteiübergreifend für ein härteres Gesetz weibeln. «Die Fifa hat uns lange genug auf der Nase herumgetanzt», findet auch BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti. Die Zürcherin sitzt mit Trede in der Sport-Kommission und will sich ebenfalls der überparteilichen Task-Force gegen die Fifa anschliessen.

«Das erschüttert die Grundfesten der Fifa»

Kritik hagelt es auch aus den eigenen Reihen. Der Präsident der Deutschen Fussball Liga (DFL), Reinhard Rauball, kritisiert Blatter scharf. «Das erschüttert die Grundfesten der Fifa», sagte Rauball im Gespräch mit dem Fachmagazin «kicker». Der 67-Jährige DFL-Funktionär forderte Blatter bereits 2012 zum Rücktritt auf. «Für einen Reformprozess braucht die Fifa jemanden, der gewillt ist, einen Neuanfang zu machen», sagte Rauball dazumal.

Sepp Blatter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Kritik scheint an dem Fifa-Boss ohnehin abzuprallen. Ihn abzusetzen misslang in der Vergangenheit gleich mehrmals. Und das, obwohl die gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe seit Jahren nicht weniger werden. Selbst bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten 1998 wurde dem Walliser vorgeworfen, die nötigen Stimmen für die Mehrheit gekauft zu haben.

(tbi)

Kästchen:

Über die «Lex Fifa»
Bestechung bei der Vergabe von grossen Sportanlässen soll in der Schweiz künftig strafbar sein. Der Bundesrat hat dem Parlament im Frühling 2014 eine entsprechende Gesetzesvorlage präsentiert, die auf einen Vorstoss von Roland Rino Büchel (SVP, SG) zurückgeht. Büchel forderte den Bundesrat in einer Motion dazu auf der Korruption einen Riegel zu schieben. Der als «Lex Fifa» bekannte Gesetzesentwurf muss vom National- und Ständerat noch abgesegnet werden. Aufgrund der neusten Entwicklungen rund um die Fifa und Sepp Blatter, soll das Gesetz nun noch weiter verschärft werden.

Umfrage:

Soll Fifa-Präsident Sepp Blatter zurücktreten?
95 %
5 %

Insgesamt 8104 Teilnehmer

(Zeitpunkt: Montag, 17.11.2014, 21.09h)

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