Jetzt ermittelt das FBI gegen die Fifa - Büchel zum Reputationsproblem für die Schweiz
16. November 2014
Erschienen in: 20Minuten, 20Minuten online, div. Zeitungen

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Jetzt ermittelt das FBI gegen die Fifa

Fifa-Boss Sepp Blatter unter Druck: Offenbar sollen Russland und Katar eine Task Force gebildet haben, um die Korruptionsvorwürfe abzuwehren. Das FBI ermittelt.

Eigentlich wollte die Fifa mit einem Bericht die Korruptionsvorwürfe bei der WM-Vergabe an Katar und Russland begraben. «Die Beurteilung des Bewerbungsverfahrens für die Weltmeisterschaften 2018/2022 ist für die Fifa-Ethik-Kommission abgeschlossen», heisst es im Bericht von Hans-Joachim Eckert. Doch daraus wird vorerst nichts: Denn jetzt hat sich das FBI eingeschaltet, berichtet der Nachrichtensender CNN.

Die US-Bundespolizei gibt sich mit dem Bericht der Fifa-Ethik-Kommission nicht zufrieden. Die US-Beamten hätten das 42-seitige Dokument schmunzelnd zur Kenntnis genommen, heisst es. Das FBI will Zugriff auf einen Bericht von Fifa-Sonderermittler Michael J. Garcia – dessen Frau ist beim FBI tätig.

Bildeten Russland und Katar eine Task Force?

Garcia recherchiert schon seit zwei Jahren, hat 75 Interviews geführt und einen 350-Seiten-Bericht verfasst. Die Fifa hält das Dokument jedoch unter Verschluss. Gemäss der «Bild am Sonntag» sollen Russland und Katar eine Task Force gebildet haben, um die Korruptionsvorwürfe abzuwehren.

Garcia kritisierte den Bericht von Eckert als unvollständig und fehlerhaft. «Wir haben momentan in der Untersuchung nur einen Zwischenstand. Garcia kann für den Abschlussbericht weiterermitteln», konterte Eckert in der «Frankfurter Allgemeinen». Die beiden wollen sich bald persönlich treffen, um die Differenzen zu besprechen.

Abspaltung der Uefa?

Der deutsche Liga-Boss Reinhard Rauball droht indes mit der Abspaltung der Uefa. «Wenn diese Krise nicht glaubwürdig gelöst wird, muss man sich auch über die Frage unterhalten, ob man in der Fifa noch gut aufgehoben ist», sagt er zur «Bild».

Kästchen:

Wir brauchen eine Lex Fifa»

Schweizer Politiker sorgen sich nach der Kritik an der Fifa um das Image der Schweiz. «Der Bundesrat muss zwingend eingreifen», sagt SP-Nationalrat Cédric Wermuth zur «Schweiz am Sonntag». Er fordert eine Verschärfung des Korruptionstrafrechts. «Wir brauchen eine Lex Fifa», so Wermuth.

Wenn sie es nicht schaffe, ihre Probleme zu lösen, werde die Fifa werde immer mehr zum Reputationsproblem für die Schweiz, findet auch SVP-Nationalrat Roland Büchel.

«Es ist doch absurd, dass die WM-Vergabe an Katar nicht rückgängig gemacht wird», sagt Benedikt Weibel, ehemaliger SBB-Chef und Koordinator der EM in der Schweiz. Er fordert die Offenlegung des gesamten Berichts.

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