Büchel: Die Zuwanderung steigt quantitativ mehr als qualitativ
28. Dezember 2013
Erschienen in: St. Galler Tagblatt, Rheintaler, Thurgauer Zeitung, Appenzeller Zeitung, und div. Tagblatt-Kopfblätter

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Die Zuwanderung in die Schweiz steigt wieder an

Jürg Ackermann/Christian Kamm

BERN. Die Zuwanderung in die Schweiz wird 2013 höher ausfallen als in den Vorjahren. Gemäss den neuesten Zahlen des Bundes lag die Wanderungsbilanz allein in den Monaten Oktober und November bei 19 000 Personen. Hochgerechnet dürften damit 2013 deutlich über 80 000 Menschen mehr in die Schweiz einwandern als unser Land verlassen. 2012 lag die Netto-Zuwanderung bei 73 000, 2011 bei 75 000.

Überdurchschnittlich angestiegen ist im Oktober die Zahl der Einwanderer aus Italien und Frankreich. Das Bundesamt für Migration (BfM) vermutet, die Zunahme sei auf die schwierige wirtschaftliche Lage in Südeuropa zurückzuführen. «Weil die Arbeitslosenquote in der Schweiz relativ stabil blieb, können wir aber davon ausgehen, dass der Arbeitsmarkt auf diejenigen Arbeitskräfte, die in die Schweiz kommen, angewiesen ist», sagt Gaby Szöllösy vom BfM.

«Nicht nur Hochqualifizierte»

Die gestern publizierten Zahlen sind sechs Wochen vor der Abstimmung über die SVP-Zuwanderungs-Initiative brisant. «Die Zahlen bestätigen, dass die Entwicklung anders verlaufen ist, als vom Bundesrat beteuert», sagt SVP-Nationalrat Roland Büchel (SG). Die Zuwanderung sei ein Problem – «quantitativ, aber auch qualitativ». Anders als behauptet, kämen nicht nur Hochqualifizierte, auch der Familiennachzug trage viel zur Entwicklung bei. Nachrichten wie diese würden der Initiative helfen.

FDP-Nationalrat Walter Müller (SG) sieht in den neuesten Zahlen hingegen keine Hypothek für den Kampf gegen die Zuwanderungs-Initiative.

Wirtschaft braucht Zuwanderer

Man müsse den Leuten erklären, dass eine Kontingentierung nichts an dieser Entwicklung ändern würde, sagt Müller. «Wir hatten schon damals sehr hohe Zuwachsraten.» Die Wirtschaft bekomme immer so viele Leute, wie sie brauche. «Die SVP würde als erste ausrufen, wenn das Gewerbe nicht genügend Angestellte findet.» Müller geht davon aus, dass der Zenit der Zuwanderung jetzt erreicht ist.

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