Twitteraffäre: Schweiz Tourismus krebst zurück und sucht Gespräch mit Büchel
12. August 2013
Erschienen in: Blick am Abend, Blick online

www.blick.ch/news/politik/tweet-war-zu-spontan-und-emotional-id2403995.htm

 

«Täschligate»: Schweiz Tourismus krebst zurück«Tweet war zu spontan und emotional»

Twitter-Zoff wegen der Täschligate-Affäre: Weil sich Schweiz Tourismus bei Oprah für den «Rassismus»-Vorfall entschuldigte, schäumt nun ein SVP-Nationalrat.

«We are fuming» – wir schäumen vor Wut. Das twitterte Schweiz Tourismus, als bekannt wurde, dass die Angestellte einer Edelboutique an der Zürcher Bahnhofstrasse der US-Talkmoderatorin Oprah Winfrey eine 35’000 Franken teure Handtasche nicht verkaufen wollte.

«Diese Person handelte furchtbar falsch», fügte die Organisation an in ihren Antwort-Tweet an eine Journalistin an. Nur: Im SonntagsBlick erzählt die Verkäuferin anonym, wie sich der Vorfall aus ihrer Sicht zugetragen hatte. Alles sei bloss ein Missverständnis, so ihr Fazit.

Internationale Medien: «Schweiz hat sich entschuldigt»

Weil der «Sorry-Tweet» für Aufruhr sorgte, erklärte die Tourismus-Organisation gestern auf dem selben Kanal nun: «Jeder Gast, der die Schweiz unzufrieden verlässt, ist einer zuviel. Darum gings uns im Tweet an Oprah.»

Trotzdem: Der St. Galler SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel ist sauer. Denn internationale Medien meldeten – wohl aufgrund des Tweets – fälschlicherweise, «die Schweiz» hätte sich entschuldigt.

Weil Schweiz Tourismus eine «hochsubventionierte Organisation» sei, verlangt er in der «Nordwestschweiz» eine Erklärung, wie es zu dieser «bizarren Entschuldigung» gekommen sei.

Schweiz Tourismus: «Schmid wird den Dialog mit Büchel suchen»

Sprecherin Daniela Bär sagt heute zu Blick.ch, der Tweet sei zu voreilig gewesen: «Er war zu spontan, emotional und hat die Sachlage bewertet.»

Allerdings hätte auch niemand damit gerechnet, «dass diese ‹Täschligate›-Geschichte ein solches Ausmass annimmt.» Direktor Jürg Schmid werde sich dazu äussern und auch das Gespräch mit Roland Büchel suchen, versichert sie.

Einen Einfluss auf die künftigen Social-Media-Aktivitäten werde der Faux-Pas dennoch nicht haben. «Die Bedeutung von Social Media war uns schon vorher klar und unsere Richtlinien sind präzis», sagt Bär.

Schliesslich habe Schweiz Tourismus im Rahmen des Bundesauftrages die Aufgabe, «unter anderem über die Social-Media-Kommunikation bei einer maximalen Anzahl von Gästen ein Reisebegehren für die Schweiz auszulösen.»

Das US-Politmagazin «Politico» mutmasst derweil, Oprah habe den Vorfall genutzt, um an politischem Einfluss zu gewinnen. Und: Oprahs Tasche twittert unter @OprahsPriceyBag seit ein paar Tagen über ihr Schickal, hat bereits 187 Follower. (vuc)

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