Der amerikanische TV-Star Oprah Winfrey fühlt sich in Schweizer Shop rassistisch bahandelt - Büchel antwortet live auf BBC
9. August 2013
Erschienen in: BBC 1 international, BBC 5 live

Die berühmte amerikanische TV-Dame Oprah Winfrey fühlte sich vor ein paar Wochen in einem Laden in Zürich schlecht behandelt. (Sie hatte sich für eine 35'000 Franken teure Handtasche aus Krokodilleder interessiert.)

Jetzt, ein paar Wochen später, gab sie in verschiedenen US-TV-Sendungen Interviews dazu. Dabei beklagte sie sich bitter. Sie meint, dass dies ein Akt von "Rassismus" gewesen sei. Das hat heute weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

Ich habe eher den Eindruck, dass die Dame etwas eingeschnappt ist, weil sie im Laden nicht erkannt und wie eine normale Kundin behandelt worden ist. Frau Winfrey hat offenbar auch in Paris und in New York ähnliche Erlebnisse gehabt und sich vor Jahren darüber beklagt. Möglicherweise sollte sie sich einmal die Frage stellen, ob sie sich gegenüber den einfachen Verkäuferinnen anständig und korrekt verhält.

BBC 1 international und BBC 5 haben mich in ihren Nachrichtensendungen dazu live interviewt. Hier meine Aussage, die - zur Frage, ob es sich um einen Rassismusfall handle - in den stündlichen Nachrichten kam:

"Nein, auf keinen Fall. Rassismus ist nicht zu rechtfertigen, weder gegenüber Frau Winfrey noch gegenüber sonst einem Menschen. Ich glaube einfach nicht, dass dies ein Rassismusfall war. Es handelt sich um eine reiche Person, die einen Laden für reiche Leute besuchte. Offensichtlich konnte sie eine 35‘000-Dollar-teure Handtasche aus Krokodilleder nicht kaufen. Ich denke, das ist alles."

Und hier das Live-Interview, wie es in ganzer Länge ausgestrahlt wurde. Die Qualität ist zum Teil nicht sehr gut, da ich die Antworten am Handy geben musste:

 

Zuerst spielt der Sender die „Rassismus-Anklage“ von US-TV-Star Oprah Winfrey ein. Dann hat die Ladenbesitzern, Frau Trudi Goetz die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen

Darauf wird das Problem angesprochen, dass (gemäss Menschenrechtsorganisationen) „in gewissen Schweizer Städten“ Asylsuchende wie während der südafrikanischen „Apartheid“ behandeln würden.

Anna Foster, BBC: Roland Rino Büchel ist ein Parlamentarier der Schweizerischen Volkspartei, guten Abend Herr Büchel.

Büchel: Guten Abend, Anna

Diese Geschichte, zumindest wie sie sich jetzt präsentiert, hat der Schweiz sehr viel negative Publizität beschert.

Ja, das ist so. Ich denke, dass es einige Missverständnisse gegeben hat. Trotzdem, es ist Negativpropaganda, ohne Zweifel. Schweiz Tourismus twitterte sogar, dass man „schäumen würde vor Wut.“ Das ist schon ein bisschen übertrieben. Vor allem für einen Vorfall, von dem man bis jetzt nicht weiss, wie er sich wirklich abgespielt hat.

Ist Rassismus ein Problem in der Schweiz?

Nein. Ich denke, dass es keines ist. 23 Prozent unserer Wohnbevölkerung sind Ausländer. Das ist ein viel grösserer Anteil als in den meisten europäischen Ländern (ausser Luxemburg). Dazu haben wir viele Touristen. Rassismus ist kein Problem in der Schweiz.

Selbstverständlich kommt es auch bei uns zu Einzelfällen – wie überall auf der Welt. Aber Rassismus ist definitiv kein Problem des Landes.

Dieser Fall kommt mit einem anderen zusammen, der ausserhalb der Schweiz Schlagzeilen macht. Dort geht es darum, dass Asylsuchende in Schweizer Städten von gewissen öffentlichen Plätzen verbannt werden.

Es handelt sich um eine Stadt (Bremgarten AG). Dort sagen sie, dass sie auf Schulgeländen keine Asylsuchenden wollen. Ich kann das verstehen. Auch ich will während gewissen Zeiten keine Erwachsenen auf den Schulhöfen – ausser natürlich den Eltern oder den Berechtigten.

Der Plan (die Leute von verschiedenen Plätzen zu verbannen) wird also nicht umgesetzt?

Zuerst muss man sagen, dass es nie geplant war, irgend etwas so umzusetzen, wie es in den Medien verbreitet worden ist. Vieles vom Erwähnten hätte sowieso nicht durchgesetzt werden können. Auch dann nicht, wenn der Stadtpräsident es gewollt hätte.

Wissen Sie, ob jemand in der Schweiz mit Oprah Winfrey Kontakt aufnehmen wird, um die Sache mit ihr zu besprechen?

Das weiss ich nicht. Vielleicht die Ladenbesitzerin? Oder sonst jemand. Auf jeden Fall sollten wir es nicht übertreiben. Sie ist eine bekannte Person. Aber in der Schweiz kennen viele Frau Winfrey nicht. Warum sollten wir auch? Manchmal denken Leute, welche durch die Medien sehr bekannt geworden sind, dass sich die Welt um sie drehe.

Wenn die Ladenbesitzerin mit Oprah Winfrey Kontakt aufnehmen will, so sei ihr dies unbenommen. Aber keine offizielle Schweizer Stelle sollte dies tun.

Sagen Sie damit, dass Sie nicht glauben, was Oprah Winfrey gesagt hat?

Nein. Aber auch wenn es nach ihrer Auffassung so ist, wie sie es dargestellt hat: Sie hat offenbar das gleiche Problem in Paris und in New York auch schon gehabt. Man könnte vielleicht auch die Frage stellen, wie sie mit den Verkäuferinnen umgeht.

Aber es würde Rassismus gegenüber ihr nicht rechtfertigen, oder?

Nein, auf keinen Fall. Rassismus ist nicht zu rechtfertigen, weder gegenüber Frau Winfrey noch gegenüber einem anderen Menschen. Ich glaube einfach nicht, dass dies ein Rassismusfall war. Es handelt sich um eine reiche Person, die einen Laden für reiche Leute besuchte. Offensichtlich konnte sie eine 35‘000-Dollar-teure Handtasche aus Krokodilleder nicht kaufen. Ich denke, das ist alles.

Danke Ihnen, Nationalrat Roland Rino Büchel. (Dann zum Publikum) Sagen Sie uns, was sie denken. Sie können uns telefonieren oder mailen.

Was kam dabei heraus? Nach diesem Live-Gespräch hat die Stimmung, welche vorher zum grössten Teil Pro-Winfrey und Kontra-Schweiz war, ziemlich klar gekehrt.

 

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