Roland Rino Büchel zum 1. August - aus Liechtensteiner Sicht
1. August 2013

1.-August in Vaduz (Erlebnishof Ridamm City)

Der Geist vom Spitzbuabawäaglli

Der Bundesfeiertag ist für mich ein Tag der Dankbarkeit, der Demut und der Bescheidenheit.

Ich habe für den 1. August hier in Vaduz das Motto „Der Geist vom Spitzbuabawäaglli und der Geist vom Schloss Blatten“ gewählt. Von der Oberrieter Burg steht nur noch der Wehrturm. Im Gegensatz zum Schloss hoch über Vaduz hat er auch kein Dach mehr. Und seit ein paar hundert Jahren wohnt höchstens noch die eine oder andere Fledermaus zwischen den Schiessscharten.

Es geht heute nicht nur um den „Geist vom Schloss Blatten“. Sondern auch um den Geist der Menschen, die im Rheintal leben – auf beiden Seiten des Rheins, sowohl in der Schweiz als auch hier im Ländle und im Vorarlberg.

Und es geht um den Geist der Eidgenossen.

Schweizer im Ausland:

Heute feiern die Schweizerinnen und Schweizer an Tausenden Orten. Überall kommen Menschen zusammen. Und zwar auf der ganzen Welt.

716‘000 Schweizerinnen und Schweizer leben im Ausland, ein halbes Prozent, also gut 3‘500 davon im Fürstentum Liechtenstein.

Rund 40‘000 Schweizer leben in Kanada. Dorthin wanderte Donat Büchel, der älteste Sohn vom „Schneider Büchel“ aus Oberriet, vor mehr als 50 Jahren aus. Er ist im Moment bei mir in den Ferien. Es gibt einen guten Grund für seinen Besuch: Seine Mutter Lina Büchel ist heute 100 Jahre alt geworden. Ich komme gerade vom Fest.

Oder schauen wir nach Südamerika. Ich arbeitete vor gut 20 Jahren auf der Schweizer Botschaft in Buenos Aires. In Argentinien wohnen etwa vier Mal mehr Schweizer als in Liechtenstein oder gleich viele wie in ganz Österreich. Es sind gut 15‘000.

Die Schweizer leben dort zum Teil schon in der vierten oder fünften Generation. Warum waren ihre Ururgrossväter und die Urgrossmütter ausgewandert?

Fast alle litten Not, ihre Grossfamilien waren arm und hatten in der Schweiz zu wenig zu essen.

Es sind auch Nachfahren von den Familien Schegg oder Gächter aus dem Rheintal, die heute weit weg von ihrer ursprünglichen Heimat den Geburtstag der Schweiz feiern. Sie heissen nicht mehr Paul, Hans oder Sepp – sondern Pablo, Juan und José.

Liechtensteiner Auswanderer:

Aber auch Liechtensteiner suchten im 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts ihr Glück in Übersee. Ich nenne Euch ein paar Namen von hiesigen Menschen, die nach Argentinien ausgewandert waren.

Zum Beispiel Franz Xaver Beck vom Triesenberg; Josef Hermann, ein Gipser aus Schaan; Georg Jäger von Mauren; Dominic Kaiser, ein Koch von Schaan.

Ein anderer Schaaner, Rudolf Jehle, gründete sogar den Jodelclub vom Schweizerverein Berna.

Auch die beiden Mechaniker Hugo Kindle von Triesen und August Nigg von Balzers machten sich auf die lange Schiffsreise nach Buenos Aires.

Hugo Quaderer, ein Bauer von Schaan, wanderte in die weite argentinische Pampa aus. Oskar Felix Seger arbeitete als Landarbeiter in der Provinz Tucuman.

Dort sind die Berge viel höher als das Matterhorn, fast drei Mal so hoch wie die Drei Schwestern und fast doppelt so hoch wie der höchste Berg im Liechtenstein, der Grauspitz.

1.August-Feiern aller Art:

Die Schweizer kommen heute, so wie in Südamerika, auf allen Kontinenten zusammen. Jeder organisiert das Fest auf seine Weise. Einmal ist es grösser, einmal kleiner.

Ein derart attraktives Rahmenprogramm wie es der Schweizer Verein in Liechtenstein auf die Beine gestellt hat, sogar mit Entenrennen für einen guten Zweck und grossartigen Preisen, wird natürlich nicht überall organisiert.

Nationalfeiertage in anderen Ländern:

Wie ist es, wenn die anderen rund 200 Staaten, die es auf dieser Erde gibt, ihren nationalen Feiertag abhalten? – Die Leute sind dort vielfach Statisten für Staatschefs, die sich bejubeln und beklatschen lassen.

Nehmen wir Frankreich als Beispiel. Die Franzosen feiern jeweils den „Quatorze Juillet“. Das ist der Tag der französischen Revolution.Stundenlange Défilés von Militär und Marine auf den Champs Elysées, eine grosse Rede des Staatspräsidenten sowie Tribünen mit allerhand verschiedenen Kategorien von Ehrengästen.

Wenn sich die Mächtigen feiern, spielen Staatsschulden und Wirtschaftskrise keine Rolle. Sparen können andere. Das ist nicht nur in Frankreich so. Sondern in den meisten Ländern, die zentral regiert werden.

Ich bin sehr froh, dass wir unseren Staat anders organisiert haben – föderalistisch, von unten nach oben.

Ausländische Politiker fangen an, unser Modell zu verstehen, zum Beispiel in Deutschland. Eine Partei hat sogar mit dem Motto „Mehr Schweiz wagen!“ geworben.Und neulich schrieb der Ministerpräsident von Baden-Württemberg einen grossen Artikel für die Neue Zürcher Zeitung.

Ich zitiere daraus: „In der Bürgerschaft wachsen die Zweifel, ob unsere Institutionen überhaupt noch ihre Interessen vertreten, ob das Gemeinwohl die allgemeine Richtschnur politischer Entscheidungen ist.“

Das Gemeinwohl:

Das Gemeinwohl als Basis für politische Entscheidungen?

Die Eidgenossen haben schon vor 722 Jahren gemerkt, dass man sich für einander einsetzen muss.

Zu jener Zeit waren unsere drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden stark bedroht. Und das Schlimmste: Man wollte den einfachen Leuten die Freiheit nehmen.

Man wollte ihnen von aussen her vorschreiben, was sie zu tun hätten.

Daraufhin sind die Innerschweizer zusammengestanden. Sie leisteten einen Schwur auf einen Freiheitsbrief. Sie wollten ihr Schicksal selber bestimmen. Sie duldeten weder fremde Richter noch irgendwelche Herrscher, die sich über sie stellten.

Hat jemand von Ihnen den Bundesbrief schon gesehen? Er ist in einer Vitrine im Bundesbriefmuseum in Schwyz ausgestellt. Er ist ein bisschen grösser als eine A-4-Seite. In 17 Zeilen, auf Lateinisch übrigens, klärten unsere Vorfahren die wichtigsten Fragen.

Heute braucht es, zum Beispiel, für das „europaeinheitliche Hygienerecht“ 1‘000 Mal mehr Platz als für das Grundlagenpapier für unseren Staat!

Der Westfälische Frieden:

Neben 1291 gibt es für unsere Unabhängigkeit ein weiteres, für mich ganz entscheidendes, Ereignis: Es ist der Westfälische Friedenskongress von 1646 bis 1648.

Dieser Kongress war zwar nicht so blutig wie die berühmten Schlachten während des Mittelalters. Dafür kämpfte der Schweizer Unterhändler schlau wie ein Fuchs und mutig wie ein Löwe für unsere Unabhängigkeit.

Damals lag Europa, wie vielfach in der Geschichte, am Boden. Trotz all diesem Elend liess man es sich am Kongress gut gehen.

Unter all den Herrschaften in Samt und Seide stieg für die Eidgenossen ein bescheidener Mann in die Verhandlungsarena. Er hatte nur ein Ziel: Die Freiheit für seine Heimat.

Wie dannzumal Johann Rudolf Wettstein haben die Bürger der Schweizerischen Eidgenossenschaft während mehr als 700 Jahren immer wieder Entschlossenheit bewiesen.

Das geschah manchmal mit dem Einsatz des eigenen Lebens auf dem Feld, viele Male aber mit diplomatischem Geschick hinter den Kulissen.

Der Geist der Eidgenossen:

Mut, List, Intelligenz.

Diese Kombination, das ist der „Geist der Eidgenossen“. Und dieser Geist ist die Grundlage für unsere Eidgenossenschaft. Er machte uns solide, stark und widerstandsfähig.

Ich würde mir heute wünschen, dass unsere Unterhändler in Brüssel etwas mehr von diesem Geist in sich tragen würden.

Die Schweiz ist von unten nach oben gewachsen. Wie eine Blume, ein Strauch oder ein Baum.

Wer mit beiden Füssen auf dem Boden steht, der kann einiges aushalten. Wie die Pflanzen hier im Rheinvorland, die gut verwurzelt sind. Die bleiben auch stehen, wenn der Föhn einmal wild tut.

Neben diesem „Geist der Eidgenossen“ gibt es auch noch den „Geist von Oberriet“. Das sage ich als Oberrieter natürlich besonders gerne.

Dazu gibt es eine schöne Geschichte: Sie spielte sich um das Jahr 1800, also vor über 200 Jahren und mehr als 500 Jahre nach dem Rütlischwur.

Damals besetzten die Franzosen unser Land und wollten einen zentralistisch regierten Staat einrichten.

So mussten auch die Rheintaler schwören, sich an die Regeln und Gesetze der „Helvetischen Republik“ von Napoleon Bonaparte zu halten.

Auch die Oberrieter hätten einen solchen Eid ablegen müssen. Doch die rebellischen Rheintaler widersetzten sich Napoleons Verfassung. Die Franzosen merkten es zuerst gar nicht.

Warum? Als ihnen der Text vorgelesen wurde, verlangten die Franzosen von unseren Leuten jeweils, dass sie zur Antwort geben müssten:

„Wir schwören es!“

Was aber antworteten die Oberrieter?

„Wir hören es!“

Logischerweise fühlte sich gemäss jener Legende keine Oberrieterin und kein Oberrieter verpflichtet, die Regeln Napoleons zu akzeptieren…

Der Geist vom Spitzbuabawäagli:

Jetzt kommen wir vom „Geist von Oberriet“ zum „Geist vom Schloss Blatten“ oder, eben, zum „Geist vom Spitzbuabawäagli“.

Ich wuchs wenige hundert Meter von der Burgruine entfernt auf. Wir Buben vom Oberdorf nahmen immer das „Spitzbuabawäagli“ zur Burg hinauf – und nicht den Weg über die betonierte Treppe.

Vielfach machten wir ein Wettrennen mit denjenigen, die über den ausgebauten Weg zum Schloss hinauf wollten. Meistens gewannen die Spitzbuben.

Als ich älter wurde, war ich wegen meiner Arbeit viel im Ausland. Wenn ich jeweils zum Blattner zurückkam, fand ich es sehr schade, dass offenbar immer weniger Buben und Mädchen das „Spitzbuabawäagli“ hinauf- und hinunterkraxelten und dass jenes wieder überwuchert war.

In der letzten Zeit habe ich gesehen, wie Teile des unteren „Spitzbuabawäaglis“ wieder hervorgekommen sind und weiter oben sogar ein neues dazugekommen ist.

Das beruhigt mich. Warum? Es ist für mich wie ein Symbol: Die kleinen Oberrieter sind wieder bereit, ihren Mut zusammenzunehmen und Neues zu versuchen. Sie sind bereit, etwas zu riskieren, anstatt den Weg des geringen Widerstands zu suchen.

Und es macht überhaupt nichts aus, wenn es einmal eine Beule am Kopf oder eine Schramme am Knie gibt.

Es ist wichtig, dass wir Älteren den Jüngeren nicht immer sagen, warum das nicht geht und jenes gefährlich ist. Es ist gut, dass sie die Freiheit spüren dürfen.

Schauen wir nochmals zurück ins 13. Jahrhundert:

Die Freiheitskämpfer aus den drei Urkantonen riskierten natürlich weit mehr als ein paar Beulen oder Schrammen. Sie setzten ihr Leben ein, als sie sich gegen die ungerechte Habsburger Obrigkeit auflehnten.

Doch etwas war genau gleich: Sie suchten – wie die Oberrieter Spitzbuben – ihren eigenen Weg.

Es war und ist der Wille der Schweizerinnen und Schweizer, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Wir wollen unabhängig sein. Wir wollen ein Land sein, in dem wir Menschen, die hier leben, selbst entscheiden, ob wir das „Spitzbuabawäagli“ oder – auch das ist manchmal notwendig und richtig – die Betontreppe nehmen wollen.

Die Schweiz ist nicht gross, nicht von der Fläche her. Auch nicht von der Anzahl Einwohner. Hier, vom Ländle her gesehen, mögen die Grössenverhältnisse zwar etwas anders aussehen. Aber insgesamt gesehen, ist es so.

Apropos Schweiz und Liechtenstein: Eigentlich sind wir arme Länder. Wir haben keine Bodenschätze. Wir haben schlechte Voraussetzungen. Wenn es nach den Theoretikern ginge, könnte es uns gar nicht gut gehen. Weder dem Liechtenstein noch der Schweiz.

Was sind die Hauptgründe dafür, beide Länder trotzdem stark wurden?

Erstens: In unseren beiden Ländern wird die Eigenverantwortung von uns Bürgerinnen und Bürgern in den Vordergrund gestellt.

Zweitens: Wir regeln die Dinge zuerst in der Familie, dann in der Gemeinde, dann im Kanton, und erst dann auf Bundesebene. Hier im Fürstentum gibt es natürlich keine Kantone. Dadurch sind die Wege noch etwas kürzer.

Wo es notwendig ist, verhandeln wir natürlich mit anderen Staaten und internationalen Organisationen.

Wichtig ist, dass wir bei diesen Verhandlungen das richtige Bewusstsein haben, also den richtigen Geist und den richtigen Ansatz wählen. Ich habe es gesagt: In der Schweiz habe ich das in der letzten Zeit manchmal vermisst.

Die Direkte Demokratie:

Die grossen internationalen Konstrukte sind schwerfällig. Aber nicht nur das. Sie machen träge und unterdrücken in vielen Fällen die direkte Demokratie.

Das entspricht uns Schweizern nicht. Wir sind mit der direkten Demokratie aufgewachsen und haben diese im Blut.

Wir sind es nicht gewohnt, dass der Staat zu viel Macht und Einfluss hat. Es widerspricht unserem Denken und unserer Geschichte.

Wenn ich mit Leuten aus dem Ausland – ausgenommen sind die Liechtensteiner, die Vorarlberger und die Bayern – rede, können diese meistens gar nicht glauben und verstehen, dass man in diesem „Sonderfall Schweiz“ mit der direkten Demokratie die Politiker immer wieder auf den richtigen Weg bringen oder auf den Boden zurückholen kann.

Wie? – Zum Beispiel mit einem Referendum: Mit 50‘000 Unterschriften können die Bürgerinnen und Bürger bei uns die Gesetze der Politiker zur Volksabstimmung bringen.

Wisst Ihr, wie viele Unterschriften es an anderen Orten braucht? Nehmen wir Baden-Württemberg als Beispiel. Das Bundesland ist von der Fläche, der Wirtschaftskraft und der Einwohnerzahl her mit der Schweiz vergleichbar.

Dort braucht es für ein erfolgreiches Volksbegehren die Unterschrift von einem Sechstel der der Wahlberechtigten. Das entspricht 1,25 Millionen Menschen. Zum Sammeln hat man genau zwei Wochen Zeit. All diese gültig gesammelten Unterschriften sind für das Parlament und die Regierung nicht einmal verbindlich.

Und, wenn wir gerade bei den Zahlen sind: Ein Schweizer kann in einem Jahr gleich viel Mal abstimmen wie ein Engländer in seinem ganzen Leben. Und Grossbritannien gilt für viele als das Mutterland der Demokratie.

In den allermeisten Ländern können die Bürger nicht einmal das: Für sie heisst „Demokratie“, dass sie alle paar Jahre das Parlament wählen dürfen. Und vielleicht den Präsidenten. Mehr nicht.

Das kann durchaus angenehm sein. Die Bürger können sich zurücklehnen und für alles die Schuld den Politikern in die Schuhe schieben. Und sagen, dass jene „dort oben sowieso machen, was sie wollen“.

Doch wir Schweizer wollen diese Bequemlichkeit nicht. Das ist nicht der Geist der Eidgenossenschaft, das ist nicht der Geist der Rheintaler. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch nicht der Geist der Liechtensteiner isIt.

Und es ist ganz sicher nicht der „Geist der Spitzbuben vom Schloss Blatten“.

Die beständige Demokratie:

Unsere direkte Demokratie ist wirkungsvoll. Und sie ist beständig. 722 Jahre Geschichte sind der beste Beleg dafür.

Wie verteidigen wir unsere Schweiz und unsere direkte Demokratie gegen aussen?

Die Vorgaben für das Zusammenleben auf internationaler Ebene stehen in Artikel 2 der Bundesverfassung:

«Die Schweizerische Eidgenossenschaft schützt die Freiheit und die Rechte des Volkes und wahrt die Unabhängigkeit und Sicherheit des Landes.»

Freiwilligenarbeit:

Was kann jede und jeder Einzelne von uns tun, damit unser Land zusammenhält? Was ist der Kitt, den viele von uns tagtäglich beitragen, um das „Gebilde Schweiz“ zusammenzuhalten?

Es ist etwas, das die meisten von Euch tun, ohne dass sie sich dazu gross Gedanken machen – nämlich die Freiwilligenarbeit. Rund 3 Millionen Menschen sind bei uns freiwillig engagiert. Im Sport, in der Kultur, in sozialen und kirchlichen Organisationen, im öffentlichen Dienst, in politischen Ämtern, usw.

Die Bewohner der Schweiz leisten insgesamt 700 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit pro Jahr, gratis und franko.

Gibt es in der Ehrenamtlichkeit einen wesentlichen Unterschied zu anderen Ländern? – In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wird zwischen zwei und zehn Mal mehr freiwillige Arbeit geleistet als in den EU-Staaten.

Die Freiwilligenarbeit, vor allem in den Vereinen, bringt die verschiedenen Generationen und die unterschiedlichen sozialen Schichten zusammen.

Schluss und Zusammenfassung:

Nutzen wir unseren Nationalfeiertag, um an die Grundsäulen der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu denken.

Unser Land steht auf drei Pfeilern:Freiheit, Souveränität, Neutralität

Ganz wichtige Stützen für unseren Staat und unser Zusammenleben sind aber auch das Milizsystem und die Freiwilligenarbeit.

Wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren und dazu Sorge tragen, dann – und davon bin ich überzeugt – bleiben wir auch künftig an der Spitze mit dabei.

Auch dank unseren innovativen Unternehmen. Und mit dem Einsatz uns allen, nämlich den Menschen, die in unseren beiden Ländern leben!

Vergessen wir etwas nicht: Unsere Grosseltern mussten zum Teil weit fortziehen, um überleben zu können. Wir haben es in der Hand, dass unsere Kinder ihr Glück hier bei uns finden.

Zwischen Sargans und dem Bodensee wohnen rund eine halbe Million Menschen. Die Dialekte sind sehr ähnlich. Wir merken natürlich die Unterschiede. Und können vielfach sogar genau sagen, aus welchem Dorf jemand kommt.

Doch das ist nicht für alle so. Eine kleine Anekdote dazu: Ich arbeitete in den 90er-Jahren beim Schweizerischen Skiverband. Jener hat seinen Sitz in Bern.Am Anfang meinten die einen wegen meines Dialekts, dass ich Liechtensteiner sei. Vor allem mit dem Namen: Büchel. Die anderen vermuteten gar, dass die Österreicher einen Spion in Bern platziert hätten…

Doch kommen wir zurück, hierher.

Denken wir daran: Die Kinder wagen es, jeweils das „Spitzbuabawäagli“ zu nehmen. Lassen wir sie machen. Binden wir sie nicht zurück! Freuen wir uns, wenn die Jungen eigene Wege suchen und finden!

Mutig neue Wege suchen und dabei das Risiko der Bequemlichkeit vorziehen; das sollten wir auch als Erwachsene tun. Das tut gut und bringt uns vorwärts. Nehmen wir etwas vom „Geist vom Spitzbuabawäagli“ mit nach Hause!

In diesem Sinn und mit dieser Bitte wünsche ich allen eine gute und erfolgreiche Zukunft.

Vaduz, 1. August 2013
Roland Rino Büchel

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