Nationalräte Rickli und Büchel berichten aus Bern
29. Juni 2013
Erschienen in: Der Rheintaler, Rheintalische Volkszeitung, news.heute.ch

Unsere Regionalzeitungen veröffentlichten einen eher eigenartigen Bericht zum kompetenten Auftritt von Natalie Rickli in Widnau. Die interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer im vollen "Hecht-Saal" stellten während des Anlasses mehr als zwei Dutzend Fragen an die beiden Nationalräte. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer kamen von ausserhalb der SVP. Alle Anwesenden erhielten ein 34-seitiges Dossier zur Sommersession.

www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/rheintal/rt-au/SVP-Rheintal-mit-Natalie-Rickli-bi-de-Luet;art168,3456108

http://news.heute.ch/index.php?q=Nationalrat

 

SVP Rheintal mit Natalie Rickli bi de Lüt

Die sonst von Nationalrat Roland Rino Büchel immer allein bestrittene Politshow «Bericht aus Bundesbern» wurde diesmal von seiner SVP-Nationalratskollegin Natalie Rickli mitgestaltet. Büchel war mit Mutter, Frau und Kind zugegen.

MAYA SCHMID-EGERT

WIDNAU. Was war zuerst: das Fernseh-Format «SF bi de Lüt» oder der sogenannte «Bericht aus Bundesbern», der von SVP-Parlamentariern parteiintern nach jeder Session verlangt wird? Die Antwort fällt schwer, gerade nach dem Auftritt von Nationalrätin Natalie Rickli als Gast der SVP Rheintal.

Mit verschränkten Armen

Beim Betreten des «Hecht»-Saales musste man den Blick über die (an St. Saphorin nippende) Gruppe schweifen lassen, um Rickli zu entdecken.

Mit zwei graumelierten Herren vor dem Plakat «Rheintaler wählen SVP» stand sie da, der angekündigte Politstar – durchschnittlich gross, die Haare glatt gekämmt, im dunkelblauen Anzug, mit verschränkten Armen, die bis zum Ende des Warm-ups vor der Show in dieser Stellung verharrten. Ihr Kollege im Nationalrat, Roland Rino Büchel, der mit Frau, Mutter und Baby gekommen war, moderierte an, gab Organisatorisches durch (den Zug um 22.02 Uhr nach Bern erwischen; falls man ihn nicht höre, die laute Lüftung abschalten).

Verlässliche Stimme

«Jo, Natalie, jetzä», war sein Kommentar zur plötzlich neben ihn an den Stehtisch getretenen, strahlenden Winterthurerin, die zuerst auf einem Stuhl Platz genommen hatte.

Mehr sagte er nicht, weder, dass sie 2011 das beste Wahlresultat gemacht, noch dass sie ein Burn-out überstanden hatte. Nichts zum Profil der «Schweizer Illustrierten»-tauglichen SVP-Hoffnung. Doch Natalie Rickli war jetzt in der Show «Bericht aus Bern», die sonst immer von Büchel allein bestritten wird.

Und die konnte ihr niemand mehr stehlen. Nicht einmal Ilaria Rina Büchel, die jedes Mal, wenn ihr berühmter Papi sprach, fröhlich vor sich hin quiekte, und nur bei ihm – eine verlässliche Stimme. Erst seit kurzem sitze seine Tochter, liess Büchel das rund 50-köpfige, zu Dreiviertel männliche Publikum wissen. Worte eines stolzen Vaters, eingestreut zwischen Ausführungen über «teure Bundesreisli, erpresserischen Bankendeal, korrupte Sportfunktionäre».

Blocher und Shiva

«Was wir in Bern machen, ist furchtbar! Man sollte Sessionen auslassen, dann könnten wir Nationalräte keine neuen Geschäfte behandeln, die eure Freiheit erneut beschneiden!» – Mit Sätzen wie diesen punktete Rickli, die Marketingfachfrau, deren Kommunikation stilistisch an Christoph Blocher und körpersprachlich an Mike Shiva erinnern.

Verfänglich ihr Zwinkern: Perfekt eingesetzt, verströmte es ein wohliges Wir-Gefühl unter Eingeweihten, die genau verstanden haben, dass «die in Bern immer gegen die SVP sind».

Mit Joker-Frage

Zum fulminanten Finale kam es nach dem Dank von Ortsparteipräsident Werner Heule. Stand doch der St. Margrether Alfons Stieger nach der Schlussszene mit Überreichung der Blumen auf und stellte die Joker-Frage: «Und wann werden Sie Bundesrätin?»

Gelächter, Applaus. Nach der Show ist vor der Show.

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