Bratwurst legalisieren anstatt Arbeitsplätze aufs Spiel setzen - die originelle Kampagne zum Arbeitsgesetz
28. Juni 2013
Erschienen in: div. Medien (Radio, TV, Zeitungen) in der Deutsch- und Westschweiz sowie im Tessin

Am 22. September 2013 stimmen wir über das Arbeitsgesetz ab. Dabei geht es um fast unglaublcihe Einschränkungen bei Shops, die 24 Stunden am Tag offen haben. Sie dürfen in der Nacht zum Beispiel Cervelats verkaufen - aber keine Bratwürste. Heute war in Bern die Vorstellung der Kampage "Ja zum Arbeitsgesetz". Dabei nahm je ein Vertreter jeder bürgerlichen Partei (SVP, FDP, CVP, GLP und BDP) teil.

www.20min.ch/finance/news/story/Buergerliche-wollen-Wurst-und-Eier---rund-um-die-Uhr-29403941

www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/schweiz/schweiz-sda/Einkaufen-rund-um-die-Uhr-soll-moeglich-sein;art46447,272117

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/bratwuerste-und-joghurt-morgens-um-3-uhr-1.18107635

www.nzz.ch/aktuell/schweiz/regale-sollen-nicht-mehr-abgesperrt-werden-1.18107118

www.lematin.ch/suisse/stationsservice-droite-veut-abolir-restriction/story/18320745

www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz-sda/Buergerliche-wollen-Bratwuerste-rund-um-die-Uhr;art253650,3456063

Hier mein Votum an der Pressekonferenz::

"Wir sollten nicht unnötig Arbeitsstellen aufs Spiel setzen

Ich verstehe bis heute nicht, was die Gewerkschaften mit ihrem Referendum bezwecken möchten. Mit den Ladenöffnungszeiten hat es nichts zu tun. Diese sind und bleiben auf kantonaler Ebene geregelt.

Und was das sinnvolle Aufheben der sinnlosen Sortimentsbeschränkung mit Arbeitnehmerschutz zu tun haben soll, ist nicht nur mir schleierhaft.

Im Gegenteil: Diese Sortimentsbeschränkung gefährdet Arbeitsstellen in Betrieben, welche schon heute während 24 Stunden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen dürfen. Diese Angestellten verkaufen nachts schon Kioskartikel, Kaffee und Benzin.

Es ist absurd, dass die Gewerkschaften den Verkauf von gewissen Shopartikeln wie Bratwürste (das sage ich als St. Galler) oder Tiefkühlpizzen (das sage ich nicht nur, weil meine Nonna aus Italien stammt) verbieten möchten.

Stellen Sie sich vor: Cervelats dürfen Sie kaufen, Bratwürste nicht. Gekochte Eier dürfen Sie kaufen, rohe nicht. Ein Weggli dürfen Sie kaufen, ein ganzes Brot nicht!

Es wirkt noch abstruser, wenn von Gewerkschaftsseite her gesagt wird, dass dies zum Schutz der Arbeitnehmer sei.
Das Absperren einzelner Gestelle bedeutet für die Angestellten einen sinnlosen Mehraufwand und führt zu Unverständnis und Unzufriedenheit bei der Kundschaft.

Statt lokalen und regionalen Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung zu tragen, gefährden die dogmatischen Referendumsführer Arbeitsplätze. Sagen wir es klar und deutlich: Sie verkennen offensichtlich die Realität.

Es gibt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die gerne in der Nacht oder sonntags arbeiten möchten. Ich tat das während meiner Studienzeit auch. Die Gegner der Vorlage nehmen die Gefährdung solcher Arbeitsplätze bewusst in Kauf.
Unverständlich ist aber auch das Verhalten des SECO. Anstatt die Rahmenbedingungen für das Gewerbe und die Unternehmen zu verbessern, legt man ihnen zusätzliche Steine in den Weg.

Es ist wirtschaftspolitisch unverständlich, dass das SECO gegenüber Shops, welche sowieso 24 Stunden geöffnet haben, eine nächtliche Sortimentsbeschränkung durchsetzen will.

Es ist nicht nur so, dass die von der Vorlage betroffenen Shops für den Staat Steuereinnahmen generieren, ihre flexiblen Arbeitsstellen sind gerade für Studierende und Alleinerziehende von besonderer Attraktivität.

Die Wirtschaft ist auf beste Rahmenbedingen und möglichst viel Freiraum angewiesen. Nur so können Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden. Bürokratischer Unsinn wie Sortimentsbeschränkungen in geöffneten Shops laufen dem fundamental zuwider.

Deshalb sage ich Ja zum revidierten Arbeitsgesetz und damit zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen."

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