Hauptversammlung der SVP AI mit Referat von Roland Rino Büchel
21. November 2011
Erschienen in: Appenzeller Zeitung

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Ein Rollentausch an der Spitze

Die Innerrhoder SVP hat einen neuen Präsidenten: Ruedi Eberle folgt auf Emil Mock. Gast an der Hauptversammlung war Nationalrat Roland Rino Büchel.

LUKAS PFIFFNER

WEISSBAD. «Wer dem Rollentausch zustimmen möchte, zeige dies mit Handerheben», sagte Ruedi Eberle, der als Vizepräsident der Innerrhoder SVP durch die 14. Hauptversammlung im Restaurant Loosmühle führte. Er stellte sich als Nachfolger von Emil Mock zur Verfügung; der bisherige Präsident werde bis auf weiteres als Vizepräsident im Vorstand verbleiben, wurde den fast 30 Anwesenden mitgeteilt. Diesem Vorschlag erwuchs keinerlei Diskussion oder gar Opposition.

Ein «dickes Fell» gebraucht

Mit Applaus und einem Geschenk wurde Emil Mock von der Versammlung als Präsident verabschiedet. Er fungierte ab 2003 als Co-Präsident der kantonalen SVP und übernahm 2007 das Präsidium alleine. Der abtretende Präsident habe die Meinung hartnäckig vertreten, sei stets mit Leib und Seele für die SVP und deren Grundwerte eingestanden. Das Präsidentenamt habe es mit sich gebracht, dass man angreifbar sei; Emil Mock habe entsprechend ein «dickes Fell» gebraucht. Dieser hatte in seinem Rückblick von einem ereignisreichen Jahr berichtet: global, eidgenössisch und kantonal. Er ging auch auf die Kritik an ihm ein im Kontext mit der Ständeratswahl. Es habe Missverständnisse gegeben; statt auf die Sache einzugehen, sei der Stil kritisiert worden. Im Hinblick auf die Bundesratswahlen vom 14. Dezember meinte Emil Mock, es werde sich zeigen, ob das Parlament staatspolitisches Handeln oder Tricks und Gags auf Lager habe. «Weiss die hochgejubelte politische Mitte, was für eine Schweiz sie will? Wem dient denn eine Auflösung des traditionellen Schweizertums?», fragte er in den Saal.

Ein Spagat?

«Es ist vorgesehen, dass wir den Generationenwechsel weiter vorantreiben und eine oder zwei Personen für die Mitarbeit im Vorstand finden», sagte der neue Kantonalpräsident Ruedi Eberle. Die verbleibenden Vorstandsmitglieder wurden bestätigt: Paul Wyser (Kassier), Christa Bigler (Aktuarin), Martin Ebneter (Beisitz) sowie Michael Rusch (Präsident Junge SVP AI). «Die Doppelfunktion als Gontner Hauptmann und SVP-Präsident ist eine Herausforderung», erklärte Ruedi Eberle. «Wenn es ein Spagat wird, hoffe ich, dass ich ihn bewältige.» Er wies darauf hin, dass auf kantonaler Ebene ein «heisser Frühling» in Sachgeschäften bevorstehe. Als Beispiele nannte er das strukturelle Finanzdefizit des Kantons und das Ansinnen, die Bezirke zusammenzulegen.

Rasch erledigt waren die restlichen Geschäfte. Die Jahresrechnung zeigte bei Ausgaben von rund 5100 Franken einen Einnahmenüberschuss von rund 2500 Franken. Die Mitgliederbeiträge liegen weiterhin bei 50 Franken (Einzelpersonen) und 70 Franken (Ehepaare). Unter «Verschiedenes» wünschte ein Mitglied Auskunft darüber, woran die Jungen in der Partei arbeiten würden. Erwähnt wurde, dass sie sich mit dem Thema erschwingliches Bauland beschäftigt hätten. Ruedi Eberle schlug vor, künftig für die Berichterstattung der Jungen ein eigenes Traktandum vorzusehen.

Appell an Eigenverantwortung

Im zweiten Teil des Abends ging der SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel (Oberriet) auf die Frage ein, warum Vereine aktive Mitglieder brauchen und auch Junge politisch tätig sein sollen. Sein Referat gab Einblicke in Historisches und in andere Länder. Er appellierte an die Eigenverantwortung der Bürger, die demokratischen Grundwerte, die Freiheit.

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