Lotteriefonds - Votum im Kantonsrat zu einem unsinnigen Beitrag
28. November 2006

Antrag L.06.2.12 (Streichungsantrag)

 


Sehr geehre Damen und Herren

Ich spreche zu Antrag L.06.2.12 auf Seite 14. Im Titel steht: „Väter gewinnen“.

Es geht offenbar um die „Vernetzung und das Coaching von Männern in der Haus- und Familienarbeit.“ So etwas wie eine staatlich gestützte „Gewerkschaft light“ für die Hausmänner, also. Die Arbeit basiert auf der Erkenntnis, dass vielfältigere Rollenkonzeptionen von Männern „klar gesundheitsförderlich“ sein sollen.

Hier kann ich nur sagen: Allzu viel ist ungesund. Und zwar für diejenigen, die das bezahlen müssen.
Worum geht es? "Das Projekt steht in der Tradition der politischen Gleichstellungsarbeit, indem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus Männer- bzw. Vätersicht thematisiert wird.“ – Das steht wortwörtlich auf Seite 14.

Es hat zwar schon immer geklappt, aber jetzt wird es sogar noch thematisiert. Und ein solches „Thematisieren“ kostet.
Dieses Projekt geniesst die Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Mann und Frau und hat eine Laufzeit bis Ende 2006. – Einen Monat noch, dann haben wir auch das überstanden. Schön wärs. Jetzt sollen wir aus dem Lotteriefonds nochmals 15'000 nachlegen, weil ein Auswertungsbericht erstellt werden soll.

„Die Publikation wird bewusst nicht als projektbezogener Auswertungsbericht herausgegeben.“ Und – wieder wortwörtlich – „Grundsätzlich spricht sie durch ihre Gestaltung und Zusatzinformaitonen ein grosses Publikum an.“ Jetzt haben wir endgültig Glück gehabt und können den Antrag ohne schlechtes Gewissen streichen. – Wenn die Welt tatsächlich auf dieses Buch gewartet hat, dann liebe Hausmänner: "Machen Sie es wie jeder, der eine Buchidee hat. Finden Sie einen Verlag. Das wird beim offenbar grossen Publikumsinteresse kein Problem sein. Geschätzte reflektierende Väter, handeln Sie beste Konditionen aus. Verdienen Sie sich reich.“

Um Ihnen das nicht zu verunmöglichen, stelle ich den Antrag, die störende Stütze des Lotteriefonds zu streichen.
Und hoffe, dass viele Mitglieder dieses Rates den Hausmännern helfen werden, möglichst gewinnbringend und frei von politischer Einflussnahme zu reflektieren.

Roland Rino Büchel

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