Die FIFA zahlt 20 Millionen Euro an Interpol - was sagt der Bundesrat dazu?
31. Mai 2011
Erschienen in: Unterlagen des Eidgenössischen Parlaments

Heute habe ich die folgende Frage an den Bundesrat gerichtet (Die Antwort folgt in der "Fragestunde" vom 7. Juni 2011):

Die Schweiz ist eines der 188 Mitgliedsländer der Interpol. Die Fifa gab vor kurzem bekannt, diese finanziell zu unterstützen.   

- Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass es mit dem Status der Interpol nicht vereinbar ist, sich von einem Sportverband mit einem gerichtlich dokumentiert zweifelhaften Ruf finanzieren zu lassen? 

- Kann garantiert werden, dass die Unabhängigkeit der Interpol trotz des 20-Mio-Euro-Sponsoring-Deals (40 % eines Jahresbudgets) vollumfänglich gesichert bleibt?

 

Die ausführlichere Version mit zusätzlicher Begründung:

Die Schweiz war im Jahr 1923 Gründungsmitglied der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation Interpol und ist bis heute eines der 188 Mitgliedsländer und somit Kostenträger. Nun gab der Weltfussball-Verband Fifa vor kurzem bekannt, die Interpol finanziell massiv zu unterstützen.

Die Medienmitteilung lautet: "Die Fifa wird Interpol die höchste Spende zukommen lassen, die die internationale Polizeiorganisation je von einer privaten Institution erhalten hat. Finanziert wird damit ein beispielloses 10-Jahres-Programm im Wert von mehreren Millionen Euro pro Jahr." 

Dabei soll es vor allem um die Verhütung und Bekämpfung von Machenschaften und illegalen Wetten im asiatischen Raum gehen. Das Hauptproblem des Milliardenkonzerns mit Vereinsstatus ist jedoch ein anderes: Verschiedene hohe Fifa-Funktionäre sind nachweislich korrupt. Andere stehen unter schwerem Korruptionsverdacht. 

- Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass es mit dem Status einer seriösen polizeilichen Organisation nicht vereinbar ist, sich von einem Sportverband mit einem gerichtlich dokumentiert zweifelhaften Ruf finanzieren zu lassen? 

- Kann die Schweiz als Mitglied weiterhin davon ausgehen, dass angesichts des massiven Sponsorings durch die Fifa (im Wert von fast 40 % eines Jahresbudgets von Interpol) die Neutralität und Unabhängigkeit dieser kriminalpolizeilichen Organisation vollumfänglich gesichert bleibt?

Roland Rino Büchel

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