Säntis-Besteigung von Taiwans Botschafter und Büchel wird folgen
8. April 2011
Erschienen in: Rheintaler, Rheintalische Volkszeitung

Der Rheintaler: Stäntis-Besteigung wird folgen

Auf Initiative und Einladung des Rheintaler Nationalrats Roland Rino Büchel besuchte gestern der taiwanische Botschafter Fadah Hsieh mit einer kleinen Delegation aus Bern Kultur- und Industrie-Betriebe in St. Gallen und im Rheintal.

René Schneider

Diepoldsau. In wenigen Jahren wurde Taiwan für den Stickmaschinen-Hersteller Lässer in Diepoldsau zu einem der wichtigsten Exportmärkte. Nicht zuletzt darum wollte der Botschafter auf seiner kleinen Reise durch die Ostschweiz dieses Rheintaler Unternehmen besuchen und näher kennenlernen. Eine der ersten Lässer-Stickmaschinen ging 1987 nach Taiwan, erzählte gestern Reto Kuster vom Lässer-Verkauf dem hohen Gast und seinen Begleitern auf dem Rundgang.

Wichtiger Exportpartner

Ein paar Dutzend Ostschweizer Firmen haben inzwischen lokale Vertretungen in Taiwan – und umgekehrt gibt es in der Ostschweiz bereits ein paar taiwanische Firmen; darunter Microlife in Widnau. Auch dieses unternehmen beehrte der taiwanische Botschafter in der Schweiz gestern mit einem Besuch. Die Reise war von Nationalrat Roland Büchel organisiert worden, der die Gruppe begleitete.

«Viele Zeitgenossen glaubten, Taiwan sei vor allem ein Lieferant für Elektronik, sagte Büchel am Rand des Rundganges bei Lässer. In Tat und Wahrheit exportiere die Schweiz seit Jahren wertmässig mehr als doppelt so viele Produkte und Dienstleistungen nach Taiwan als sie von dort importiere. In manchen Branchen würden gar zweistellige Zuwachsraten registriert. Zunehmend wichtig wird das asiatische Land auch für den Tourismus in der Schweiz: Seit Januar brauchen Besucher aus Taiwan kein Visum mehr.

Neu ohne Visum

Schon in den Vorjahren waren jährlich etwa 40 000 taiwanische Touristen in die Schweiz gereist. Auch in diesem Bereich dürften die Wachstumszahlen folglich in nächster Zukunft erfreulich sein.

Der Botschafter mit seinen Begleitern aus der Botschaft besuchten am Vormittag das Textilmuseum und die Lokremise in St. Gallen und am Nachmittag den Stickmaschinen-Hersteller Lässer in Diepoldsau sowie Microlife im Industriegebiet Nöllen in Widnau. Microlife ist das Hauptquartier einer international agierenden taiwanischen Firma für die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Diagnosegeräten (darunter Blutdruck-Messgeräte und Fiebermesser).

Die taiwanische Firma schätzt gemäss Büchel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz und setzt auf das Label «Swiss Design». Darum sei hier der Hauptsitz für Europa, den Mittleren Osten und Afrika.

Säntis-Wanderung

Büchel kennt den Botschafter Fadah Hsieh von einem Anlass letzten Oktober in Bern zum taiwanischen Nationalfeiertag und weil er Mitglied der Parlamentarier-Gruppe Schweiz-Taiwan ist. Auch verbinde ihn die Liebe zum Ausdauersport mit dem taiwanischen Diplomaten, sagte Büchel. Der Botschafter habe ihn gebeten, ihm wirtschaftlich und touristisch die Region Ostschweiz zu zeigen. Büchel lacht verschmitzt: «Er weiss noch nichts davon, aber er wird noch dieses Jahr mit mir über die Meglisalp zum Säntis wandern dürfen.»

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