Die Schweiz und Schengen - eine düstere Bilanz nach zwei Jahren
30. Dezember 2010
Erschienen in: Schweizer Fernsehen SF, Schweizer Tageszeitungen

SF Tagesschau: Schengen - die düstere Bilanz nach zwei Jahren

An der Pressekonferenz zum Jahresende legte die SVP die düstere Schengen-Bilanz dar. Neben Parteipräsident Toni Brunner informierten Nationalrat Yves Nidegger (GE), Nationalrätin Yvette Estermann (LU) und Nationalrat Roland Rino Büchel (SG). - Hier mein "Originalbeitrag" von der Pressekonferenz im Medienzentrum des Bundeshauses, gemischt auf Deutsch und Französisch:

"Geschätzte Damen und Herren

Meine Kollegen haben es dargelegt: „Schengen“ steht in vielen Bereichen als Synonym für „Probleme“. Anstatt der vom Bundesrat proklamierten Devise „Mehr Sicherheit“ lautet das Schengen/Dublin-Motto heute „Schadensbegrenzung“. Das ist in den Bereichen Visa, Aussengrenzen sowie Asyl- und Ausländerrecht klar ersichtlich.

Ich konzentriere mich in meinen Ausführungen auf die Kosten und auf Bereiche, die für mich als Bürger von entscheidender Bedeutung sind: Erstens bin ich ein überzeugter Föderalist und Verfechter einer unabhängigen und souveränen Schweiz. Zweitens – und ganz wichtig – der Begriff „Eigenverantwortung“ darf bei uns nicht zu einer leeren Worthülse verkommen.

1. Die Kosten

Schengen coûte trop cher à la Confédération et aux cantons. Pour en arriver à ce constat j'ai consulté les explications de vote du Conseil fédéral avant le scrutin sur Schengen/Dublin et j'ai comparé ces chiffres avec les dépenses réelles. 

Il y a cinq ans, on a voulu faire croire aux citoyens que Schengen/Dublin coûterait 7,4 millions de francs par an à la Suisse. "Plus de sécurité pour relativement peu d'argent" – une promesse qui a incité de nombreux votants – même des régions frontalières – à déposer un oui dans l'urne.

Nur schon die neue Visapraxis an sich, aber auch die weltweit erschlichenen Schengen-Visa, welche vielen unerwünschten Personen ein Einreisen in die Schweiz ermöglichen, zeigen klar: Die Sprüche von „mehr Sicherheit“ gehören ins Land der Märchen.

Ich lege Ihnen die Täuschung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger anhand der Kosten dar: Anstatt der propagierten rund 37 Millionen sind in fünf Jahren allein beim Bund 185 Millionen Franken Kosten entstanden. Darunter fallen Beiträge an die EU, zusätzliche Stellen in der Bundesverwaltung, exorbitant hohe Auslagen für die Informatik und teure Investitionen für die temporäre Schengen-Aussengrenze mit dem Fürstentum Liechtenstein.

A elles seules, ces lourdes charges financières que l'accord de Schengen représente pour la Confédération – et auxquelles il faut ajouter les coûts pour les cantons feront réfléchir les citoyens critiques quant à l'utilité de l'appartenance à Schengen.

A propos des coûts justement, la frontière extérieure de Schengen entre la Suisse et le Liechtenstein, nous offre un exemple révélateur: cette frontière divise depuis deux ans la vallée du Rhin – comme elle sépare la Pologne de la Biélorussie ou l'Italie de la Libye! Chaque passage frontalier est filmé pour Big Brother UE. Non seulement ce dispositif ne sert à rien, mais en plus, il est très coûteux.

Die St. Galler Regierung forderte vom Bund „eine massgebliche Beteiligung an den dem Kanton St. Gallen erwachsenden Kosten“. Vergebens. Der Kanton zahlt alles. Viele weitere kantonale Kosten sind bei den dargelegten 185 Millionen Franken nicht inbegriffen. Klar ist auch: Direkte und indirekte Schengen-Kosten entstehen nicht nur in den Grenzkantonen.

Enorm hohe Ausgaben auf der einen Seite und ein negativer Ertrag auf der andern Seite (weniger Sicherheit) – kein Buchhalter würde Ihnen raten, Schengen-Mitglied zu bleiben.

2. Der Kompetenzkonflikt zwischen Bund und Kantonen

Schengen hat zu einem Chaos der Zuständigkeiten zwischen dem Bund und den Kantonen geführt. Deshalb ist es dringend notwendig, dass der Bundesrat die akute und auf allen Stufen herrschende Rechtsunsicherheit beseitigt.

J'habite à moins de 500 mètres de la frontière. Là on se rend compte des problèmes de délimitation entre la police cantonale et le Corps des gardes-frontière. De toute évidence, aussi bien les interpellations que les arrestations et le recours aux armes par les gardes-frontière ne sont pas réglés.

Die Kontrollen des Grenzwachtkorps im rückwärtigen Raum, auch bekannt als „Schleierfahndung“, führen zu mühsamen Doppelspurigkeiten. Die kantonalen Polizeivorsteher singen zwar oft und gerne den bekannten Refrain „Ein Raum, eine Aufgabe, eine Führung“. Die Praxis jedoch präsentiert uns das Bild „Ein Raum, ein Durcheinander“.

3. Das Waffenrecht

Jusqu'à la conclusion de l'accord de Schengen, la Suisse vivait une tradition des armes marquée par le libéralisme et la responsabilité individuelle. Aujourd'hui, on exige même un contrat écrit pour la cession d'une arme entre particuliers.

Das ist völlig jenseits der Realität: Ein Schütze hat seinem Vereinskollegen seinen alten Karabiner seit jeher per Handschlag verkauft. Nun macht er sich damit strafbar.

Nicht einmal in unseren ureigensten Traditionen haben wir noch die Hoheit über unsere Gesetze.

Schengen sei Dank."

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