Roland Rino Büchel im Nationalrat vereidigt 
2. März 2010
Erschienen in: Rheintalische Volkszeitung

Rheintalische Volkszeitung: Roland Rino Büchel (mitte) im Nationalrat vereidigt

Ein besonderer Moment für Roland Büchel (Mitte): die Vereidigung als Nationalrat. (Foto: key)

Oberriet/Bern. – Er ist nicht zum ersten Mal im Bundeshaus, denn einige Male schon war Roland Büchel als Besucher und für Sitzungen dort. Aber der Sitz im Nationalrat ist Roland Büchel noch neu. Er muss sich erst herantasten an das, was ihn dort erwartet.
 
Wenn er als weitgereister Mann auch keine Berührungsängste hat, die Abläufe sind noch fremd und werden es noch einige Zeit bleiben. «Aber ich habe es sicher besser als einer, der direkt neu gewählt wird», erklärte er. Denn seit Juni letzten Jahres wisse er, dass er das Mandat von Jasmin Hutter übernehmen werde. Da habe er sich – unter anderem an der kürzlich erfolgten SVP-Fraktionssitzung – gut vorbereiten können. Ausserdem werde er durch das SVP-Fraktionssekretariat bestens und professionell unterstützt, meinte er.

40 000 statt 4000
Trotzdem – die Arbeit, auch wenn in grundsätzlichen Dingen gleich, ist im Nationalrat doch eine andere als im Kantonsrat. Das, was beides verbindet, ist, dass er als Parlamentarier politisch tätig ist. «Ich bin kein Exekutivpolitiker und strebe dies auch nicht an», meint Büchel. Was aber im Nationalrat ganz gravierend anders ist: Ein Kantonsrat vertritt etwa 4000 Menschen, ein Nationalrat fast 40 000. «Das ist eine ganz andere Dimension», meint Büchel.

Weil ihm das Rheintal als Nationalrat speziell am Herzen liegt, möchte er in Bern eine gute Politik machen. «Eine, die den Leuten, dem Gewerbe und der Industrie des Rheintals nützt.» Dies verbindet er mit der Hoffnung, dass sich die bürgerliche Seite verstärkt durchsetzen kann. «FDP, konservative CVPler und SVP zusammen, ergibt eine gute Politik», konkretisierte er. In den nächsten anderthalb Jahren ist ihm ichtig, dass es keine schleichende Annäherung an die EU gibt.

Einer unter 200
Inzwischen weiss Roland Büchel, dass er in die Aussenpolitische Kommission delegiert ist, deren Schwerpunkt die Europapolitik ist. Da er fünf Sprachen beherrscht, kommt ihm dies gelegen. «Mit der FDP-Frau Christa Markwalder als Präsidentin der APK wird es spannend. Denn sie ist die Präsidentin der so genannten neuen europäischen Bewegung Schweiz», sagt er. Und ist gleichzeitig sicher, dass seine Aufgabe die sein wird, in Sachen EU zu bremsen. Nicht dass man ihn falsch verstehe: Auch er befürworte ein gutes Verhältnis zur EU. Doch dafür müsse man nicht Mitglied sein. Als Minorität überall mitreden zu können, sei utopisch.

Heisse Diskussionen scheut Büchel nicht, wie er in der Vergangenheit bewiesen hat. Bewiesen hat er auch, dass seine Argumente nicht nur schlagkräftig, sondern auch wahr sind. «Wenn man angriffig wird, muss das, was man sagt, stimmen.»

Aber er ist sich bewusst, dass er im Nationalrat nur einer von 200 ist. Allzu forsch möchte er als Neuling sowieso nicht vorgehen. Auch aus Respekt dem Amt gegenüber. Denn im Parlament werden die Gesetze gemacht. «Oft passiert das viel zu hektisch», meint er – und unterstellt damit keinesfalls schlechte Absichten. «Aber ich weiss, dass – ist ein Gesetz erst einmal verabschiedet – viel ausgelöst wird und es anschliessend kaum mehr ein Zurück gibt.» Dies habe er in den sechs Jahren, in denen er schon als Kantonsrat tätig ist, gelernt.

Zwei Drittel Politik
Sein berufliches Pensum hat Roland Büchel bis auf weiteres zurückgeschraubt. Als SVP-Parteileitungsmitglied ist er auf Gemeinde- und Kreisebene tätig. Kantonal und national ist er Delegierter. Bisher hat die Politik einen festen Platz in seinem Leben gehabt, sie war ihm sehr wichtig, hat aber sein Leben nicht dominiert. Mit dem NR-Mandat und den Kommissionssitzungen spielt die Politik bis auf weiteres eine beherrschende Rolle in seinem Leben.

Zwei Drittel werde er der Politik widmen, einen Drittel dem Beruf, sagt Büchel. Seine Tätigkeit als selbständiger Sportmanager kommt ihm da entgegen. Doch werden Politik und Beruf zusammen auf jeden Fall mehr als 100 Prozent Auslastung geben. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes, zumal Roland Rino Büchel weiss, dass er die Einarbeitungszeit im Nationalrat mit viel Zeitaufwand betreiben wird. «Ich knie mich gerne selber in eine Sache hinein und möchte nicht immer fragen.»

Nächste Wahl gewinnen
Hat Roland Büchel mit dem NR-Mandat das Ziel seiner politischen Karriere erreicht? «Das kann ich so nicht sagen», meinte er, «weil ich mir politisch kein solches Ziel gesetzt habe.» Er, der seinen Werdegang in der Politik ohne Vorbelastung anging, weiss, dass er – neben seiner Zielstrebigkeit und Kondition – auch von der Parteistärke profitiert hat.

Nun hofft er, indem er gute Arbeit leistet, sein Nationalratsmandat auch über die nächsten Wahlen hinaus weiterführen zu können.  «Ich lasse alles auf mich zukommen und gebe mein Bestes.» Wichtig ist ihm, so bleiben zu können, wie er ist. «Ich möchte nicht in eine Rolle schlüpfen sondern meinen Prinzipien sowohl privat als auch politisch treu bleiben.»

Autorin: Angelika Rieger, stellvertretende Chefredaktorin

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