Fakten zum Um- und Neubau der Kantonsschule Heerbrugg
29. April 2009
Erschienen in: Der Rheintaler, Rheintalische Volkszeitung, Rheintaler Bote

Um- und Neubau der Kanti Heerbruggvon Roland Rino Büchel, Kantonsrat SVP

Zur Kanti Heerbrugg geistern Gerüchte und Teilwahrheiten durch den Kanton. Viel warme Luft; wie beim Föhn vom letzten Wochenende. Was an Radio und TV, in den Zelten der Rhema, im Internet und den Zeitungen zur Kantonsschule zu sehen, zu hören und zu lesen war, ist inhaltlich wenig präzise.

Ich sage dies als SVP-Sprecher der Kommission. Der „Sprecher“ ist der Leiter der Delegation einer Partei. Also die Person, welche sich besonders gründlich mit einem Geschäft befasst und dieses im Kantonsrat vertritt. Von all den Kommentierenden hat sich kein einziger mit mir in Verbindung gesetzt. 

Jetzt handeln

Es hätte sich lohnen können. Denn ich habe in meinem Team einen Architekten, eine ausgewiesene Bildungsspezialistin, einen erfolgreichen Unternehmer und einen erfahrenen Bauleiter. Alle hatten den Auftrag, sich intensiv mit dem Inhalt der Vorlage auseinanderzusetzen. Sie haben ihren Job gut gemacht. Kurz: Dass der Bau aus dem Jahr 1975 sanierungsbedürftig ist, wird von niemandem bestritten. Dass Schul-, Vorbereitungs- und Gruppenräume für einen zeitgemässen Unterricht fehlen, ist allen klar. Dass die Containerprovisorien praktisch nicht mehr nutzbar sind, ist offensichtlich. Es besteht Handlungsbedarf. Wegen der SVP wird der Baubeginn um keine Sekunde hinausgezögert.

Unnötiges für 800'000 Franken

Warum tadeln uns die schlecht informierten Kommentatoren also? Erstens, weil wir es als wenig sinnvoll erachten, eine Photovoltaikanlage auf das Flachdach zu stellen. Diese bringt genau siebeneinhalb Mal weniger als eine anständige Isolation der bestehenden Fassade am gleichen Bau. Für die beauftragten Planer und die zuständigen Stellen beim Kanton ist die Installation für eine halbe Million deshalb eine Verschwendung von Steuergeld. Wir sehen es gleich. Ein vernünftiger Entscheid oder eine Sünde der SVP? In den Augen der Kritiker haben wir eine zweite Missetat begangen: Wir sind der Ansicht, dass ein durchaus schönes Projekt nicht obendrein 300'000 Franken für so genannte „Kunst am Bau“ braucht.

Volksabstimmung im Herbst

Im kommenden Herbst können wir alle über diese Bauvorlage abstimmen. Klar ist, dass diese beim Volk auf weniger Widerstand stiesse, wenn wir die 800'000 Franken eingespart hätten. Denn vergessen wir eines nicht: Neben uns Rheintalern gehen auch der pensionierte Zimmermann aus dem Toggenburg, die zwanzigjährige Coiffeuse aus Wil, der eingebürgerte Malerstift aus Rorschach, der Bauer aus dem Sarganserland, der Lagerist aus St. Gallen und der Gewerbler aus dem Werdenbergischen an die Urnen.
 
Die Bürger aus dem ganzen Kanton entscheiden, ob sie den Um- und Erweiterungsbau der Kantonsschule Heerbrugg mit ihren Steuergeldern bezahlen wollen oder nicht. Bis zur Volksabstimmung über dieses 65-Millionen-Projekt dauert es noch ein halbes Jahr. Es bleibt für alle genügend Zeit, sich ins Bild zu setzen. Nur schon deshalb ist das jetzige nervöse Getue nicht notwendig und wenig zielführend.

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