Bedingungsloses Grundeinkommen - Büchel äussert sich unmissverständlich
29. April 2016
Erschienen in: rheintaler.ch / Der Rheintaler Online

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Keine bedingungslose Geldverteilerei

 

Letzte Woche konnte ich im Europarat einmal mehr feststellen, wie viel Angst europäische Parlamentarier vor der direkten Demokratie haben. Ihrer Ansicht nach lassen sich die «normalen» Bürger zu leicht verführen. Ein gutes Beispiel sei die eidgenössische Abstimmung zum bedingungslosen Grundeinkommen vom 5. Juni. Abgeordnete aus Spanien, Italien, Armenien und Norwegen waren sich einig, dass die Leute einem solchen Schlaraffenland-Angebot erstens zustimmen und das Land folglich ins Verderben stürzen werden.

 

Initianten bejubeln Müssiggang

In der Schweiz soll jeder Erwachsene, ohne einen Finger zu krümmen, monatlich 2500 Franken und jedes Kind 625 Franken erhalten. Ein konkretes Beispiel dazu: Eine Familie mit zwei erwachsenen und zwei minderjährigen Kindern bekäme von Papa Staat 11 250 Franken. Jeden Monat, einfach so.

Die Folge? Unzählige Leute aus aller Welt würden sich auf den Weg ins vermeintliche Paradies machen. Als ich dies im Nationalratssaal sagte, wurde ich noch schräg angeschaut. Nun ist auch Oswald Sigg auf diesen Gedanken gekommen. Er ist einer der Köpfe der Initiative. Aus Angst vor einem Ansturm von Menschen will er sein Experiment plötzlich nicht mehr in der ganzen Schweiz durchführen lassen. Seine Variante wäre immer noch schädlich, aber nicht mehr so katastrophal wie der Verfassungsartikel, über den wir abstimmen. Jener verursacht Kosten von über 200 Milliarden Franken jährlich. Das entspricht dreimal dem gesamten Bundesbudget. Mit solchen Zahlen sollte sich Sigg eigentlich auskennen: Der Mann war während 29 Jahren Informationschef von vier Bundesräten, Vizekanzler und Sprecher des Gesamtbundesrats.

 

Rheintaler sind Büezer

Anders als pensionierte Chefbeamte wissen wir Rheintaler, dass der Wohlstand einer Gesellschaft auf der Arbeitskraft und dem Einsatz jedes Einzelnen beruht. Sehr gut auch, dass die hiesigen Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Menschen «Büez» haben. Ich bin also überzeugt, dass die Initiative gerade im Rheintal hochkant bachab geschickt wird.

Ich freue mich schon darauf, dass ich meinen Kollegen im Europarat sagen kann: «Eure Sorge war umsonst. Schweizer lassen sich von den Träumereien hochdekorierter Ex-Beamter nicht verführen.»

Roland Rino Büchel
Nationalrat SVP, Oberriet

 

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