Ein klares Ja zur zweiten Gotthard-Röhre aus Rheintaler Sicht
27. Januar 2016
Erschienen in: Der Rheintaler, Rheintalische Volkszeitung

Ein Rheintaler Ja zur zweiten Gotthard-Röhre

Unter dem Gotthardmassiv kreuzen sich Lastwagen und Autos auf engstem Raum. Viele starke Gründe sprechen dafür, am 28. Februar für die zweite Röhre zu stimmen. Aus Rheintaler Sicht gibt es mindestens drei davon.

Erstens: Zwischen Amsterdam und dem Süden Italiens gibt es nur die 16.9 Kilometer durch den Gotthard, auf denen der Verkehr nicht richtungsgetrennt ist. Das führt immer wieder zu Frontalkollisionen. Mit der zweiten Röhre können wir aus einem gefährlichen Tunnel mit Gegenverkehr und ohne Pannenstreifen ein sicheres Tunnelsystem schaffen. Erinnern wir uns: Als Teile der A 13 im Rheintal noch zweispurig und nicht richtungsgetrennt waren, wurde die damalige N 13 als „Todesstrecke“ bezeichnet. Als junger Garagistensohn habe ich Dutzende Fahrzeugwracks gesehen, die nach Horrorunfällen abgeschleppt worden waren. Das fährt ein.

Zweitens: Wir verkaufen jedes Jahr Waren für eine zweistellige Milliardensumme in unser südliches Nachbarland. Konkret ist Italien nach Deutschland und den USA der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz. Auch unsere Rheintaler Unternehmen exportieren ihre Produkte zu einem grossen Teil durch den Gotthard. Sie sind auf eine funktionierende Strassenverbindung angewiesen. Es wäre grobfahrlässig, diesen Kanal zu schliessen und Arbeitsplätze bei uns zu gefährden.

Drittens: Die provisorische Verladelösung, wie sie von den Gegnern gefordert wird, trennt das Tessin vom Rest der Schweiz ab. Und zwar während Jahren. Wir Rheintaler wissen, was es heisst, eine „Randregion“ zu sein. Wir haben ein gutes Gespür dafür, wie bedeutend der Zusammenhalt ist. Dieser Instinkt ist bei den linken Städtern, welche die Hauptgegner der zweiten Röhre sind, weniger vorhanden.

Wenn wir Ja stimmen, ist der Verkehr durch den Gotthard künftig richtungsgetrennt, und es gibt einen Pannenstreifen. Ganz entscheidend ist auch die Sicherheit auf dem übrigen Strassennetz.

Wir erleben jedes Mal einen massiven Mehrverkehr über den San Bernardino, wenn der Gotthard wegen Unfällen oder aus sonstigen Gründen gesperrt ist. Diese Last müssen wir auf der A 13 auch im Rheintal aushalten. Ohne zweite Röhre würde diese Zusatzbelastung während Jahren andauern.

Wichtig ist auch der Kostenfaktor. Die Tunnelgegner wollen in den engen Alpentälern im Urnerland und im nördlichen Tessin über Jahre eine Fläche von fast zwei Dutzend Fussballfeldern verbauen. Weiter wollen sie riesige Terminals in Basel und Chiasso errichten lassen. Sauber gerechnet ist der Bau einer zweiten Röhre günstiger als das ganze Gebastel mit den Verladeprovisorien.

Vergessen wir nicht, dass der Gotthard-Strassentunnel alle 30 bis 40 Jahre saniert werden muss. Wollen die Linken und die Grünen auch künftig sündhaft teure Verladeanlagen, die dann ohne jeglichen Mehrwert wieder abgerissen werden müssen?

Nur eine zweite Röhre ist nachhaltig. Gerade als Rheintaler sage mit Überzeugung Ja dazu.

Nach Oben

 © Roland Rino Büchel Realisiert durch RightSight.ch