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Zukunft anstatt Hinterwäldlertum - 05.08.2008 08.21

Seid ihr jetzt zufrieden? Ich konnte es kaum glauben, als ich heute die Zeitung las. Wegen euch müssen wir jetzt über die völlig unbestrittene Harmos-Schulvorlage abstimmen. Die Kosten dafür interessieren sie wohl nicht. Sonst wollen sie ja überall sparen.

Antwort - 05.08.2008 12.43

Sehr geehrte "Zukunft"

Sie beklagen sich. Weil es zu Volksabstimmungen kommt, und zwar wegen "HarmoS". In Luzern ist es am 28. September so weit, in den Kantonen Thurgau, Graubünden, St. Gallen und Zürich am 30. November 2008.

Das ist so, weil jeweils überparteiliche Bürger- und Elternkomitees ein politisches Recht wahrgenommen haben: Diese Stimmbürger haben in den erwähnten Kantonen das Referendum gegen das "HarmoS-Konkordat" ergriffen. Im Kanton Luzern, als Beispiel, kamen so viele Unterschriften zusammen wie noch nie.

Sie behaupten trotzdem, das demokratiefeindliche HarmoS-Konstrukt sei völlig "unbestritten". Ich denke nicht, dass dies eine realistische Einschätzung ist.

Mit einem freundlichen Gruss,
Roland Rino Büchel

Fussballfan - 31.07.2008 15.03

Sehr geehrter Herr Büchel

Vielen Dank für die Klarstellung in der Antwort auf meine Frage. Jetzt und nach dem Lesen des Tagi-Artikels wird mir vieles klarer. Wenn man die Zahlen der Euro 92 in Schweden hernimmt, sieht man sogar, dass die Einnahmen nicht einmal 70 Millionen für die ganze Europmeisterschaft betrugen. Und die Uefa hat damals sicher nicht einen Verlust gemacht. Die Uefa soll aufhören, alle anzulügen.

Sportlich grüsst Albert Müller

Antwort - 31.07.2008 19.21

Sehr geehrter Herr Müller

Zuerst und bei aller Kritik an der Uefa: Die Euro 2008 war ein gelungener Anlass, der vielen Leuten Freude gemacht hat. Leider haben die Veranstalter in manchen Belangen unnötig "kompliziert getan" und sich überheblich verhalten. Damit rückte der Sport in den Hintergrund.

Zu den Zahlen: Sie liegen richtig, wenn Sie sagen, dass die EM noch im Jahr 1992 weniger als 70 Millionen Franken Bruttoeinnahmen generiert hat. Damals nahmen allerdings nur acht Mannschaften teil. (Welcher Sportliebhaber erinnert sich nicht an das "schwedische Sommermärchen" mit Überraschungs-Europameister Dänemark?)

Seit 1996 sind es jeweils 16 Teams, welche sich für die Endrunde qualifizieren. Wegen der Vermarktung der lukrativen TV-Rechte sind die Gewinne in der Zwischenzeit explodiert.
 
Die Uefa hat mit der EURO 2008 fast unglaubliche 2'145'000'000 Franken eingenommen. Und zwar, ohne eine grosse Leistung bieten zu müssen. Denn die Fussball-EM ist eine "Lizenz zum Geld drucken" - wie es Guido Tognoni, ein früherer Uefa-Direktor, am 29. Juni 2008 auf "Radio Liechtenstein" treffend gesagt hat.

Rechnen wir einmal etwas genauer: Wer der Uefa Glauben schenkt und den ausgewiesenen Profit von 412 Millionen für bare Münze nimmt, kommt (wie ich Ihnen gestern antwortete) auf Veranstaltungskosten von 1'733 Millionen Franken.

Das würde 59 Millionen Franken Aufwand für jedes einzelne der 31 Spiele machen! Damit käme jeder Match so teuer wie ein Klub der Schweizer Spitzenliga in fünf Jahren! (Den aktuellen Leader, den FC Aarau, könnte man "mit allem Drum und Dran" gar zehn Jahre lang finanzieren).

Dabei sind die "gesponserten" 182 Steuermillionen der Schweizer und die noch weit höhere Summe der österreichischen Steuerzahler an die EURO 2008 nicht berücksichtigt. 

Anders gesagt: Glaubt man den steuerbefreiten Veranstaltern der EURO 2008, so hätte heuer die Organisation jedes einzelnen der 31 Spiele mehr gekostet als vor 16 Jahren die komplette EM! Es war viel Phantasie im Spiel, um die Gewinne vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich sehe, wie die meisten Zeitungen einen derartigen Uefa-PR-Mist ungeprüft verbreitet haben.

Auch aufgrund meiner persönlichen Erfahrung mit Grossevents der Uefa und der Fifa bleibe ich bei meiner Aussage: Wenn wir nur die notwendigen und tatsächlichen Veranstaltungskosten berücksichtigen, hat die Uefa allein mit der EURO 2008 (plus/minus) zwei Milliarden Franken Gewinn gemacht. Steuerfrei.

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel

Fussballfan - 30.07.2008 11.03

Sehr geehrter Herr Büchel

Obwohl ich kein St. Galler bin, klicke ich von Zeit zu Zeit auf ihre Home-Page. Mich interessiert mehr das was sie über den Sport wissen als die Politik.
Heute stehen die Zahlen vom Euro-2008-Gewinn der Uefa in der Zeitunng und im Radio. Gestern kam es schon in der Tagesschau. Manchmal ist von 412 Millionen zu lesen, dann von mehr als einer Milliarde und dann von fast 2.2 Milliarden steuerfrei? Wissen sie was stimmt?

Antwort - 30.07.2008 19.09

Geschätzter Fussballfan

Die EURO 2008 SA, eine hundertprozentige Tochter der Uefa, gab gestern die Gewinnnzahlen zur abgelaufenen EM bekannt. Radio und TV berichteten am gleichen Tag ausführlich, die Zeitungen heute. Vielfach leider unvollständig und falsch. Der "Tages-Anzeiger" bildet eine Ausnahme.

Es überrascht mich nicht, dass Sie beim präsentierten Durcheinander an Zahlen gestutzt haben. Nachdem die Verbandsfunktionäre vorher wacker geprotzt hatten, versuchten die gleichen Personen gestern, den Gewinn kleinzureden. Das hat wohl mit der öffentlichen Kritik an der Steuerbefreiung der Uefa zu tun. Deshalb wurde ein Gewinn von "nur" 412 Millionen Franken "erfunden". Und - wie gesagt - die meisten Zeitungen übernahmen diesen Unsinn.

Der tatsächlich erzielte Nettoprofit beträgt jedoch mindestens 1.1 Milliarden Franken. Wie rechnet sich der Unterschied zu den offiziell zugegebenen Zahlen? Ganz einfach. Die Verantwortlichen versuchten zum Schluss, noch schnell 733 Millionen vom Gewinn abzuzwacken. Um einen viel zu kleinen Profit auszuweisen und vorzugaukeln. 

Zu den tatsächlichen Zahlen: Der steuerbefreite Fussballverband erzielte ausgewiesene Einnahmen von 2'145 Millionen Franken, davon mehr als 1'300 Millionen allein aus Medienrechten! Würden die verlautbarten Uefa-Gewinnzahlen (412 Millionen) also stimmen; die Veranstaltungskosten hätten 1'733 Millionen Franken betragen...

Zum Vergleich: Für dieses stellt man 25 Stadien wie die neue AFG-Arena auf!

Wie viel kostet denn die Durchführung einer EM? Die Auslagen sind natürlich nicht immer gleich. Ich nenne Ihnen jedoch zwei Beispiele: Auch bei der EM 1996 in England und 2000 in Belgien/Holland spielten 16 Mannschaften. Der Spielplan war identisch mit dem diesjährigen. Die Brutto-Einnahmen beliefen sich auf der britischen Insel auf  238.1 Millionen und im Benelux auf 372.6 Millionen Franken. Beide Male gab es satte Millionengewinne für die Uefa.

Die wirklichen Veranstaltungskosten waren in der Schweiz und in Österreich kaum höher. Das heisst: Die Uefa hat mit der EURO 2008 einen tatsächlichen Gewinn von fast zwei Milliarden Franken erzielt. Steuerfrei.

Zudem haben wir alle mit unseren Steuergeldern die kompletten öffentlichen Sicherheitskosten und die Promotion des Turniers zu einem grossen Teil übernommen.

Mit einem freundlichen Gruss,
Roland Rino Büchel

Norbert - 29.07.2008 21.47

Guten Abend Roland
Wenn ich das aktuelle Politikgeschehen der SVP richtig mitbekommen habe, kommt die Minarett-Initiative sowie die Ausschaffungs-Initiative in nächster Zeit vors Volk. Kannst Du mir bitte mitteilen, wann dies der Fall sein wird. Bei der Ausschaffungs-Initiative sind wir von den Grünliberalen Rheinal vorbehaltlos der gleichen Meinung der SVP. Ich selber werde auch einen Zeitungsartikel schalten, denn diese Abstimmung ist nach meiner Ansicht für unser Land geradezu lebenswichtig. Gerne erwarte ich Deine Antwort, danke Dir für Deine Bemühungen und wünsche eine angehnehme Nachtruhe. Gruss Norbert

Antwort - 30.07.2008 06.07

Geschätzter Norbert

Du stellst Fragen zu zwei Volksbegehren. Die "Initiative für die Ausschaffung krimineller Ausländer" ist ein Kind der SVP. Sie ist mit einer Rekordzahl an Unterschriften eingereicht worden. Die "Minarett-Initiative" wird von vielen Parteimitgliedern unterstützt. Bis jetzt haben die Delegierten der SVP nicht abgestimmt, ob sie dafür oder dagegen sind. (Die Parolen werden jeweils von 500 bis 600 Stimmberechtigten an der nationalen Delegiertenversammlung gefasst.)

zur Minarett-Initiative:
Gemäss einer Radio-Meldung vom frühen Morgen hat die Bundeskanzlei gestern mitgeteilt, dass die Initiative mit 113'540 gültigen Unterschriften definitiv zustande gekommen ist. Bereits bei der Einreichung am 8. Juli 2008 hatte der Bundesrat erklärt, dass er gegen das Volksbegehren sei und dass das Volk nein zu stimmen habe. Meines Wissens gab es das in der demokratischen Schweiz noch nie!

Du kannst Dir also vorstellen, dass sich das "offizielle Bern" noch einiges einfallen lassen wird, um dieses Volksanliegen zu behindern. Ob und wann es zur Abstimmung kommt, ist noch nicht festgelegt. Ob der Termin für die Ausschaffungsinitiative schon steht, weiss ich nicht. Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten Jahr an die Urne gehen können.

Falls Du es genauer haben willst, stellst Du die Frage am besten bei der Bundeskanzlei oder beim EJPD von Bundesrätin Widmer-Schlumpf.

Mit einem freundlichen Gruss,
Roland Rino Büchel

Hampi - 29.07.2008 10.24

Hoi Roli
Ich bin froh, dass jetzt auch CVP-Präsi Darbellay den Bundesrat Schmid fallen lässt und sagt, dass die CVP nicht sein "Schutzengel" ist. Dafür unterstützt ihn trotz allen Fehlern die FDP immer stärker. Neben Couchepin tun das auch die St. Galler Freiheitlichen. Er kommt zB. am 1. August nach Wittenbach für die Rede zum Nationalfeiertag und am 15. August schon wieder an die FDP-Versammlung.
Gruss, Hampi

Antwort - 30.07.2008 06.12

Lieber Hampi

CVP-Präsident Christophe Darbellay scheint mir - und ich drücke mich sanft aus - zumindest "schwankend" in seinen Ansichten. Es fällt einem zunehmend schwer, ihn und seine Aussagen ernst zu nehmen. Warum?

Noch im November bot er Bundesrat Schmid quasi "Asyl" in der CVP an. Im Dezember war er dann einer der Drahtzieher bei der Abwahl von Bundesrat Blocher und der Wiederwahl von Bundesrat Schmid. Herr Darbellay ist ein politischer Slalomfahrer.

Wenn die FDP Herrn Schmid aus offenbarem Eigeninteresse stützen will, ist das deren Sache. Partei- und Machtpolitik ist für grosse Kreise in der FDP offenbar wichtiger als Politik für das Land und die Bürger. Klar ist auch: Das trifft nicht auf alle Vertreter der Partei zu.

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel

 
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