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Robin Wüst (Montlingen) - 25.10.2008 19.58

Guten Tag Herr Büchel!

Welche Parolen würden Sie für die Änderung am Betäubungsmittelgesetz abgeben? Ich bin irgendwie einbisschen unentschlossen.

MfG

Antwort - 27.10.2008 06.09

Lieber Robin

Vielen Dank für Deine Anfrage. Beim Betäubungsmittelgesetz bin ich wie die kantonale und die nationale SVP für ein klares Nein.

Daneben wird beim Abstimmungsmarathon 30. November 2008 (sieben kantonale und nationale Vorlagen) auch über die Volksinitiative "Für eine vernünftige Hanfpolitik mit wirksamem Jugendschutz" abgestimmt. Damit muss ich mich noch intensiver befassen und die Argumente genau studieren, bevor ich mich endgültig entscheiden kann. Ich würde es nicht wagen, hier und heute Tipps oder gar "Parolen" abzugeben.

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel

Fässler, St. Gallen - 24.10.2008 14.22

an den Kantonsrat Büchel
Es ist schon erstaunlich, dass die SVP Schweiz heute mehr oder weniger genau das verlauten lässt, das sie vor zwei Tagen in diesem Gästebuch geschrieben haben. Es geht der SVP nun wohl schon so schlecht, dass sie ihre Vordenker in den Kantonsräten rekrutieren muss.
Es muss auch dieser Partei klar sein, dass jetzt eine Verstaatlichung der UBS die einzig richtige Lösung ist! Aber eben, der Büchel lässt anders denken. Erfreulich ist allerdings, dass sie bei Boni der Manager vernünftig sind.

Antwort - 24.10.2008 17.51

Sehr geehrter Herr Fässler

Wenn Sie heute von der SVP Ähnliches lesen können, wie ich es denke und schon früher schrieb, so zeigt das vor allem eines - ich politisiere in der richtigen Partei. 

Ich denke gerne selbst und bin froh, dass ich dazu in der Lage bin. Somit muss ich nicht Aussagen von andern nachplappern. Das ist gut so.

Zum Inhaltlichen, also der staatlichen Unterstützung für die UBS:

Richtig ist: Die Nationalbank beteiligt sich nicht direkt an der UBS. Sie gibt zwar einen Kredit für Dutzende Milliarden, doch die UBS muss dieses Darlehen zurückbezahlen. 

Die Bank zu verstaatlichen, wäre in etwa das Dümmste, was wir tun könnten. Dass die "Retter" harte und klare Bedingungen stellen, wäre hingegen nicht nur normal, sondern notwendig
. (Ausser die Spitze der UBS ist schlau, bescheiden und weitsichtig genug, schneller zu sein als der Staat und die Nationalbank: Wenn die UBS von sich aus eine anständige Salärstruktur einführt, muss niemand "von aussen" intervenieren.)

Sie haben Recht: In etwa das habe ich am 21. und am 22.10.2008 in diesem Gästebuch geschrieben.

Mit einem freundlichen Gruss,
Roland Rino Büchel

Das rote Kapital - 22.10.2008 11.59

Liebe Herren
Der Kapitalismus ist gescheitert. Sie geben sich immer wieder als Politiker aus, die denken, dass der Staat nicht besser ist als die private Wirtschaft.

Ihr sagt zwei Dinge sehr gut, nämlich dass die Politiker und die Banken mit fremden Geld arbeiten und dass "Wer zahlt befiehlt".
Genau darum fordern von euch
a) dass ihr zusammen mit der SP dafür stimmt, dass der Bund Aktien statt Schrottpapiere von der UBS übernimmt, es muss jetzt zu einer Verstaatlichung der UBS kommen
b) dass ihr dafür sorgt, dass alle Bankmanager sämtliche erhaltenen Bonusse zurückzahlen
c) dass ab sofort kein Banker mehr verdienen kann als ein Bundesrat (ca. 450'000 Franken) Die 80'000 Grosskapitalisten bei der UBS können ja wählen, ob sie auf der Strasse stehen wollen oder immer noch sehr gut verdienen anstatt wie bisher absolut unanständige zweistellige Millionensaläre abzocken wollen

Die Banker müssen jetzt einfach begreifen, dass sie Staatsbeamte sind. Da sagt der Steuerzahler, wie viel diese verdienen können.
Also unternehmt etwas. Wir werden euch an ihren Taten messen.

Antwort - 22.10.2008 18.43

Sehr geehrtes "rotes Kapital"

Schade, dass Sie anonym bleiben. Mit "Liebe Herren" meinen Sie wohl CVP-Kantonsrat Josef Dudli und mich. Mein Kollege ist ein studierter Ökonom, welcher vor drei Tagen einen Beitrag für dieses Gästebuch geschrieben hat. 

Sie verlangen ziemlich viel von uns. Ihre Forderungen müssten Sie - wenn schon - an einen National- oder Ständerat richten. Weder Sepp noch ich sitzen in einer der beiden Kammern des nationalen Parlamentes. Mir hat es im letzten Herbst zum "ersten Ersatz" für den Nationalrat gereicht. Obwohl ich weit mehr Stimmen holte als die Hälfte der gewählten Nationalräte, politisiere ich weiterhin in St. Gallen und nicht in Bern. Das System ist so. Die Regeln sind klar. Ich habe kein Problem damit.

zu Punkt c:

Sogar der Schweizerische Gewerbeverband fordert, dass die staatlich subventionierte UBS die Löhne und Boni ihrer Manager massiv zurückstutzt. Das muss sein; damit kann auch ich mich anfreunden.

Ich sage es deutsch und deutlich: Öffentliche Milliarden zum Überleben holen und gleichzeitig privat Milliardenboni abgarnieren; das geht nicht.

Zwei Lösungsansätze dazu: In Deutschland soll neu keiner mehr über  500'000 Euro verdienen dürfen, wenn die Bank unter den 470 Milliarden Euro teuren Absicherungsschirm des Staates will oder muss. In den USA werden die so genannt "goldenen Fallschirme" für die Manager verboten, wenn ein Finanzinstitut Hilfe will.

Ich habe den Eindruck, dass zu viele der 80'000 "Banker" der UBS nicht begriffen haben, wie spät es ist. Da hat gar mancher noch nicht realisiert, dass jeder einzelne Schweizer, vom Säugling in den Windeln bis zur Urgrossmutter 10'000 Franken garantieren muss, um seiner Bank das kurzfristige Überleben zu sichern und seinen Arbeitsplatz vorläufig zu garantieren. - Das hat der Bundesrat so entschieden. 

zu Punkt a:

Ihre Forderungen nach einer eigentlichen Verstaatlichung der UBS sind nicht sinnvoll. Unter keinen Umständen, auch unter den jetzigen nicht.

Mit einem freundlichen Gruss,
Roland Rino Büchel

Josef Dudli CVP Werdenberg - 19.10.2008 13.31

Hallo Ratskollege Rino!
Andere Politikerkollegen fahren nach den Wahlen jeweils ihre Homepage tief hinunter und lassen sie verstauben. Anders du: Nach dem Motto "Nach den Wahlen ist vor den Wahlen" bist du jedoch weiterhin im Internet präsent und aktuell! Chapeau! Mal sehen, was die Zukunft bringt. Uebrigens hat kürzlich das Tagblatt die Frage beantwortet, was Politiker und Banker gemeinsam haben: Beide arbeiten mit fremden Geld..
Herzliche Grüsse Sepp Dudli

Antwort - 21.10.2008 07.09

Lieber Kantonsratskollege Sepp Dudli

Vielen Dank für Deinen Eintrag. Ich bin soeben aus Italien zurückgekehrt. Während ein paar Tagen war ich (bewusst) ohne Internet, Radio und TV. Ich warf einzig von Zeit zu Zeit einen Blick in italienische Zeitungen. 

Da konnte ich zum Beispiel lesen, dass der libysche Staat unter Diktator Ghadhafi sich massiv an der zweitgrössten italienischen Bank beteiligt hat. Offenbar konnte die "UniCredit" nur dank der Geldspritze aus dem Norden Afrikas gerettet werden.

In der gleichen Zeitung stand, klein und weiter hinten, dass ein arabischer Staatsfonds die Credit Suisse mit etwa 15 Milliarden Dollar stützen würde. In diesem Fall leistete der kleine Wüstenstaat Katar die notwendige Hilfe. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Araber Investitionen immer mit massiven Forderungen verknüpfen. Das wird hier kaum anders sein.

Kaum in der Schweiz zurück, sehe ich, dass die UBS offenbar vier Mal mehr Geld (67-Milliarden-Franken-Paket) als die Credit Suisse braucht, um überleben zu können. In einer Hau-Ruck-Aktion hat der Bundesrat beschlossen, uns Steuerzahler zwangsmässig zu "Financiers" zu machen. Ob das Sinn macht oder nicht? Aufgrund dessen, was ich bis jetzt weiss, kann ich dies nicht beurteilen.

Was ganz sicher gelten muss: Wer eine Bank mit Milliarden rettet, macht knallharte Auflagen. Und zwar beim geretteten Laden, nicht jedoch für die ganze Branche. Was der Bundesrat bis jetzt verhandelt und gefordert hat? Ich weiss es nicht. 

In jedem Fall ist Dein letzter Satz goldrichtig. Sowohl die Politiker als auch die Banken arbeiten fast ausschliesslich mit fremdem Geld. Beide müssen sich über den folgenden Grundsatz mehr denn je klar sein: Wer zahlt, der befiehlt! 

Und genau deshalb tragen wir Parlamentarier als gewählte Volksverteter eine sehr grosse Verantwortung. Ich bin mir nicht sicher, ob sich jeder National- und Kantonsrat dessen bewusst ist. Zu viele gehen mit den Mitteln der Steuerzahler zu wenig sorgsam um.

Ich weiss aber, das es in allen Parteien Leute gibt, welche sehr wohl wissen, woher das Geld für das staatliche Tun kommt. Du Sepp, gehörst bei der CVP zu jenen Personen.

Zum Schluss eine Frage: Wie wäre es, wenn die Spitze der mit Staatsgeldern geretteten UBS selbst auf die Idee käme, sich einzuschränken? So würde es für sie und ihr Personal wahrscheinlich weniger dick kommen, als wenn der Druck "von aussen" kommt. Zudem könnte die UBS endlich etwas Vertrauen schaffen. Das ist dringend notwendig. Sonst laufen ihr die Kunden davon. Und dann ist es sowieso aus.

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel

Claudia - 09.10.2008 17.36

Hallo Herr Büchel - Herzliche Gratulation zum Bericht von gestern in der Volkszeitung. Dass sie als Kantonsrat bei der Freilichtbühne Rüthi aktiv mitgemacht haben, hat gezeigt, dass Politiker nicht immer nur auf die Ehrentribüne gehören müssen. Ich möchte ihnen aber noch zwei Fragen stellen: Gibt es das Dorf Büchel in Amerika wirklich und wird die Freilichtbühne weitergeführt?
Herzlich grüsst Claudia

Antwort - 09.10.2008 19.18

Geschätzte Claudia

Besten Dank für Ihren Eintrag. Ja, in Louisville, Kentucky, gibt es die beiden Ortschaften "Buechel" und "West Buechel". Zusammen kommen sie auf knapp 10'000 Einwohner. Das ist ein Vielfaches der Einwohnerzahl des Weilers "Büchel" bei Rüthi. Von dort aus waren 1820 etwa drei Dutzend Menschen ausgewandert. Jene Büchler legten vor fast 200 Jahren den Grundstein für die heutige Grossstadt Louisville. 

"Buechel" ist nicht ganz so bekannt geworden wie andere Städte, welche nach der Herkunft von Schweizer Auswanderern benannt worden waren. "New Glarus" in den USA (2'000 Einwohner) oder "Nova Friburgo" in Brasilien (180'000 Einwohner) kennt man eher. Übrigens, die brasilianische Stadt wurde im gleichen Jahr gegründet wie "Buechel".

Zur Frage, ob es die Freilichtbühne weiterhin geben wird: Ich denke schon, Sie hat jetzt 15 Jahre Bestand. Ich denke, dass Kuno Bont auch in drei Jahren wieder etwas sehr Gutes auf die Beine stellen wird.

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel 

 
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