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Simon Messmer - 04.12.2009 17.45

Guten Tag Herr Büchel

Eine andere Antwort wie jene unten an "Peace" habe ich von Ihnen ehrlich gesagt nicht erwartet. Sie können gern ein bisschen vom eigentlichen Thema ablenken und feststellen, dass die Uno(192 Staaten) derzeit von einem bösen Wüstenfuchs präsidiert wird. Das ändert aber nichts daran, dass ich und die meisten anderen "gebildeten" Leute in diesem Land die Minarett-initiative als populistischen Schwachsinn betrachten.

Dank Leuten wie Schluer und co. dürfen nun bald Schweizer Botschaften in arabischen Ländern Ziele von Anschlägen werden, solche Religionskriege sind halt genau das was wir brauchen...

Interessant finde ich, dass jene Kantone mit dem höchsten Ausländeranteil( welche also noch am ehesten Grund hätten sich über Ausländer zu beklagen), zu den deutlichsten Neinsagern gehörten(was ja auch völlig richtig war!). Die ewiggestrigen Innerrhoder hingegen, welche vermutlich kaum einen einzigen Muslim in Ihrem Kanton haben, führten die Spitze der Befürworter an.

In Zürich steht seit 1963 ein Minarett und es gab nie Probleme. Die weltoffenen ZürcherInnen, GenferInnen etc. wissen halt dass sie keine Angst vor dem "ominösen fremden Mann" haben müssen, sondern dass er im Gegenteil sogar eine Bereicherung für unser Land sein kann. Da können "Ihre Rheintaler" noch einiges dazulernen.

Grundsätzlich habe ich nichts dagegen wenn höhere Gerichte unvernünftige Abstimmungen korrigieren können(Frauenstimmrecht 1990 in Innerrhoden lässt grüssen).

Direkte Demokratie ist schon wichtig, aber ich bin konsequent gegen Volkswillkür und Ausgrenzung von ganzen Gruppen. Meiner Meinung nach war es ein Fehler dass diese Vorlage überhaupt zur Abstimmung gelangen konnte.

Mit nachdenklichen Grüssen Simon Messmer

Antwort - 05.12.2009 07.06

Sehr geehrter Herr Messmer

Ich habe Ihren Eintrag zwei Mal durchgelesen und keine Frage finden können.

Erstaunlich scheint mir eine Ihrer Bemerkungen, die mit einer Selbsteinschätzung verbunden ist. Sie lautet: "Das ändert aber nichts daran, dass ich und die meisten anderen gebildeten Leute in diesem Land die Minarett-Initiative als populistischen Schwachsinn betrachten."

Was bedeutet für Sie "gebildet"? Und was soll ich dazu sagen? Etwa, dass es unserem Land weidlich gut geht, wenn man bedenkt, dass die Bevölkerung Ihrer Ansicht nach aus 58 Prozent ungebildeten, jedem "Schwachsinn" aufhockenden Armleuchtern besteht?

Zum Schluss meine Frage an Sie: Könnt Ihr "elitären" Jungsozialisten eine Niederlage an der Urne nicht einfach mit Würde akzeptieren?

Mit einem freundlichen Gruss,
Roland Rino Büchel

Peace - 01.12.2009 12.53

Wegen der SVP-Zwängerei werden in der Schweiz die Religions Symbole der muslimischen Menschen verboten; ich bin schockiert und die Welt ist irritiert

Antwort - 02.12.2009 06.39

Geschätzter "Pazifikus"

Ich gehe davon aus, dass Sie sich auf die Abstimmung vom letzten Wochenende beziehen. Das Schweizer Volk ist gegen den Bau von weiteren muslimischen Minaretten. Und zwar mit 58 %. Die St. Galler  waren mit 66 % dagegen, die Rheintaler mit 74 %, "meine" Oberrieter mit mehr als 82 %.

Wer ist Ihrer Meinung nach "irritiert"?

Die UNO, die aktuell von Ghadhafis Libyen präsidiert wird? Oder der junge schwedische Minister Tobias Billström und seine Kollegin Nyamko Sabuni? Beide sagen, dass das Volk nicht fähig sei, "gewisse" Entscheide zu treffen und dass dies der "Classe politique" überlassen werden müsse.

Oder der türkische Ministerpräsident Erdogan, für den die Minarette "islamischen Bajonette" sind? Auch er scheint im Moment ein wenig auf das "dumme" Schweizer Stimmvolk einprügeln zu wollen.

Es stört mich nicht wirklich, wenn eine Institution unter der Führung von Herrn Ghadhafi, ein osmanischer Populist und zwei wenig erfahrene schwedische Jungpolitiker "irritiert" sind.

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel

Hampi - 16.11.2009 08.35

Hoi Roli:
Es ist so unglaublich schön. Die Schweiz ist Weltmeister bei den U 17 Junioren. Schon bei der ersten Teilahme haben sie es geschafft. Seit 2001 war nie mehr ein ein Europäer Weltmeister.

Antwort - 16.11.2009 13.21

Lieber Hampi

Genau so ist es. Die Schweiz gewann den Titel beim FIFA U-17 World Cup Nigeria 2009. Die U-17-WM gibt es seit 1991. Das Turnier wird alle zwei Jahre durchgeführt. Brasilien und Nigeria holten die Trophäe je drei Mal.

Ausser im Jahr 2001 gewann bisher nie eine europäische Mannschaft. Jene Ausnahme gab es in Trinidad und Tobago. (Ich war für das Marketing des Turniers zuständig.) Die Franzosen schlugen damals Nigeria im Finalspiel mit 3 : 0. Florent Sinama-Pongolle war zusammen mit Anthony Le Tallec der klar beste Spieler des Turniers und neunfacher Torschütze.

Trotzdem hat Sinama-Pongolle den Durchbruch bis heute nicht geschafft. Wenn ich mich nicht täusche, kam er einmal in einem Freundschaftsspiel der "richtigen" Nationalmannschaft zu einem Kurzeinsatz. Das ist alles. Le Tallec wurde in den letzten paar Jahren von Klub zu Klub geschoben und hat noch nie für die französische Nati gespielt.

Daraus kann man zwei Dinge ableiten: Der Erfolg des Schweizer Teams ist beinahe als "historisch" zu bezeichnen. Und der Weg vom Top-Junior bis zum Nationalspieler bei den "Grossen" ist lang.

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel

Hampi - 13.11.2009 11.01

Hoi Roli:
Danke für die Antworten in den letzten Tagen betr. U 17 WM in Nigeria. Man sieht, dass du immer noch draus kommst. Ich habe im Online-Tagesanzeiger gelesen, dass die Nigerianer vor der WM 15 Spieler auswechseln mussten, weil diese den MRI-Alters-Test der FIFA nicht bestanden haben. Ist es wirklich möglich, dass es nach all dem immer noch zu alte Spieler im WM Kader der Westafrikaner hat?

Antwort - 13.11.2009 13.17

Lieber Hampi

Du fragst, ob auf dieser Welt gewisse Dinge möglich seien? Kennst Du den bekannten Auto-Werbespot "Nichts ist unmöööööglich - Toyoooota!"?

Auf Nigerias Strassen sind viele Toyotas zu sehen. Und es gibt viele Sport- und andere Funktionäre im Land. Für die ist fast nichts "unmöglich". Auch ein wiederholtes Schummeln beim Alter der Spieler nicht.

Der Fall von Fortune Chukwudi wird jetzt auch bei uns bekannt. Dazu antwortete ich vor einer knappen Woche, nachdem ein Herr Hofer am 6. November eine Frage gestellt hatte.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass in den nächsten Tagen mindestens ein weiterer Name öffentlich diskutiert wird. Nämlich der von Spielmacher Stanley Okoro. Der "Junge" soll schon seit ein paar Jahren als Profi bei den folgenden Klubs spielen: Insurance of Benin, Enugu Rangers, River Lane FC und Heartland Football Club of Owerri. Das ist immerhin der Finalist der aktuellen afrikanischen Champions League.

Keine schlechte Karriere für einen angeblich weniger als 17-jährigen Teenager...

Mit einem besten Gruss,
Roland Rino Büchel

Klaus Hofer - 10.11.2009 18.06

Als SVP-Politiker muss es sie schmerzen dass 13 von 21 Spielern der erfolgreichen Unter17-Mannschaft Doppelbürger mit Migrationshintergrund sind.

Antwort - 11.11.2009 06.26

Sehr geehrter Herr Hofer

Nein, das schmerzt mich überhaupt nicht. Es tut jedoch weh, wenn die Doppelbürger sich für das andere Land entscheiden, wenn es um die "richtige" Nationalmannschaft geht. Einige aktuelle Bundesliga-Stars, allesamt Ex-Spieler des FC Basel, dienen als Beispiele:

Mladen Petric (Hamburger SV) und Ivan Rakitic (Schalke 04) haben sich gegen die Schweiz und für Kroatien entschieden, Zdravko Kuzmanovic (VfB Stuttgart) für Serbien.

Dazu habe ich mich auch schon in der "Arena" des Schweizer Fernsehens geäussert.

Zurück zum Schweizer U-17-Team: Ich bin überzeugt, dass unsere Mannschaft morgen Kolumbien schlägt und am Sonntag das Finale bestreiten kann. Ich tippe darauf, dass der Gegner dann Nigeria (und nicht Spanien) sein wird.

Mit einem sportlichen Gruss,
Roland Rino Büchel

 
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